DARC e.V. Online zur Amateurfunkprüfung

von E. Moltrecht DJ4UF

LEKTION 2:
Der Q-Schlüssel

COPYRIGHT 2007 by
Eckart Moltrecht
DJ4UF
 

Wichtiger Hinweis 2008:
Dieser Online-Lehrgang Betriebstechnik/Vorschriften stammt aus dem Buch Moltrecht, Amateurfunklehrgang für das Amateurfunkzeugnis - Betriebstechnik und Vorschriften 2. Auflage. Seit April 2008 gibt es von diesem Buch die 3. Auflage, bei der die Betriebstechnik und Vorschriften von vornherein gemischt werden. Man kann sich allerdings nach diesem Online-Lehrgang weiterhin sehr gut auf die Prüfung zum Amateurfunkzeugnis vorbereiten. Die besprochenen Prüfungsfragen haben sich nicht geändert.

 

Der internationale Q-Schlüssel (Q-Code)

Ein weiteres Kapitel im Bereich Betriebstechnik im Fragenkatalog zum Amateurfunkzeugnis, bei dem auswendig gelernt werden muss, ist der Q-Schlüssel.

Der Q-Schlüssel besteht aus mit Q beginnenden Q-Gruppen aus drei Buchstaben. QAA bis QNZ sind für den Flugfunkdienst, QOA bis QQZ für den Seefunkdienst und QRA bis QUZ für Funktelegrafieverbindungen in allen Funkdiensten außer dem Seefunkdienst entwickelt worden. Sie wurden in der Vollzugsordnung für den Funkdienst (VO Funk), jetzt „Radio Regulations“ (RR), international festgeschrieben.

Viele dieser Gruppen lassen sich mit einem angehängten Fragezeichen als Frage formulieren. Bei anderen Gruppen ist die Ergänzung durch eine Ziffer, die nähere Information zu der Aussage der Q-Gruppe gibt, vorgesehen. Andere Q-Gruppen können durch Hinzufügen geeigneter anderer Abkürzungen, geeigneter Rufzeichen, Ortsnamen, Nummern und so weiter erweitert oder ergänzt werden. Uhrzeiten werden grundsätzlich in UTC (Universal Time Coordinated) angegeben.

BB201  Warum wurden die Q-Gruppen im Funkverkehr eingeführt? Sie wurden eingeführt ...
... zur Verschleierung des Funkbetriebes gegenüber unbefugten Zuhörern.
... zur Vereinfachung und Erleichterung des Betriebsablaufs bei Telegrafie, sekundär zur Überwindung sprachlicher Grenzen.
... zur Zeitersparnis im Telefoniefunkverkehr.
... um im internationalen Funkverkehr den Betriebsablauf zu erleichtern, weil kein Englisch mehr gesprochen werden muss.

Die Buchstaben der Q-Gruppen selbst sind keine Abkürzungen irgendwelcher Wörter. Es ist also sehr schwer, sich diese Abkürzungen zu merken. Erst bei längerem Gebrauch kann man sie, ohne überlegen zu müssen, anwenden. Es bleibt Ihnen derzeit nicht viel anderes übrig, als wenigstens die Kurzform oder das „Merkwort“ in der letzten Spalte auf den folgenden Seiten auswendig zu lernen. Allerdings werden in der Prüfung nicht alle aufgeführten Q-Gruppen abgefragt. In der Tabelle auf den folgenden Seiten habe ich Ihnen die in der Prüfung vorkommenden Q-Gruppen durch einen grauen Hintergrund markiert.


Die Q-Gruppen hier sind ein Auszug aus den Radio Regulations (früher VO Funk). Es sind nur die gebräuchlichsten Gruppen aufgeführt und die im Prüfungsfragenkatalog vorkommenden hell­grau unterlegt. Sie wurden vom Verfasser in der fünften Spalte durch eine Kurzform und einige Merkmöglichkeiten ergänzt. Die Q-Gruppen sollen im Sprechfunkverkehr möglichst nicht verwendet werden. Nur im Telegrafiefunkverkehr haben sie ihren Sinn.

BB202  Sollen Sie im Sprechfunkverkehr Abkürzungen aus den Q-Gruppen oder aus den anderen Abkürzungen im Funkverkehr verwenden?
Ja, weil die Abkürzungen die Besonderheit der Sprache im Funkverkehr kennzeichnet.
Ja, weil die Abkürzungen die Abwicklung des Funkverkehrs beschleunigen.
Ja, weil die Abkürzungen bei deutschsprachigen Funkverbindungen erlaubt sind.
Nein, weil die Abkürzungen für den Telegrafiefunkverkehr vorgesehen sind.

Auch wenn Telegrafiekenntnisse nicht mehr zu den Prüfungsvoraussetzungen gehören, ist Telegrafie im Morsecode nicht nur erlaubt, sondern wird weiterhin sehr gern betrieben. Ein Funkamateur sollte also die wichtigsten Abkürzungen aus den Q-Grup­pen kennen und sie sind deshalb auch Gegenstand der Prüfung.

BB203  Welche Bedeutung haben in der gleichen Reihenfolge gelesen die Q-Gruppen "QRV", "QRM?" und "QTH"?
Ich habe nichts mehr für Sie. Werden Sie gestört? Mein Standort ist …
Senden Sie eine Reihe V. Soll ich mehr Sendeleistung anwenden? Ihre gesendeten Töne sind kaum hörbar.
Ich bin bereit. Werden Sie gestört? Mein Standort ist …
Ich habe nichts mehr für Sie. Mein Standort ist … Ich bin bereit.
BB204  Was bedeutet es, wenn Ihr Funkpartner meldet:
„QRK 1“? Er meint damit, dass ...
... die Verständlichkeit meiner Zeichen schlecht ist.
... ich um 1 kHz Frequenzwechsel machen soll.
... ich eine Minute warten soll.
... er atmosphärische Störungen der Stärke 1 hat.

Wichtig ist die richtige Anwendung dieser Q-Gruppen. Insbesondere wird von CB-Funkern die Gruppe QRZ falsch angewendet. Sie starten damit häufig einen „allgemeinen Anruf“. Im Amateurfunk wird dafür aber CQ verwendet. QRZ verwenden Sie bitte nur dann, wenn Sie von einer Station angerufen wurden, Sie aber das Rufzeichen nicht genau verstanden haben.

BB205  Was bedeuten die Q-Gruppen "QRT", "QRZ?" und "QSL?"?
Stellen Sie die Übermittlung ein.
Ich bin bereit.
Schicken Sie eine QSL-Karte?
Stellen Sie die Übermittlung ein.
Von wem werde ich gerufen?
Können Sie mir Empfangsbestätigung geben?
Stellen Sie die Übermittlung ein.
Wie ist Ihr Standort?
Können Sie mir Empfangsbestätigung geben?
Ich habe nichts für Sie.
Von wem werde ich gerufen?
Können Sie mir Empfangsbestätigung geben?

Einige Q-Gruppen sollen hier noch etwas weiter interpretiert werden. Mit QRA, dem Namen der Funkstation, ist im Amateurfunk nicht das Rufzeichen oder der Vorname des Funkamateurs gemeint, sondern sein Zuhause, also eher die Adresse der Familie. Man funkt beispielsweise in Telegrafie: „73 to ur QRA“ und meint damit „Viele Grüße an die ganze Familie“. Beim Schiffsfunk ist QRA der Name des Schiffs. Im Amateurfunk verwendet man name für den Namen.

Verwechseln Sie nicht QRV (sende- und empfangsbereit) mit QSV (senden Sie eine Reihe von V’s). QRQ und QRS sind die einzigen Gruppen, bei denen dem letzten Buchstaben eine gewisse Bedeutung zukommt, nämlich Q für Quick (schnell) und S für Slow (langsam). QRX 1500 UTC bedeutet, dass die Station bis 15 Uhr Pause macht. QRX 5 min bedeutet im Amateurfunk, dass der Funker (Operator) mal eine Fünf-Minuten-Pause macht. QTF 240 bedeutet: Meine Antenne strahlt in Richtung 240 Grad (Kompassrichtung). QTR 1225 UTC bedeutet: Es ist genau 12 Uhr und 25 Minuten Universalzeit. UTC bräuchte man eigentlich nicht dazu zu geben, jedoch kommt es dann häufig zu Nachfragen. Setzen Sie also immer die Art der Zeitangabe hinzu! QSP DJ4UF bedeutet: Bitte gib diese Meldung an DJ4UF weiter! Mit QTH wird im Amateurfunk der Wohnort angegeben. Für Länge und Breite wird im Amateurfunk eher der Standortkenner (Locator, Lektion 7) verwendet.

BB207  Welche Bedeutung haben in der gleichen Reihenfolge gelesen die Q-Gruppen „QRM“, „QRN“ und „QSB?“?

Die Stärke Ihrer Zeichen schwankt.
Ich werde gestört.
Haben Sie atmosphärische Störungen?

Ich habe Störungen.
Sie haben Schwankungen Ihrer Zeichen.
Werden Sie gestört?

Ich habe atmosphärische Störungen.
Ich werde gestört.
Schwankt die Stärke meiner Zeichen?

Ich werde gestört.
Ich habe atmosphärische Störungen.
Schwankt die Stärke meiner Zeichen?

BB206 Welche Bedeutung haben in der gleichen Reihenfolge gelesen die Q-Gruppen "QRO?", "QSO?" und "QRX?"?

Soll ich die Sendeleistung erniedrigen?
Haben Sie noch etwas für mich vorliegen?
Können Sie direkt Funkverkehr aufnehmen mit …?

Soll ich meine Sendeleistung erhöhen?
Haben Sie noch etwas für mich vorliegen?
Werden Sie mich wieder rufen?

Soll ich die Sendeleistung erhöhen?
Können Sie direkt Funkverkehr aufnehmen mit …?
Wann werden Sie mich wieder rufen?

Haben Sie noch etwas für mich vorliegen?
Können Sie direkt Funkverkehr aufnehmen mit …?
Wann werden Sie mich wieder rufen?

BB208  Wie verhalten Sie sich, wenn Sie von der Gegenstation aufgefordert werden: "pse qsy"?
Sie verringern die Sendeleistung.
Sie erhöhen die Sendeleistung.
Sie wechseln die Frequenz.
Sie senden eine Bestätigungskarte an die Gegenstation.
BB209  Wie verhalten Sie sich, wenn Sie von der Gegenstation aufgefordert werden: "pse qrp"?
Sie verringern die Sendeleistung.
Sie erhöhen die Sendeleistung.
Sie wechseln die Frequenz.
Sie senden eine Bestätigungskarte an die Gegenstation.

Sie wissen ja, dass hier die Reihenfolge der Antworten gegenüber dem Fragenkatalog geändert wurde.

 

So sieht eine typische QSL-Karte aus.

 

© Eckart K. W. Moltrecht, 2007

Beachten Sie das Copyright!
Sie dürfen diesen Lehrgang für private Zwecke ausdrucken, um daraus zu lernen. Eine weitere Vervielfältigung dieser Web-Seiten ist nicht gestattet. Bedenken Sie aber bei einem Ausdruck, dass das sauber gedruckte Buch wahrscheinlich preiswerter ist, als ein Ausdruck und bei Klasse E TECHNIK sogar den Kauf des Fragenkatalogs erspart.

Info

Technik Klasse E

  Betriebstechnik/Vorschriften  

Technik Klasse A

Buch Amateurfunk-Lehrgang für das Amateurfunkzeugnis Klasse E - Technik
 

 

Buch Amateurfunk-Lehrgang für das Amateurfunkzeugnis - Betriebstechnik und Vorschriften
 

 

Buch Amateurfunk-Lehrgang für das Amateurfunkzeugnis Klasse A.
 

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240 Seiten, Format 16,5 x 23 cm, 300 Abbildungen, Broschur
VTH-Best.-Nr. 411 0064
ISBN: 978-3-88180-364-9

 

3. vollkommen neu überarbeitete und erweiterte Auflage 2008, 148 Seiten, Format 16,5 x 23 cm, kartoniert
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Letztes Update dieser Seite: 4.6.2008 by DJ4UF