ein Bauprojekt von Hans Steinort DF3OS

Bild 1: Schaltung des Anpassgerätes
Vor einigen Jahren wurde ein kleines von mir
entworfenes Anpassgerät in CQ-DL beschrieben. Weil
verschiedene Nachfragen erfolgten, habe ich das Gerät etwas
verändert und die Beschreibung entsprechend neu gemacht.
Die Anpassung erfolgt mittels Hochpassschaltung, welche
allgemein bekannt ist.
Für so ein kleines Anpassgerät
sollte eine kleine einfache Anzeige des SWR gefunden werden. Die
Schaltung dieses Anpassgerätes für 0,5 bis 10 W HF
ist in Bild 1 dargestellt. Mittels zwei roten LEDs wird das
SWR qualitativ angezeigt. Wenn beide roten LEDs leuchten, dann ist das
SWR relativ hoch; leuchtet nur eine rote LED, so ist das SWR in der
Regel unter 3:1 – also etwa 25 % der Leistung werden
reflektiert. Leuchtet auch die eine Leuchtdiode kaum noch oder gar
nicht, so ist der Rücklauf praktisch Null. Die gelbe
Leuchtdiode leuchtet, wenn gesendet wird, damit man eine Anzeige
für „Senden“ hat.
Bild 2: Foto des Anpassgerätes
In ähnlicher Weise habe ich später
einen SWR-Indikator auch für 100 W HF entwickelt. Die
verwendeten Leuchtdioden vertragen in Sperrrichtung viel mehr Spannung
als allgemein in den Listen angegeben ist, ohne dass sie Schaden
nehmen. Erst ab 50 V erscheint bei den verwendeten LEDs an einem
vorgeschalteten Widerstand von 100k-Ohm ein messbarer Spannungsabfall
– es fließt also ein Sperrstrom im nA-Bereich, der
noch keine Schädigung der Leuchtdiode zur Folge hat. Es sei
hier bemerkt, dass hier bei extremer Verstimmung nur
– 18 V an den Leuchtdioden auftreten.

Bilder 3 und 4: Das geöffnet gerät
von oben (links) und von unten
Bild 5: Streifenplatine für den QRP-
SWR-Indikator

Bild 6: Bestückungsplan des
QRP-SWR-Indikators
Funktionsweise
Die Spannung an den Leuchtdioden soll bei Anpassung 0 V betragen.
Deshalb muss der vom Mittelleiter über die
Widerstände fließende Strom zu den Leuchtdioden
genau so groß sein wie der abfließende Strom von
den Leuchtdioden über den Übertrager zum Massepunkt.
Bei 37 Windungen fließt 1 Siebenunddreißigstel des
Mittelleiterstroms von den Leuchtdioden über den
Übertrager zum Massepunkt. Strom gleicher
Größe muss von Mittelleiter über
Widerstände zu den Leuchtdioden fließen.
Deswegen muss man bei 50 Ohm Anpassung 37 mal 50 = 1850 Ohm Widerstand
wählen. Praktisch wählt man wegen des Verlustes im
Übertrager etwas größeren Widerstand (2 bis
3 %). Die gewählten Widerstände 4,7k und 4,7k und 10
k-Ohm ergeben 1903 Ohm.
Bau-Empfehlungen
Für den Gehäuserahmen braucht man
eigentlich ein Flachprofil 30 x 2 mm. Weil es eine gute
Oberfläche haben soll und es im normalen Handel kein
eloxiertes Flachprofil 30 x 2 gibt, nimmt man das überall
erhältliche Winkelprofil 30 x 20 x 2 und sägt und
feilt Überflüssiges nach
Zeichnung ab.

Bild 7: Zeichnung des noch nicht abgebogenen
Gehäuserahmens
Bei der Anfertigung
des Gehäuses biegt man zuerst den vorbereiteten
Gehäuserahmen an den geschwächten Stellen 4 mal
rechtwinklig ab. Danach die PL-Buchsen einbauen und die beiden
PL-Buchsen mittels „Rückwand“ verbinden;
dabei Rückwand anpassen und 2 Löcher passend bohren
und verschrauben. Die zwei Haltewinkel anschrauben. Dann Deckblech oben
und Deckblech unten am Gehäuse fixieren und oben und unten je
ein Gewinde-Kernloch 2,5 mm durch die bereits in die Deckbleche
gebohrten Löcher in Gehäuserahmen und Haltewinkel
bohren. Gewinde M3 in den Gehäuserahmen und den Haltewinkel
schneiden; das jeweils zugehörige Deckelloch auf 3,4 mm
aufbohren und für M3 Senkschraube versenken. Die Deckbleche
(mit der einen Schraube) anschrauben, fixieren und das jeweils zweite
Kernloch durchbohren. Deckbleche abschrauben, Gewinde schneiden,
Deckblechlöcher aufbohren und versenken. Deckbleche
anschrauben und anzeichnen, was von den Deckblechen noch abgefeilt
werden muss, damit die Kanten gut aussehen. Deckbleche und
Rückwand abschrauben und Späne entfernen.

Die Bewicklung des
Ringkerns T 94-2 soll hier grundsätzlich so
erfolgen, dass man den Ring waagerecht hält und den Lackdraht
außen von unten hochzieht und innen nach unten durchsteckt,
so dass nach und nach der Ring gegen den Uhrzeigersinn bewickelt
wird. Für die Bewicklung des Ringkerns
lötbare Kupferlackdrähte mit 0,4 mm Durchmesser
vorbereiten wie folgt:
1 x 270 mm, 3 x 250 mm, 4 x 200 mm, 1 x 170 mm, 1 x 145 mm, 1 x 90 mm,
1 x 110 mm.
Den Ringkern mit dem ersten Draht (270 mm) 8 mal bewickeln,
so dass ca. 40 mm am Anfang außen unten überstehen.
Die Windungen innen ganz fest an die vorhergehende Windung und an den
Ringkern drücken. Einen zweiten Draht (250 mm) mit dem ersten
an der Unterseite des Ringkerns als Anzapfung verdrillen und
dann diesen wieder um den Kern wickeln, und so weiter. Die
Windungszahlen zwischen den Anzapfungen sind im Schaltplan angegeben.
Die verdrillten Drähte zunächst auf ca. 8 mm
kürzen. Das erste und das letzte überstehende
einzelne Drahtende nicht kürzen, da diese später mit
dem Massepunkt oder der Verbindungsleitung zwischen den Kondensatoren
verlötet werden.
Dem Drehschalter
den eingebauten Stellungsbegrenzungsring entnehmen. Eventuell
vorhandene Lötaugen auf ca. 6 mm kürzen. Die Achse
des Drehschalters erst ganz nach links gegen den Anschlag (Stellung 1)
drehen und dann in Stellung 2 schalten. Den Kontakt 2, der jetzt mit
dem Mittelkontakt verbunden ist, mit der ersten (verdrillten) Anzapfung
verlöten. Dann gegenüberliegend eine Anzapfung
anlöten, so dass der Zwischenraum zwischen Schalter und
Ringkernspule knapp 10 mm beträgt und Schalter und
Ringkernspule zentrisch auf 8 bis 10 mm Abstand einrichten. Dann alle
Anzapfungen entsprechend zu den Lötfahnen des Schalters
biegen, anpassen und verlöten. Den Anfang des ersten
Wicklungsteils mit Kontakt 1 und dem Mittelkontakt des Schalters und
dann später mit Masse verbinden. Die so vorbereitete
Schalteinheit später probeweise in das Gehäuse halten
und prüfen, ob alles passt. Danach die Drehkondensatoren, die
Schalteinheit und den SWR-Indikator einbauen und alles nach Plan
verlöten. Wenn man kann: An Lastwiderstand oder durch
Vergleichen testen.
Ein SWR-Indikator für 100 W

Bild 9: Schaltplan für QRO-SWR-Indikator
Bild 10: Platinenvorbereitung
Bild 11: Der bestückte
SWR-Indikators für 100-W-Betrieb
Bild 12: SWR-Indikator von oben gesehen
Bild 13: Foto des SWR-Indikators von unten
gesehen
In Bild 11 ist die Übertragerwicklung vom ersten auf den
zweiten Ringkern nicht dargestellt, weil sie keinen Kontakt zur Platine
hat. Für die Wicklungen habe ich 0,3 mm Kupferlackdraht
verwendet. Für die 37 Windungen des QRP-Übertragers
habe ich 0,2 mm Kupferlackdraht, 46 cm lang, verwendet. Für
den Leiter der Primärwindung (blau gezeichneter Leiter von TX
nach TUNER) sollte man mindestens 0,6 Durchmesser wählen. Ich
habe 1 mm genommen und gegen den Ringkern mittels Schrumpfschlauch
isoliert.
In Bild 6 oben links ist die Bewicklungsrichtung für alle
Übertrager sinngemäß dargestellt.
Um mit möglichst einheitlichen und leicht zu beschaffenden
Widerständen auszukommen, habe ich so lange mit verschiedenen
Übersetzungsverhältnissen probiert, bis ich 4k7 und
10k für die einzelnen Messkreiswiderstände erreicht
habe. Es ergaben sich bei QRP 37 Windungen und bei QRO 14 und 9
Windungen (Ü=126). Jede andere Auswahl ist zulässig,
solange die Belastung der Widerstände im erlaubten Bereich
bleibt und man mit der Helligkeit der Leuchtdioden zufrieden ist.
Die theoretisch zulässige Belastbarkeit der
Widerstände im Messkreis errechnet sich wie folgt:
P = U²/R ... U = Wurzel(P*R) ... U =
Wurzel(0,25*4700) = 34,3 V für QRP
Das ergibt nach Abstimmung theoretisch eine zulässige
Belastung der Widerstände
von 34,3²/50 = 23,5 W für die
QRP-Ausführung; so dass mit 10 W gefunkt werden darf.
Für die QRO-Ausführung ergeben sich für die
Widerstände theoretisch 200 W, so dass mit
100 W gefunkt werden darf.
Die Tatsache, dass das Erlöschen der Dioden nicht immer ganz
mit dem Minimum des Rücklaufs übereinstimmt, hat nur
eine so kleine Fehlanpassung zur Folge, dass man damit ohne weiteres
senden kann. Das SWR ist in diesem Fall immer 1,37 oder besser. Bei so
einem SWR (1,37:1) werden nur 2,5 % der zugeführten Leistung
reflektiert.
Zu Vergleichsmessungen wurde ein NS-660P von DAIWA und später
ein SX 2000 von DIAMOND anstelle des SWR-Indikators eingesetzt.
(Hintereinanderschalten von zwei Stehwellenmessgeräten
führt meistens zu Fehlmessungen.)
Das SWR wurde an den Instrumenten mit ca. 1,2 bis
1,5 angezeigt. Um Klarheit zu schaffen, wurde die Berechnung
des SWR mathematisch aus zugeführter und reflektierter
Leistung ermittelt. Es ergaben sich 1,27 (DAIWA) und 1,37 (DIAMOND) bei
29 MHz.
Materialliste
Anpassgerät
Stückzahl Benennung
2
PL-Buchsen mit Flansch
1
Aluminiumwinkelprofil 30 mm x 20 mm x 2
mm; ca. 240 mm lang
1
Aluminiumblech 1,5 mm x 91 mm
x 44 mm
1
Aluminiumblech 1,5 mm x 91 mm
x 41 mm
1
Aluminiumblech 1,5 mm x 49 mm
x 30 mm
2
Folien-Drehkondensatoren 280 pF oder 350
pF von QRP-Project inklusive Befestigungsschrauben
1
Drehschalter z. B. Bestell.-Nr. DS1PC
(Reichelt) oder 709743-33 (CONRAD)
3
Drehknöpfe für 6mm
Achse mit Markierung
1
Ringkern T 94-2
1
Kupferlackdraht
lötbar 0,4 mm; ca. 2,5 m lang
9
Zylinderschrauben M3 x 10
6
Senkschrauben M3 x 6
10
Sechskantmuttern M3
Für
QRP-SWR-Indikator
1
Ringkern FT 37-43
1
Kupferlackdraht 0,2 mm 0,46 m lang
1
Kupferdraht etwa 0,8 mm, ca. 20 cm
1
470 Ohm SMD
Baugröße 1206
3
4,7 k-Ohm SMD
Baugröße 1206
1
10 k-Ohm SMD
Baugröße 1206
1
Zenerdiode ZF 2,7 SMD
1
Schottky-Diode BAT 42
2
LEDs (rot) Bestell-Nr.: LS
3386 (Reichelt)
1
LED (gelb) Bestell-Nr.: LED 3mm 2MA GE
(Reichelt)
1
Streifenrasterplatine 2,54 mm Raster,
16,8 mm lang
Materialliste
QRO-SWR-Indikator
Stückzahl
Benennung
2
Ringkern FT 37-43
1
Kupferlackdraht 0,3 mm ; 35 m lang
1
Kupferdraht etwa 0,8 mm, ca. 20 cm
1
560 Ohm SMD
Baurgröße 1206
1
4,7 k-Ohm SMD
Baugröße 1206
6
10 k-Ohm SMD
Baugröße 1206
1
Zenerdiode ZF 3,9 SMD
1
Schottky-Diode BAT 42
2
LEDs (rot) Bestell-Nr.: LS 3386
(Reichelt)
1
LED (gelb) Bestell-Nr.: LED 3mm 2MA GE
(Reichelt)
1
Streifenrasterplatine 2,54 mm Raster,
24,4 mm lang
19.5.2009 DF3OS