Amateurfunk Geschichten
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Ausbilder: Habt ihr vielleicht auch eine nette "Geschichte" aus
der Betriebstechnik für diese Seite? Dann setze ich diese gern hinzu. E-Mail:
Siehe Startseite ganz unten! Es sollte eine Geschichte
sein, die für Newcomer eine interessante Seite des Amateurfunks zeigt.
„Opa, was ist so interessant am Amateurfunk?“
fragte mich mein Enkel Lennart, DO1LEN
Er hatte mit 12 Jahren die Prüfung zum Amateurfunkzeugnis Klasse E bestanden,
findet aber die Beschäftigung mit dem Computer viel interessanter. „Opa, du
machst schon fast 50 Jahre Amateurfunk. Was ist daran so interessant?“
Der Amateurfunk ist ein technisches Hobby mit so vielen Facetten, dass es nie
langweilig wird. Ich will mal versuchen, diese vielen Möglichkeiten ein wenig
anzudeuten. Früher war es eindeutig die Entwicklung und der Bau eines Senders
und das Ausprobieren desselben. Heute kauft man eine Funkstation. Damit entfällt
diese interessante Tätigkeit des Selbstbauens außer in Form von Bausätzen. Ich
stelle immer wieder fest, dass dasjenige Spaß macht, was „Erfolgserlebnisse“
vermittelt. Und davon bietet die Beschäftigung mit dem Amateurfunk eine Menge.
Im technischen Bereich ist es das Ausprobieren von Antennen, was mir Spaß
macht. Drahtantennen kosten praktisch nichts und man kann damit viele
Experimente machen. Auch im Urlaub mit meinem Campingmobil experimentiere ich
viel mit Antennen sowohl für den Fahrbetrieb (Stabantennen) als auch für den
Portabelbetrieb (Drahtantennen).
Im betriebstechnischen Bereich wechseln bei mir die Interessen häufig. Im
Rahmen der Clubmeisterschaft hat mir die Teilnahme an Kontesten zusammen mit
einer Gruppe von Gleichgesinnten viel Spaß gemacht. Man versucht dann, aus der
Funkstation das Maximale herauszuholen und seine Betriebstechnik immer weiter zu
verbessern mit dem Ziel, einen Pokal zu erreichen.

Pokale und Diplome
Eine Zeitlang war auch das Erreichen von Diplomen eine interessante
Beschäftigung. Besonders das DXCC-Diplom mit dem Ziel, einen guten Platz auf der
„Topliste“ zu erreichen. Dann musste man immer dabei sein, wenn DXpeditionen auf
irgendwelche Inseln zogen.
Nach der Kurzwellenzeit wechselte ich nach VHF. Der Funkbetrieb auf
Ultrakurzwelle ist wiederum sehr interessant, weil es nicht alltäglich ist, eine
Station in 1000 km Entfernung zu erreichen. Man muss schon gut aufpassen, um
eine „Aurora“ oder eine „Sporadic-E“ zu erwischen. Als ich dann einmal im Juni
in Telegrafie Hochgeschwindigkeits-Morsesignale hörte, diese damals noch mit
einem Tonbandgerät aufgezeichnet und in langsamer Geschwindigkeit wiedergegeben
wurden, war mein Interesse für Meteorscatter erwacht. Noch heute im Zeitalter
der digitalen Übertragungsmöglichkeit ist es für mich immer wieder spannend,
Signale aufzunehmen, die über die Relexion an sehr kurzen Ionisierungen durch
verglühende Meteoriten übertragen werden. Immer, wenn ich auf 144,370 MHz einen
kurzen „Burst“ höre, durchzuckt es mich und ich will wissen, woher das Signal
kommt. Dazu lasse ich sehr häufig das Aufzeichnungsprogramm WSJT durchlaufen.

War es früher wichtig, dass ich keine DXpedition in ein seltenes Square
verpasste, bin ich es jetzt selbst, der immer wieder Felder auf VHF aktiviert,
da ich als Pensionär viel Zeit und mit meinem Reisemobil gute Möglichkeit dazu
habe. Auch das ist immer wieder eine technische Herausforderung, mit Antenne,
Funkstation und Computer in ein „seltenes Feld“ zu gelangen.
Sehr viel Spaß macht mir alles im Amateurfunk, was man in Gruppen gemeinsam
macht. Dazu gehören Fielddays genauso wie Fuchsjagden mit anschließendem
gemütlichem Beisammensein mit der ganzen Familie bei Lagerfeuer oder Grillen.
Was ist ein HAM?
Klaus, DH6SN erzählte mir dazu folgende Geschichte.
Also, die Geschichte geht folgendermaßen: Der Begriff „HAM“ wurde seit 1908
verwendet und war das Rufzeichen einer der ersten drahtlosen
Amateurradiostationen, die von einigen Mitgliedern des Harvard Radio Club’s
betrieben wurde. Es waren Albert Hyman, Bob
Almay und Peggy Murray. Zuerst
nannten sie ihre Station Hyman-Almay-Murray. Jedoch wurden sie bald gebeten,
einen so langen Namen in einen kürzeren Code zu verwandeln und sie änderten ihn
in Hy-Al-Mu, indem sie die jeweils ersten zwei Buchstaben ihrer Namen benutzten.
Zu Beginn des Jahres 1909 gab es viele Verwechslungen die daraus
resultierten, dass ein mexikanisches Schiff den Namen „Myalmo“ führte, und so
beschlossen sie, nur den ersten Buchstaben ihrer Namen zu benutzen und nannten
ihre Station „HAM“, denn in den ersten nicht reglementierten Pioniertagen des
Radios suchten sich die Betreiber von Amateurfunkstationen ihre Frequenzen und
Rufzeichen selber aus. Später dann geschah es, dass einige Amateure bessere
Signale als die kommerziellen Stationen hatten, und die daraus zeitweise
entstehenden Interferenzen bewirkten, dass der Kongress in Washington darauf
aufmerksam wurde und 1911 eine Gesetzesvorlage einbrachte, nach der die
Aktivitäten der Amateurfunker stark beschnitten werden sollten.
Albert Hyman wählte diese Gesetzesvorlage als Thema seiner Dissertation an
der Harvard Universität. Sein Lehrer bestand darauf, dass eine Kopie an den
Senator David Walsh geschickt wurde, der Mitglied des diese Vorlage
bearbeitenden Komitees war. Der Senator war so beeindruckt, dass er Mr. Hyman
bat, vor dem Komitee aufzutreten. Dort beschrieb Hyman, wie die kleine
Amateurstation „HAM“ aufgebaut worden war, und er legte dar, dass sie, wenn das
Gesetz in der vorgeschlagenen Form durchkommen würde, die Station schliessen
müssten, weil sie es sich nicht leisten könnten, all die Auflagen und andere
Forderungen, die in dem Entwurf enthalten seien, zu erfüllen.
Die Debatte im Kongress begann, und die kleine Station „HAM“ wurde ein Symbol
für all die kleinen Amateurstationen im Lande, die geschützt werden wollten vor
der Bedrohung und der Begierde der großen kommerziellen Stationen, die die
kleinen nicht dulden wollten. Am Ende landete der Gesetzesentwurf im Papierkorb
des Kongresses und jeder Redner sprach über die arme kleine Station „HAM“. So
hat das alles begonnen. Du kannst die ganze Story in den „Congressional Records“
finden. Seit dieser Zeit bis heute und wohl bis zum Ende aller Zeiten ist jeder
Radioamateur ein „HAM“. Aus dem guten Geist, der die HAMs weltweit verbindet und
den sie ausstrahlen, ist dann der Begriff HAMSPIRIT sprichwörtlich geworden.
Wie ich Echolink kennenlernte
von Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF
Als wir im Urlaub in Pedreguer (Südspanien) über einen Flohmarkt gingen,
hatte ich mein Handfunksprechgerät eingeschaltet und drehte über die Frequenzen,
als ich plötzlich einen CQ-Ruf in Deutsch hörte. Ich glaubte, es wäre vielleicht
auch ein Urlauber auf diesem Flohmarkt und antwortete. Doch ich war sehr
erstaunt, als sich der OM vorstellte: Ich heiße Jens und sitze hier in meinem
LKW auf einem Parkplatz bei Frankfurt.
Solch gute Funkbedingungen zwischen Deutschland und Südspanien auf Zwei-Meter
hatte ich ja noch nie erlebt. Konnte das wirklich richtig sein? Die Erklärung
folgte: Ich arbeitete hier über einen Echolink-Repeater. Nach diesem
interessanten QSO machte ich mich "schlau" und erfuhr, dass Echolink das
Internet für die Übertragung der großen Entfernung nutzt. Auf der einen Seite
verbindet sich der Funkamateur über sein Handfunkgerät "ganz normal" zu einem
solchen Repeater. Wenn er sich dann über diesen Repeater, der mit dem Internet
verbunden ist, irgendwo anders hin verbinden lassen möchte, muss er die Nummer
des gewünschten "Linkknotens" kennen und diese Nummer mit Hilfe einer
"DTMF-Tastatur" als Tonfrequenz aussenden. Über das Internet wird die Verbindung
zu dem Linkknoten (hier also in Südspanien) hergestellt und dort über den
angeschlossenen Repeater ausgesendet. Nun hört man die weit entfernte Stimme
also aus dem nahe gelegenen Repeater und kann "ganz normal" antworten.
Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF


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