Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

Satellitentechnik

Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

Eckarts Lehrstunde aus Funk 11/1999

Thema: Satellitendaten aus der Mailbox

Möchten Sie auch gern einmal einen Amateurfunksatelliten hören? Haben Sie ein Satellitenbeobachtungsprogramm, das Ihnen anzeigt, wann und in welcher Himmelsrichtung welcher Satellit zu hören ist? Dann brauchen Sie nur noch die aktuellen Satellitendaten. Wie man sich diese aus der Packet-Mailbox holen kann, wird in dieser Lehrstunde beschrieben.

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Bild 1: Das Satellitenverfolgungsprogramm WinOrbit

Im Bild 1 ist ein typisches Satelliten-Trak-Programm dargestellt. WinOrbit ist wohl das bekannteste Windows-Programm, das kostenlos in den Mailboxen zu finden ist/war. Falls Sie kein solches Programm haben, können Sie es auf Sammeldiskette 24 vom Autor bekommen (Adresse und weitere Information am Schluss). In der Tabelle (links im Bild 1) werden die aktuellen Daten dargestellt. Im Bild daneben ist die Satellitenspur (trak) von drei Satelliten zu sehen. Es wurde gerade ein Modus gewählt, bei dem eine Vorschau zu sehen ist. Dabei wird schrittweise die Zeit jeweils um 30 Minuten (wählbar) vergrößert und ein entsprechender Punkt gezeichnet.

So ließ sich erkennen, dass das Raumschiff MIR am 2.9.1998 um 9:03 Uhr bei DJ4UF in Aachen gleich zu hören sein wird, denn die Elevation (senkrechter Bewegungswinkel der Antenne) beträgt nur noch –1 Grad. Ab 0 Grad wird MIR am Horizont aufgehen. Die Frequenzangabe für die Bake finden Sie in der Tabelle. In diesem Bild ist gleichzeitig auch dargestellt, welcher Bereich der Erde hell (Sonne) und welcher dunkel ist. In Südamerika geht hier gerade die Sonne auf.

nach obenDaten aus der Mailbox

Die Berechnungen dieses Programms können nur ganz genau sein, wenn die Daten des Satelliten immer wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden. Zweimal wöchentlich gibt die NASA entsprechende Satellitendaten heraus, die von der Rundspruchstation W1AW dann im Amateurfunk und auch im Internet verbreitet werden. Diese Daten heißen Keplerelemente. Sie werden dann auch von einigen Funkamateuren aus dem Internet geholt und in die Mailboxen gespielt. Man findet sie in den Mailboxen üblicherweise in einem Verzeichnis \KEPLER.

 

Bei DB0PV-8 in München beispielsweise sind die Daten im Verzeichnis \SPACE\KEPLER, bei DB0ACH-8 in Aachen unter \SAT\KEPLER.

Bild 2: Hier findet man die aktuellen Keplerdaten bei DB0PV

Diese Keplerelemente werden für jeden Satelliten als zweizeilige Zahlenkolonnen dargestellt, englisch: "two-lines" oder "2Lines", abgekürzt mit TLE oder 2LI. Wenn Sie aus der Mailbox die neuesten Daten haben möchten (na klar!), dann achten Sie auf die Tagesangabe. Day=243 bedeutet, dass es der 243.Tag des Jahres ist. Im Bild 2 würde ich mir die Datei 3102 von DL7OL holen, denn es sind alle Satellitendaten der NASA vom Tage 244.

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Bild 3: Die NASA Keplerdaten (2-Lines) mit einem Editor dargestellt

Im Bild 3 sind solche Keplerdaten im Zweizeilenformat (2-Lines) zu sehen. Eine kurze Erläuterung der Bedeutung dieser Elemente finden Sie im Bild 4.

Bild 4: Bedeutung der einzelnen Ziffern der Keplerdaten

Die beiden Zeilen werden mit den Ziffern 1 und 2 und der Katalognummer des Satelliten gekennzeichnet. MIR hat also die Katalognummer 16609. Aus dem nächsten Block erkennt man das Alter des Satelliten. MIR ist aus dem Jahr 1986. Dann kommt eine wichtige Zahl, die das Alter der Keplerdaten beinhaltet. Ich habe hier zum Vergleich die Daten von MIR aus verschiedenen Jahren dargestellt. Im oberen Block Zeile 1 finden Sie 97280 und im Block darunter 98237. Die ersten beiden Ziffern sind die Jahreszahl, also oben 1997 und unten 1998. Die dreistellige Ziffer danach gibt den Tag des Jahres an, also oberer Block 280ster und unten 237ster Tag des entsprechenden Jahres. Zu dieser "Epochetime" gehören auch noch die folgenden Ziffern der Stunden, Minuten und Sekunden.

Die fünf Ziffern vor der allerletzten Ziffer (KKKKK) ergeben auch einen Hinweis, welche Daten die neueren sind, denn hier wird die Umlaufnummer dargestellt, also oben Umlauf 66454 und unten Umlauf 71486. Alle anderen Daten sind für die Berechnung der Umlaufbahnen wichtig.

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Einfügen in das Programm

Haben Sie sich die Datei aus der Mailbox geholt und als Datei auf der Festplatte abgespeichert, suchen Sie sich diese Datei und laden sie diese in einen Editor. Bei Windows 95 brauchen Sie beim Explorer nur auf die Datei doppelklicken (oder rechte Maustaste: Öffnen wählen) und schon öffnet sich Notepad mit der entsprechenden Datei. Entfernen (löschen) Sie nun die oberen Zeilen, die keine Daten darstellen und die letzten Zeilen, die von der Mailbox noch übertragen worden sind und speichern Sie die Datei wieder ab. Wenn Sie WinOrbit als Satellitenprogramm verwenden, speichern Sie die Datei direkt unter dem Namen DATABASE.2LI ab.

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Bild 5: Die Keplerdaten-Datei aus der Mailbox im Zweizeilen-Format (2-Lines 2LI, Two-Lines TLE)

Nun müssen Sie herausfinden, unter welchem Namen bei Ihrem Bahnverfolgungsprogramm diese Keplerdaten abgelegt wurden. Bei WinOrbit findet man die Datei im Unterverzeichnis \DATABASE\SAT unter dem Namen DATBASE.2LI (siehe Bild 5). Beim DOS-Programm TRAKSAT heißt die Datei TLE.TXT (Two-Lines). Diese Datei sollten Sie nun in den Papierkorb befördern (man kann sie dort ja auch wieder herausholen). Merken Sie sich den Dateinamen! Dann verschieben Sie Ihre neu bearbeite Datei dorthin und geben ihr den gleichen Namen, wie die eben gelöschte Datei. Fertig!

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nach obenBild 6: Die Suche der Datei mit den Keplerdaten

Wenn Sie jetzt das Programm starten und bei WinOrbit beispielsweise sich unter "Functions – Show Keplerian Elements" diese Daten anschauen, können Sie erkennen, ob das die neuen aktuellen Daten sind (Bild 7).

Bild 7: Die Keplerelemente bei MIR

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  Webmaster und Autor Eckart K. W. Moltrecht