Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

Datenübertragung

Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

Eckarts Lehrstunde aus Funk 08/1998

Thema: Umlaute bei Datenübertragung

Häufig taucht bei Datenübertragung im Amateurfunk bei Packet Radio oder bei Pactor ein Problem auf, dass die Umlaute (ÄÖÜäöü) und ß nicht richtig dargestellt werden, wie dies im Bild 1 zum Beispiel bei einer Pactor-Übertragung der Fall war. Mit manchen Stationen hat man keine Probleme, bei anderen sind die Umlaute falsch. Wechselt man das Programm, kann es genau umgekehrt sein. Woran liegt das?

 Bild 1: Falsche Umlautdarstellung bei Datenübertragung

Bei Packet Radio wird der 7-Bit-ASCII-Code meistens verwendet. ASCII heißt "American Standard Code for Information Interchange". Im Englischen gibt es aber keine Umlaute. Als man den Code festgelegt hatte, hatte man an internationalen Datenaustausch noch nicht gedacht. Man hat 128 verschieden Zeichen festgelegt, wie sie im oberen Teil der Tabelle 1 zu sehen sind. Die oberen zwei Zeilen enthalten Steuerzeichen, die hier nicht wiedergegeben sind.

Mit diesen 128 Möglichkeiten kann man alle Buchstaben in Groß- und Kleinschrift sowie alle Ziffern und Satzzeichen sowie ein paar Sonderzeichen (runde, eckige, geschweifte Klammern usw.) darstellen. In Deutschland wollte man mit diesem 7-Bit-Code ebenfalls auskommen und hat sich überlegt, die eckigen und geschweiften Klammern, den abfallenden Schrägstrich (Backslash), den senkrechten Strich sowie das Zeichen ^ wegzulassen und dafür die Umlaute und das ß einzusetzen. Dies wurde dann "Deutscher IBM-Zeichensatz" genannt. Die Änderungen sind in den unteren drei Zeilen in der Tabelle 1 zu sehen. Vergleichen Sie einmal die Felder 5B, 5C, 5D, 5E, 7B, 7C, 7D in den entsprechenden Zeilen!

ASCII

0
0000

1

2

3

4

5

6

7

8

9

A

B

C

D

E

F
1111

0

                               

1

                               

2

SPC

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2

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4

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A

B

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G

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I

J

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M

N

O

5

P

Q

R

S

T

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V

W

X

Y

Z

[

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]

^

_

6

`

a

b

c

d

e

f

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j

k

l

m

n

o

7

p

q

r

s

t

u

v

w

x

y

z

{

|

}

~

DEL

IMB deutsch:

5

P

Q

R

S

T

U

V

W

X

Y

Z

Ä

Ö

Ü

ß

_

6

`

a

b

c

d

e

f

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j

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l

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n

o

7

p

q

r

s

t

u

v

w

x

y

z

ä

ö

ü

~

DEL

Tabelle: ASCII-Code (oben) und IBM-Zeichensatz deutsch (unten)

Viele von Ihnen werden diese Probleme noch kennen, als die Drucker von den DOS-Programmen gesteuert wurden und manchmal den deutschen Zeichensatz nicht kannten. Unter Windows hat man die Druckeransteuerung für alle Programme vereinheitlicht, indem die Programme keinen Druckertreiber mehr haben, sondern die Ausgabe auf den Drucker Windows überlassen. Dann braucht man nur einmal bei der Installation von Windows die deutsche Sprache anzumelden.

Nun zurück zur Datenübertragung. Bei Packet verwendet man diesen 7-Bit-Code für die normale Textübertragung. Stellt man das Programm auf deutschen Zeichensatz ein, fehlen die Klammern und der Backslash, was manchmal sehr lästig ist. Manche OMs bleiben deshalb beim amerikanischen Zeichensatz (ASCII) und schreiben keine Umlaute sondern nur AE, OE und so weiter.

Wenn diese OMs aber Texte von Stationen bekommen, die den deutschen IBM-Zeichensatz eingestellt haben, werden die Umlaute als Klammern dargestellt oder sehen bei Pactor ganz seltsam aus, wie dies in Bild 1 zu sehen ist.

 Bild 2: ANSI-Zeichensatz

Inzwischen hat man dieses Problem natürlich erkannt und in den USA den Zeichensatz auf 256 Zeichen (8 Bit) erweitert und erhält den ANSI-Zeichensatz (American National Standard Institute). Man kann nun in den Feldern 128 bis 255 die anderen internationalen Zeichen der einzelnen Länder unterbringen. Im Bild 2 ist der ANSI-Zeichensatz dargestellt, wie man ihn bei Windows zu sehen bekommt, wenn man Sonderzeichen einfügen möchte.

Bei Pactor gibt es nun ein neues Problem in diesem Zusammenhang. Pactor arbeitet grundsätzlich mit 8 Bit. Also kann man hier den ANSI-Zeichensatz verwenden. Bei DOS wird jedoch bei Texten das ASCII-Format verwendet, bei Windows normalerweise ANSI. Nun verwenden manche Funkamateure das amerikanische ASCII-Format, manche den deutschen IBM-Zeichensatz (ASCII deutsch) und manche ANSI. In den Pactorprogrammen lassen sich diese Zeichensätze entsprechend einstellen.

Man kann dieses Format nun nicht vereinheitlichen, weil manche eben ASCII unter DOS für die weitere Textverarbeitung benötigen und andere unter Windows 95 im ANSI-Format arbeiten möchten. Es bleibt dann dem geplagten Funkamateur nichts anderes übrig, als die Dateien, die weiter verarbeitet werden sollen, in das entsprechende Format zu konvertieren. Jedes bessere Textverarbeitungsprogramm kann entsprechende Konvertierungen durchführen. Man muss nur etwas probieren, bis man das richtige Format gefunden hat. So habe ich beispielsweise den oberen Text von Bild 1 unter Word im MS-DOS-Format umwandeln lassen und nun sind alle Umlaute und das ß richtig dargestellt, wie man im Bild 3 sieht. Mit dem Ausdrucken unter Windows hat man dann keine Schwierigkeiten mehr.

 

 Bild 3: Nach der Konvertierung sind die Umlaute wieder in Ordnung

Die häufig falsche Darstellung der Zeichen liegt also nicht an den Programmen, sondern an der jeweiligen Einstellung des gewählten Text-Codes. Da die Funkamateure aber verschiedene Einstellungen verwenden, muss man bei Empfang auf den gleichen Code umstellen können. Manche Programme können dies per "Knopfdruck" nachträglich machen, wie beispielsweise Graphic Packet. Bei anderen Programmen muss man nachträglich umständlich konvertieren.

© 1999 Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF

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