Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

SSTV

Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

Eckarts Lehrstunde aus Funk 03/2000

Thema: SSTV mit JVComm32
unter Nutzung der Soundkarte

In der vorigen Lehrstunde habe ich die neue CD aus dem Sonderheft "Software 2000" vom VTH-Verlag vorgestellt. Von dieser CD wollen wir nun ein Programm ausprobieren: JVComm von Eberhard Backeshoff, DK8JV. Wenn Sie sich das Sonderheft schon gekauft haben, dann haben Sie natürlich auch einen Computer, hoffentlich einen etwas schnelleren mit einem Pentium-Prozessor und mit einer Soundkarte. Sie brauchen außerdem einen Transceiver oder wenigstens einen Kurzwellenempfänger.

Bild 1: Nach einer Stunde Empfang auf 14,230 MHz

Bild 1: Nach einer Stunde Empfang auf 14,230 MHz

Machen Sie mit! Sie werden jetzt lernen, wie man das Programm von der CD installiert, wie man das Programm für die Soundkartennutzung einstellt, wo und wie man SSTV-Bilder empfängt und wie man zum Senden eine kleine Hardwareschaltung für eine PTT-Steuerung erstellt.nach oben

SSTV – was ist das?

SSTV kommt von "slow scan – tv" und bedeutet im Prinzip Bildübertragung mit langsamer Abtastung. Ein Standbild wird bei SSTV zeilenweise als analoge Töne zwischen 1200 Hz und 2300 Hz ausgesendet, je nach Modus auch mit Farbinformation. Ein Schwarzweiß-Bild mit 340 x 256 Pixel braucht etwa eine halbe Minute für die Übertragung in einem schmalen SSB-Kanal.

Früher gab es für diese Betriebsart nur spezielle Speicherkonverter, die aus den Tönen ein Videobild erzeugen bzw. umgekehrt die Töne erzeugen können. Nun gibt es Programme, die die vorhandene Soundkarte eines Computers für diese Aufgabe nutzen können. Die Soundkarte kann nicht nur Töne erzeugen sondern hat auch einen Toneingang und die zugeführten analogen SSTV-Töne werden in digitale Bildinformationen verwandelt.nach oben

Installation von JVComm

Starten Sie die CD "Software 2000", wie dies im Sonderheft beschrieben wird. Klicken Sie auf WEITER, dann auf BETRIEBSARTEN und dann auf FAX. Ziehen Sie den Rollbalken so weit nach unten, bis Sie das Programm "JVComm32 - Fax und SSTV mit Windows 95/98" finden. Dort wird am Ende "hier klicken" angeboten. Tun Sie das!

Sie kommen damit in die Rubrik "Demos". JVComm liegt auf der CD nur als Demoversion vor. Allerdings ist das Programm voll funktionsfähig. Nur wird bei Empfang in das Bild hinein der Text "Demo" geschrieben. Beim Senden steht der Hinweis "Demoversion" in der obersten Zeile. Wenn Ihnen nach dem Test die Betriebsart gefällt und Sie das Programm noch oft nutzen wollen, sollten Sie sich bei DK8JV die Vollversion kaufen, die 120 DM (Artikel aus dem Jahr 2000!) kostet.

Ziehen Sie den Rollbalken nach unten und lesen Sie auch den zugehörigen Text. Wenn Ihr Computer in etwa diesen Anforderungen genügt (bei DK3OZ geht auch mit 90 MHz-Pentium und 16 MB RAM), klicken Sie auf "Installieren". Wählen Sie "Das Programm von diesem Ort ausführen" aus und bestätigen Sie mit der Returntaste. Beantworten Sie den darauf folgenden Warnhinweis mit "JA". Mit weiteren viermal NEXT und dann FINISH ist das Programm in einer oder zwei Minuten installiert.

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Der erste Start

Bild 2: Die Konfiguration     Bild 2: Die Konfiguration

Gehen Sie nun unter Windows 95/98 oder 2000 über START – PROGRAMME zum Startbutton von Jvcomm32. Das Programm wird gestartet. Wählen Sie die Sprache aus.

Zusammen mit einem Hilfefenster mit Hinweisen zur Demoversion öffnet sich das Fenster zur Konfiguration von JVComm. Normalerweise wurde die Soundkarte bereits gefunden und eingetragen. Nur die Schnittstelle, wo Sie später die PTT anschließen werden, muss noch ausgewählt haben. Wenn Sie einen schnellen Computer mit mehr als 200 MHz und mindesten 32 MB RAM haben, können Sie direkt "Use 11 kHz sampling rate" anhaken. Nach Bestätigung mit OK startet das eigentliche Programm. Wählen Sie in dem kleinen Fenster oben links, wo "none" drin steht, nun SSTV aus und schon öffnen sich ein paar weitere Fenster. Das Programm läuft.

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Der Empfang

Verbinden Sie nun den Lautsprecherausgang Ihres Empfängers mit dem "Line-In" der Computer-Soundkarte. Probieren Sie die Lautstärke des Transceivers und die Lautstärke des Line-In-Eingangs aus, ob Sie über die Computerlautsprecher etwas vom Empfänger hören können. Am besten stellen Sie direkt eine SSTV-Frequenz ein, zum Beispiel 14,230 MHz oder 3,730 MHz.

Bild 3: Line-In muss aktiv sein (kein Häkchen bei "Ton aus")

Bild 3: Line-In muss aktiv sein (kein Häkchen bei "Ton aus")

Es braucht aber noch kein SSTV-Signal zu sein. Sie müssen Kurzwellengeräusche hören können. Wenn Sie nichts hören, ist vielleicht der Line-In des Computers nicht für die "Aufnahme" aktiviert. Doppelklicken Sie auf das Lautsprechersymbol rechts unten und prüfen Sie, ob nicht bei Line-In der Ton ausgeschaltet ist (Bild 3).

Bild 4: Auch bei Aufnahme muss Line-In ausgewählt sein

Bild 4: Auch bei Aufnahme muss Line-In ausgewählt sein

Prüfen Sie nun noch, ob auch die "Aufnahme" aktiv ist. Klicken Sie auf "Optionen" im Lautstärkefenster (Bild 3) und dann auf "Eigenschaften" und prüfen Sie die Einstellung für Line-In, ob ein Häkchen vorhanden ist. Nun sollte man Signale aus den Lautsprechern des Computers hören können, wenn am Empfänger eine mittlere Lautstärke eingestellt ist.

Stellen Sie eine Frequenz um 14,230 MHz plus minus 5 kHz ein. Dort sind den ganzen Tag über SSTV-Stationen zu sehen. Wenn Sie dort ein eigenartig rhythmisches Signal hören, stellen Sie es so ein, dass die Töne ziemlich hell erscheinen. Im Spektrum sollten Signale zu sehen sein. Wenn dann in der Spektrumanzeige ein roter Balken erscheint, ist dies das Synchronisationssignal und Sie sind richtig auf der Frequenz (Bild 4)

Bild 5: Spektrumanzeige

Bild 5: Spektrumanzeige

Wenn im Empfangsfenster kein Bild erscheint, stellen Sie den Button mit dem Blitz auf "QRM-Mode". Dann startet die Wiedergabe auch ohne Startsignal, wenn Sie daneben auf "Force picture start" drücken. Sollte der Bildverlauf im Empfangsfenster schräg sein, können Sie mit den daneben auftauchenden Pfeiltasten eine Schräglaufkorrektur vornehmen. Vollständige Bilder werden automatisch im Fenster "Last received" dargestellt und im Verzeichnis "Last received" im Verzeichnis von JVComm gespeichert.

Bild 6: Eigene Bilder zur Auswahl        Bild 6: Eigene Bilder zur Auswahl

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Senden

Wenn Sie irgendwo auf der Festplatte schöne Bilder haben, die sich als Hintergrund für eine kurze Textinformation eignen, ziehen Sie diese Bilder mit Hilfe des Explorers einfach auf eine der fünf Seiten. JVComm macht sofort davon eine Kopie im Format 340 x 256 Pixel und legt diese auf dem Tablett ab. Im Bild 6 beispielsweise habe ich Autobilder aus einer Katalog-CD genommen und Bilder von Dampfloks von einem Bildschirmschoner. Dann habe ich noch ein paar eingescannte Fotos von der Station, meinen Antennen oder der Schneelandschaft gefunden.

Mit einem Doppelklick auf eines dieser Bilder wird das Bild auf 1 zu 1 vergrößert. Nun können Sie mit dem Textwerkzeug Ihren gewünschten Text in das Bild hinein schreiben. Wählen Sie möglichst große dicke Schrift, damit man die Information auch bei starkem QRM noch lesen kann, wie folgendes Beispiel zeigt.

Bild 7: SSTV-Bild als CQ-Ruf          Bild 7: SSTV-Bild als CQ-Ruf

Um senden zu können, benötigt man eine NF-Leitung, die das mit Hilfe der Soundkarte im Computer erzeugte Signal als Modulationssignal in SSB auf den NF-Eingang des Senders leitet. Aber Achtung! Das aus der Lautsprecherbuchse (Out) kommende Signal ist viel zu stark für den Mikrofoneingang. Besser geht es, wenn der Sender noch einen "Phonepatch-Eingang" oder einen entsprechenden "auxiliary" Signaleingang (AUX) an einer separaten Buchse hat. Der Lautsprecherausgang sollte mit einem Widerstand von 10 Ohm belastet werden und vor den AUX-Eingang kommt ein Widerstand mit Mikrofonimpedanz , zirka 500 Ohm.

Wenn Sie ein Bild aus dem Katalog mit Doppelklick vergrößert und mit Beschriftung versehen haben, können Sie dieses Bild aussenden, indem Sie auf "TX!" drücken (oben rechts). Ohne PTT-Steuerung müssen Sie Ihren Sender per Hand-PTT auf senden stellen. Achten Sie nun bei der Modulationsstärke darauf, dass der LC-Level nicht zu weit ansteigt, damit der Sender nicht übermoduliert wird. Bevor Sie auf Kurzwelle wirklich auf Sendung gehen, testen Sie am besten alles mit einem Freund aus der Umgebung, der mit Ihnen zusammen einmal SSTV probieren möchte.

Im QSO-Betrieb stellt man sich per Text im Bild mit Namen und QTH vor und gibt den Rapport nach dem RSV-System. R und S wie beim RST-System. Anstatt T wird V für Video-Übertragung verwendet. Der beste Wert ist 5. Die meist verwendeten Rapporte liegen bei RSV 595.

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PTT-Steuerung

Um nicht mit der Hand immer die PTT umschalten zu müssen, kann man ein Signal nutzen, das bei JVComm an der seriellen Schnittstelle abgegeben wird. Eberhard, DK8JV hat dem Programm ein ausführliches Handbuch mit einem Schaltplan dazu beigefügt, das Sie im JVComm-Verzeichnis finden..

Bild 8: Der Schaltplan für die Verbindung von Computer und Transceiver

© 03/2000 Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF

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www.amateurfunklehrgang.de

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