Meteorscatter mit der Soundkarte
Ein Bericht von Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF
Nachdem sich PSK31 auf Kurzwelle als hervorragende Betriebsart durchgesetzt hat, wobei man mit sehr kleinen Leistungen weltweite Funkfernschreibverbindungen durchführen kann, war es nur eine Frage der Zeit, bis man auch auf Ultrakurzwelle (VHF 2-m-Band) ein vergleichbares Verfahren für die sonst übliche Morsetelegrafie gefunden hat. Joe Taylor, K1JT, ein amerikanischer
Wissenschaftler (Nobelpreisträger für Physik) hat Anfang des Jahres 2001 sein Meteorscatterprogramm WSJT vorgestellt, das sich in den USA sehr schnell durchgesetzt hat und sich auch hier in Europa in
Windeseile zu verbreiten beginnt.
WSJT ist der Name eines Computerprogramms und steht für "Weak Signal communication by K1JT", also für Funkverbindung für schwache Signale von K1JT. WSJT benötigt keinerlei
Hardware, sondern ist ein (kostenloses) Computerprogramm, das mit der Soundkarte arbeitet. Es arbeitet unter Windows 95, 98, ME und 2000 und sicher auch unter XP. Das Programm sendet
Textinformationen in Vierton Frequenzumtastung (FSK) mit 441 Baud. Diese Übertragungsart wird FSK441 genannt. Jedes zu übertragende Zeichen besteht aus drei von den vier Tönen. Diese drei Töne werden ohne Pause sequentiell (nacheinander) ausgesendet. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist 147
Buchstaben pro Sekunde oder 8820 Buchstaben pro Minute.
Durch diese hohe Übertragungsgeschwindigkeit eignet es sich hervorragend für Meteorscatter, wobei kurze Ionisationen von zufälligen Meteoriten, sogenannte "Pings", zur Reflexion in zirka 100 km Höhe über der Erde ausgenutzt werden. Bei 147 Zeichen pro Sekunde benötigt ein Zeichen etwa
sieben Millisekunden. Also drei aufeinander folgende Zeichen benötigen zwanzig Millisekunden.
Kurze Pings von einer Zehntel Sekunde (100 Millisekunden) können also bereits Texte mit 15 Zeichen reflektieren. Vergleicht man dies mit den bei Meteorscatter-CW üblichen 2000 Buchstaben pro
Minute, liegt man mit FSK441 um einen Faktor vier höher. Statt 15 Zeichen schafft man bei CW nur 4 Zeichen bei einem solchen Ping.
Ein weiterer Vorteil gegenüber CW-Meteorscatter ist, dass man keine eigene Rückdekodierung
machen muss, denn die Zeichen werden, wie bei RTTY üblich, vom Programm direkt dekodiert. Bei CW-Meteorscatter muss man zunächst die empfangenen Zeichen speichern - dies wird bei WSJT auch so gemacht - dann aber mit niedriger Geschwindigkeit wieder abspielen lassen und durch
zusätzliche Überlagerung (Mischung) in den hörbaren Bereich transformieren, um dann die
Morsezeichen hören zu können. Dafür ist entweder ein Datenrekorder nötig (DTR) oder man benutzt auch hierfür ein Soundkartenprogramm, zum Beispiel
Win-MSDSP.
Das Geben der Hochgeschwindigkeitsmorsezeichen wird bei CW-Meteorscatter wie bei WSJT
heutzutage durch ein Computerprogramm gemacht, indem man über die Soundkarte Töne erzeugt und diese in den Modulationseingang des SSB-Senders einspeist. Früher verwendete man Speichermorsetasten, wobei man die Morsezeichen in normaler Geschwindigkeit abspeichert und dann mit hoher Geschwindigkeit wieder ausliest und damit den Sender direkt tastete. Allerdings vertragen nicht alle Sender diese Hochgeschwindigkeitstastung und die CW-Zeichen werden stark abgerundet und werden dann schwer lesbar. Meist war bei 1200 BpM Schluss. Die Tonmodulation mit den
Morsetönen in SSB funktioniert bis 4000 Buchstaben pro Minute, wobei die Dekodierung dann aber problematisch wird. 2000 BpM ist heute bei Meteorscatter-CW meist üblich. WSJT arbeitet mit 8000 BpM.
---- weitere Abschnitte sind geplant ----
bereits fertig:
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Dieser Bericht ist ein erster Entwurf für die Vorlage zum Treffen der VHF-DX-Gruppe DL-West in Aachen am 15.9.2001
Mehr zu VHF-DX bei
http://www.rue.net/vhfdx/
Hinweis:
EA5/DJ4UF ist immer zwischen Oktober und
April jeden Jahres in FSK441 qrv aus JM08BR
Gelegentlich werden Ausflüge (Aktivitäten) zu anderen Squares (z.B.
IM96) durchgeführt.
Skeds: Info
weitersagen:
www.amateurfunklehrgang.de

(c) Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF, VHF-DX
Gruppe DL-West |