Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

Wetterfax

Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

Eckarts Lehrstunde aus Funk 10/2000

Thema: Wetterfax mit der Soundkarte

Soeben habe ich mir das Demo-Programm „Mscan Meteo“ aus dem Internet geholt und sofort ausprobiert. Es war so einfach, damit Wetterkarten auf Kurzwelle zu empfangen, dass ich es Ihnen in dieser Lehrstunde beschreiben möchte. Machen Sie mit! Es macht Spaß und führt ohne viel Aufwand zu einem Erfolgserlebnis.

 

Bild 1: Wetterfaxempfang mit Mscan Meteo

Bild 1: Wetterfaxempfang mit Mscan Meteo

Voraussetzungen

Sie benötigen einen Computer mit einer Soundkarte (oder ein Interface wie in Bild 6 genannt) mit dem Betriebssystem Windows 95 oder 98 und einen SSB-Kurzwellenempfänger. Die Soundkarte dient als DSP-Controller und Filter. Vorteilhaft ist ein Internetzugang, um sich das Programm herunter zu laden *). Sie fertigen sich ein Verbindungskabel zwischen Empfänger und Soundkarte.

Programm aus dem Internet

Verbinden Sie sich mit dem Internet und gehen Sie auf die Seite http://www.mscan.com. Dort finden Sie weiter unten in einem Kasten den Hinweis „Software Download“. Klicken Sie darauf und Sie finden eine Auswahl von verschiedenen Mscan Programmen. Wählen Sie aus dem Bereich der Programme „Windows 95 / 98 – Mscan Meteo“ die ersten beiden ZIP-Dateien und stimmen Sie zu, dass diese Dateien auf Ihrer Festplatte gespeichert werden dürfen. Merken Sie sich, wohin die Dateien gespeichert werden. Ich spei­chere Downloads aus dem Internet in dem Ordner „Downloaded Internet Files“ unter C:\Windows. Da­nach müssen Sie die beiden ZIP-Dateien entpacken und die Datei SETUP starten, wie dies unter Windows üblich ist. Die Demoversion unterscheidet sich von der Vollversion nur dadurch, dass nach Empfang eines vollständigen Bildes ein dickes Logo in die Karte gesetzt wird, bevor es abgespeichert wird.

Sie können auch mit anderen Programmen mit Hilfe der Soundkarte Wetterkarten empfangen. Für JVComm finden Sie einen ausführlichen Bericht auf meiner Homepage unter www.qsl.net/dj4uf (Computer). Gerade als ich diesen Bericht fertig hatte, erfuhr ich von Otmar, DL4KT, dass es ein Freewareprogramm WXSAT gibt, das ebenfalls mit der Soundkarte arbeitet. Hier die Adresse: www3.sympatico.ca/konecny/wxsat.htm.

Verbindung Empfänger – Soundkarte

Bevor das Programm gebraucht werden kann, muss eine Verbindung zum Empfänger hergestellt werden. Löten Sie sich ein Verbindungskabel zurecht, das auf der einen Seite an den Ausgang Ihres Empfängers passt (meistens 3,5 mm Klinkenstecker, mono) und an der anderen Seite in den Line-Eingang der Soundkarte des Computers (normalerweise Stereo-Klinkenstecker 3,5 mm). Verbinden Sie beide Kontakte des Stereosteckers (Line-In) mit dem Einzelkontakt des Monosteckers (Empfänger Line-Out oder Kopfhörer).

Bild 2: Eigenschaften für Aufnahme

Bild 2: Eigenschaften für Aufnahme

Windows Soundkarte einstellen

Die Soundkarte muss für Aufnahme von Signalen konfiguriert sein. Prüfen Sie dies folgendermaßen. Doppelklicken Sie in der Windows-Startleiste unten rechts auf das Lautsprechersymbol. Es erscheint der Lautstärkeregler für die verschiedenen Kanäle. Hierin klicken Sie auf Optionen, dann auf Eigenschaften, dann auf Aufnahme. Im dann aufgehenden Fenster sollte Line-In aktiviert sein (Häkchen, Bild 2). Durch Bestätigung erhalten Sie das Fenster für die Aufnahmeregler (Bild 3). Setzen Sie das Häkchen bei Line-In. Wenn Sie nun die Fenster wieder schließen bzw. mit OK bestätigen und Sie das vorbereitete NF-Kabel angeschlossen haben, müssen Sie aus den Lautsprechern der Soundkarte das Signal Ihres Empfängers hören können.

Bild 3: Aufnahmeregler in Windows 98

Bild 3: Aufnahmeregler in Windows 98

Lautstärke einstellen

An dem Regler Bild 3 rechts muss noch die Lautstärke für Aufnahme eingestellt werden. Wenn Sie (hoffentlich) aus den Lautsprechern der Computeranlage etwas hören, starten Sie das Programm Mscan Meteo über die Startleiste von Windows. Es meldet sich zunächst ein Registrierungshinweis, den Sie zunächst mit „Close“ schließen können. Wenn Ihnen das Programm sehr gefällt und Sie es nicht nur mal „zum Spielen“ benutzen wollen, sollten Sie es dann registrieren lassen (kaufen).

Wenn Sie Glück haben, zeigt der kleine Spektrumanalysator Signale an, wie diese im Bild 4 zu sehen sind. Wenn nicht, muss das Programm noch für eine Soundkarte konfiguriert werden. Klicken Sie rechts oben auf das Symbol mit dem Hammer (Bild 5). Es erscheint der Konfigurations-Manager (Bild 6).

Bild 4: Das Spektrum zeigt eine viel zu hohe Lautstärke      Bild 4: Das Spektrum zeigt eine viel zu hohe Lautstärke

Bild 5: Die Bedienelemente    Bild 5: Die Bedienelemente

Bild 6: Die Konfiguration

Bild 6: Die Konfiguration

Für Soundkartenbetrieb klicken Sie bei Interface entsprechend auf „Sound card“. Wenn Sie ein Interface haben, zum Beispiel den PTC-II, können Sie auch diesen auswählen. Dann benötigen Sie keine NF-Verbindung zur Soundkarte.

Bei Optionen habe ich gewählt, dass der Bildschirmschoner während des Empfangs von Wetterbildern deaktiviert wird (und nach Verlassen des Programms wieder eingeschaltet wird) und dass die Lautstärke über den Mixer automatisch geregelt wird. Da die Wetterkarten pro Stück ungefähr zwei Megabyte Speicherplatz einnehmen, sollte man alte Karten von Mscan automatisch löschen lassen. Normalerweise ist als Defaultwert von Mscan zwei Tage eingestellt. Ich wollte zum Probieren die Bilder etwas länger aufbewahren und hatte zehn Tage eingestellt. Man kann die Bilder natürlich auch woanders hinschieben, damit sie gar nicht gelöscht werden.

Nach Schließen des Fensters (X) sollten nun in der Spektrumanzeige blaue Balken zu sehen sein. Wenn nicht, schließen Sie das Programm und machen eventuell sogar einen Windows-Neustart. Danach muss es aber funktionieren! Wenn nun die blauen Linien in der Spektrumanzeige so ähnlich aussehen wie in Bild 4, ist das NF-Signal zu laut. Entweder drehen Sie die Lautstärke am NF-Regler des Empfängers zurück oder besser am Aufnahmeregler der Soundkarte (Bild 3).

Frequenzeinstellung

In der Tabelle finden Sie eine Auswahl von Kurzwellenfrequenzen verschiedener Wetterfaxstationen. Von den dort angegebenen Frequenzen müssen Sie bei USB-Einstellung am Empfänger immer 1,9 kHz abziehen. Das liegt an folgendem. Die Frequenz wird bei FM-FAX als Mittenfrequenz angegeben. Diese ergibt sich, wenn der Sender mit 1900 Hz moduliert wird (mittleres grau). Diese 1900 Hz werden nun mit maximal plus 400 Hz für weiß moduliert, was 2300 Hz ergibt und mit –400 Hz für schwarz, was 1500 Hz bedeutet. Man spricht von einer Shift von 800 Hz. Bei schwarz-weißen Bildern werden also vorwiegend die beiden Töne 1500 Hz und 2300 Hz gesendet. Wenn Sie die Frequenz nicht genau einstellen, wird aus weiß möglicherweise grau, wie ich es zur Demonstration im Bild 8 (grauer Streifen)  für ein paar Sekunden gemacht habe.

Bild 8: Kurzzeitiger Frequenzversatz (grauer Streifen)        Bild 8: Kurzzeitiger Frequenzversatz (grauer Streifen)

Wetterkarte empfangen

Stellen Sie Ihren Empfänger beispielsweise auf die Frequenz 3853,1 MHz (also 3855 – 1,9) und Modulationsart USB (oberes Seitenband) ein. Wenn nur ein Träger zu hören ist, wird derzeit keine Wetterkarte gesendet. Ich weiß die Zeiten nicht genau, aber morgens zwischen 7 und 9.30 Uhr UTC und abends nach 1900 UTC habe ich auf dieser Frequenz von der Station Wetterdienst Offenbach schon Wetterkarten empfangen. Um 1110 UTC wird eine Karte mit CQ (an alle) und dem täglichen Stundenplan ausgesendet. Gegebenenfalls versuchen Sie andere Frequenzen aus der Tabelle! Diese Liste wird erweitert und auf meiner Homepage untergebracht. Schreiben Sie mir per E-Mail, wenn Sie weitere Stationen mit Wetterkartenfax empfangen haben! Wer bietet eine größere Entfernung als Honolulu?

Ein Wetterfax-Signal erkennt man an den beiden schnell wechselnden Tönen und dem Halbsekundentakt (Trommeldrehzahl 120 Umdrehungen pro Minute), so eine Art „schrab, schrab, schrab“. Es ist kein durchgehendes Signal wie Funkfernschreiben. Die beiden Töne 1500 Hz und 2300 Hz (blaue Balken) sollten im Spektrum genau über den zwei Markierungen stehen (Bild 7). Signale dazwischen sind bei Wetterkarten meistens Rauschen oder Störungen.

Normalerweise startet die Bildwiedergabe selbsttätig, wenn das Startsignal empfangen wird. Wenn Sie während einer Kartenaussendung einschalten, können Sie den Rest der Karte noch empfangen, indem Sie auf das Symbol mit dem Pfeil nach oben klicken (Bild 5 oben links). Das Programm besitzt übrigens eine Lupenfunktion. Klicken Sie einmal mit der Maus irgendwo in das empfangene Bild.

Ideales Spektrum beim Wetterfaxempfang  (a)      Gutes Spektrum beim Wetterfaxempfang  (b)

Bild 7: Ideales (a) und gutes (b) Spektrum beim Wetterfaxempfang

Korrektur der Bilddarstellung

Wenn Sie ein Wetterbild empfangen haben, wobei die Ränder schräg anstatt senkrecht verlaufen (Bild 8), kann man bei Mscan sehr einfach eine Korrektur der Einstellungen vornehmen. Wenn die Karte noch zu sehen ist, klicken Sie auf das Icon mit dem Hammer (Configuration). Dann klicken Sie unten auf den Button „Calculate using last picture“ (Bild 6). In dem aufgehenden Fenster steht in Englisch: „Click on the top left (or right) corner of the picture“, was bedeutet: Sie sollen jetzt mit der Maus oben (top) auf die linke (oder rechte) Ecke des Bildes klicken. Wählen Sie eine Stelle, wo eine eigentlich senkrechte Linie beginnt. Nach dem Klicken auf diese Ecke meldet sich wieder Mscan und Sie sollen nun auf der gleichen Seite unten auf die entsprechende Linie mit der Maus klicken. Damit wird ein Korrekturfaktor ermittelt und im weiteren Verlauf oder beim nächsten Mal läuft die Karte so, dass es senkrechte Linien ergibt.

Bild 9: Schräglauf und Seitenrandversatz

Bild 9: Schräglauf und Seitenrandversatz

Den Seitenrandversatz, den Sie in Bild 9 sehen können, kann man dadurch korrigieren, dass man im Menü (Bild 5) auf den Pfeil mit dem Strich links klickt und dann auf die Stelle des Bildes, die den linken Rand haben soll.

Hinweise

Die empfangenen Bilder des Deutschen Wetterdienstes dürfen Sie nicht kommerziell verwerten. Wenn Sie nur aus Spaß Empfangsversuche machen, um die Technik einmal auszuprobieren, wird niemand etwas dagegen haben, wenn Sie Wetterbilder empfangen.

 

Frequenzen:

Meteo Offenbach 3855   7880   13882,5
RN London 8331,5 (kein Wetterfax)
Meteo Moskva 2815   3875   4550   5150   5355   6880   6910  7670   10230   10980   11525   11657   12165   13470   15950   18710
Meteo Kopenhagen 5850   9360   13855 (1200 UTC)   17510
Meteo Madrid 3650 (80-m-Band!)   6918,5   10250
Meteo Leningrad 3300   7840   13780
Meteo Bracknell 4610   8040   14436   18261
Meteo Roma 13597,4 (1930 UTC)
Meteo Tokyo 13597 (1930 UTC)   14692,5   18220 (1830 UTC) 23522,9 (1700 UTC)
Meteo Kiev 3360 abends
Meteo Taipei 8140 (1930 UTC)   13900 (1940 UTC)
Meteo Beijing (Peking) 10116,9 (1930 UTC)   14366,9 (1940 UTC)
Meteo Canberra 11030 (1930 UTC)
Meteo Honolulu 16135 (1940 UTC)

Tabelle ausgewählter Wetterfaxstationen,
in Fettdruck Stationen, die ich bereits empfangen habe (Uhrzeit des Empfangs)

 

© 10/2000 Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF

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