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Eckarts Lehrstunde funk 5/1999
Thema: RX-Cluster
Am 1. Januar diesen Jahres erschien in allen Mailboxen ein neues
Amateurfunk-Programm von Robert Chalmas,HB9BZA - RX-Cluster für Windows 95/98/NT. Mit
diesem Programm kann man den Packet Radio Funkverkehr abhören und nach DX-Meldungen
sortieren lassen, ohne mit dem Digipeater connectet sein zu müssen. Wozu soll das gut
sein, wenn man sich doch als lizenzierter Funkamateur auch direkt mit einem Cluster
verbinden kann? Das soll in dieser Lehrstunde einmal das Thema sein.

rchalmas.users.ch/rxclus/download.htm
Bild 1: RXCLUS ist ein Packet-Programm von Robert
Chalmas, HB9BZA
Was ist ein DX-Cluster?
Die meisten Funkamateure benutzen das moderne Informationssystem Packet Radio. Außer
den Digipeatern, die nur die Nachrichten weiterleiten, gibt es beim Packet Radio
Mailboxen, die die Nachrichten speichern und DX-Cluster für den Austausch von
DX-Aktivitäten auf den Amateurfunkbändern, jedoch im Gegensatz zu den Mailboxen zeitnah.
Eingegebene Meldungen werden sofort an alle angeschlossenen Stationen und DX-Cluster
weitergegeben.
Funkamateure, die am DX-Cluster-Nachrichtenaustausch interessiert sind, loggen sich bei
einem Cluster ein und geben damit bekannt, dass sie an DX-Informationen interessiert sind.
Jeder angeschlossene Funkamateur wird nun nach einem bestimmten System eine Meldung an das
Cluster abgeben, wann und auf welcher Frequenz er eine bestimmte DX-Station gerade gehört
oder gearbeitet hat. Diese Nachricht wird sofort an alle angeschlossenen Stationen
verteilt. Wenige Minuten später also weiß man, wo sich ein "seltener Vogel"
gerade aufhält (Bild 2).

Bild 2: Aktuelle DX-Meldungen werden von einem Cluster verteilt.
Beim normalen Clusterbetrieb kommt es gelegentlich vor, dass man "abgehängt"
wird, wenn man selbst keine Meldungen in das Netz einspeist oder wenn die Linkstrecke
nicht besonders gut ist.
RX-Cluster
Robert Chalmas, HB9BZA, hat schon vor Jahren ein Programm entwickelt, das es erlaubt,
den Funkbetrieb über einen Digipeater abzuhören und die DX-Informationen
herauszufiltern, ohne ein Cluster connecten zu müssen. Es war ein reines DOS-Programm.
Seit dem 1.1.99 gibt es die Windows-Ausführung dieses Programms als 32-Bit-Version für
Windows 95/98 und Windows NT. Allerdings kann das Programm bisher nur ein TNC steuern,
kein Modem allein (Baycom usw.). Dieses Programm ist wieder Hamware für den Funkamateur,
was bedeutet, dass es kostenlos ist, man sich nicht zu registrieren braucht. Das Programm
darf weitergegeben werden, wenn dafür außer anfallenden Portokosten und Diskettenkosten
keine weiteren "Gebühren" verlangt werden. Bezugshinweise finden Sie am Schluss
dieser Lehrstunde.
Wenn man im Einzugsbereich eines oder mehrerer Digipeater wohnt, braucht man das
Programm nur zu starten und man kann den gesamten Funkverkehr im Monitorfenster mitlesen.
Ist ein Funkamateur mit diesem Digipeater verbunden, der mit einem Cluster connectet ist,
kann man auch die DX-Meldungen sehen. Das Besondere an dem Programm nun ist, dass RXCLUS
diese DX-Meldungen ausfiltert und in einem DX-Fenster separat darstellt (Bild 2).

Bild 3: Die integrierte DXCC-Länderliste

Bild 4: Auch die Liste der IOTA (Islands On The Air - Inseln mit
Funkbetrieb) ist auf dem neuesten Stand.
Aber nicht nur das! Im Programm integriert ist eine DXCC-Länderliste
(Bild 3), die man für den eigenen Bedarf mit seinen gearbeiteten oder bestätigten
Verbindungen (Calls) ausfüllen kann. Dann durchsucht RXCLUS bei jeder Meldung, ob es ein
neues Land (DXCC) oder eine neue Insel (IOTA-Diplom, Bild 4) ist und meldet dies
gegebenenfalls durch eine akustische Meldung und eine rote Farbe im DX-Fenster. Trägt man
bei "Status" ein "A" ein, bedeutet dies, dass das Land oder die Insel
schon anerkannt worden ist oder mit "C", dass eine Bestätigung (QSL) vorliegt
und keine besondere Meldung nötig ist.
Man kann für die Anzeige im DX-Fenster oder die akustische Meldung selbst Filter
setzen. Dies bedeutet, dass man auswählen kann, welche DX-Informationen angezeigt und
welche mit einem zusätzlichen akustischen Hinweis gemeldet werden sollen (Bild 5). Die
Einstellung erfolgt unter "Optionen" vom Programm aus.

Bild 5: in RXCLUS lassen sich "Filter" setzen.
Die Installation
Die Installation des Programmes ist recht einfach. Wenn Sie das Programm
aus dem Internet holen (Adresse siehe Bild 1), erhalten Sie es in gepackter Form.
Entpacken Sie es (z.B. mit PKUNZIP oder WinZIP) in einem leeren Verzeichnis. Fertig.
Erhalten Sie es als Sammeldiskette von DJ4UF, ist es schon entpackt und Sie brauchen nur
alle Dateien in ein leeres Verzeichnis zu kopieren. Fertig!
Starten Sie die Datei RXCLUS70.EXE und stellen Sie unter Optionen - Registerkarte
"Seriell" die gewünschte Schnittstelle (COM1, COM2 usw.) und die Baudrate zum
TNC ein (Bild 6). Fertig!
Bild 6: Einstellung der seriellen Schnittstelle
Nehmen Sie mit Hilfe eines Editors (z.B. Notepad) in der Datei TNC.INI die Doppelkreuze
vor den Zeilen MONITOR ON und FLOW ON weg, damit diese aktiviert werden. Geben Sie
gegebenenfalls Ihr Rufzeichen dort ein. Nun müssten Sie nach einem Neustart des Programms
im Monitorfenster schon Funkverkehr sehen können.
Wenn nicht, prüfen Sie folgende Möglichkeiten.
- Sind Sie auf einer Packet-Frequenz und hören Sie dort Packet-Signale? Reagiert die
DCD-Anzeige?
- Schalten Sie das TNC aus und wieder ein. Dann gehen Sie mit der Maus ins untere
Befehlsfenster und schalten den Monitorbetrieb des TNC ein mit "[ESC-Taste] m
uisc" (Bild 7). Um in den Kommando-Modus zu schalten, muss man je nach TNC-Firmware
entweder die Escape-Taste drücken oder mit STRG-C umschalten.
- Überprüfen Sie die Einstellungen der seriellen Schnittstelle (Bild 6)! Ist die
Baudrate zum TNC richtig eingestellt?

Bild 7: Im Monitorfenster können unten im schmalen
Sendefenster
Packet- und TNC-Befehle eingegeben werden.
Packetbetrieb
Mit RXCLUS lässt sich auch normaler Packet-Sendebetrieb durchführen. Wenn keine
Station auf der Frequenz mit einem Packet-Cluster verbunden ist, kann man sich selbst zu
einem Cluster connecten.
Dazu sollte das Rufzeichen in der TNC.INI eingetragen sein. Oder Sie geben es durch
einen TNC-Befehl direkt in den TNC ein ([ESC] i DJ4UF als Beispiel). Überprüfen Sie die
Einstellungen von TX-Delay ([ESC] t) und connecten Sie sich dann mit "[ESC] c
db0ach", bzw. Ihrem Digipeater. Wenn Sie connectet sind, können Sie den Monitor mit
"[ESC] m n" ausschalten, damit Sie nur Ihre Meldungen auf dem Bildschirm sehen.
RX-Cluster (RXCLUS) kann und will kein Ersatz sein für ein gutes
Packet Radio-Programm. Aber so kann man schnell mal seine Nachrichten aus der Box lesen
oder sich selbst mit einem Cluster verbinden, ohne erst ein anderes Programm starten zu
müssen.
Clusterbetrieb
Wenn keine Station auf der Frequenz ist, die mit einem Cluster verbunden ist, könnten
Sie versuchen, die Cluster-Interlinkstrecken im 23-cm-Band abzuhören, wenn Sie im
Einzugsgebiet einer solchen Übertragungsstrecke wohnen. Oder Sie können sich mit RXCLUS
selbst mit einem Cluster verbinden. Connecten Sie zunächst Ihren Einstiegsdigi und von
dort den nächsten Cluster, beispielsweise DB0SPC in Mainz mit c db0spc.
Als Neubenutzer erhalten Sie einen Hilfetext, der beschreibt, welche Möglichkeiten der
Cluster bietet, zum Beispiel Weiterleitung der DX-Meldungen an alle angeschlossenen
Stationen, Berechnung der Antennenrichtung zu einem gewünschten DXCC-Land, Informationen
über Präfixe und vieles andere mehr. Dann werden Sie aufgefordert, Ihren Namen und Ihr
QTH einzugeben. Nun sind Sie dem System bekannt und werden bei Ihren nächsten Besuchen
beim Cluster mit Ihrem Namen begrüßt. Sie erhalten nun schon alle Meldungen, die dem
Cluster gemeldet werden.
Als nächstes sollten Sie den Befehl "dir/own" eingeben. Es wird Ihnen
angezeigt, welche Nachrichten für Sie in Ihrem "Briefkasten" stehen und unter
welcher Mitteilungsnummer sie abzurufen sind. Sie erhalten die Mitteilung, dass die
Meldung mit der Nummer 155 von DJ4UF für Sie angekommen ist. Lesen können Sie diese mit
dem Befehl "read 155" (r 155 genügt). Nach dem Lesen sollten Sie mit "del
155" die Mitteilung löschen.
Eine andere Form des DIR-Befehls lautet: "DIR/NEW" Hierbei werden alle
Mitteilungen, die seit Ihrem letzten Einloggen für alle Stationen vom Cluster gesammelt
wurden, angezeigt. Hier finden Sie unter anderem Mitteilungen über DX-Expeditionen,
QSL-Informationen, Cluster-Infos und so weiter. Merken Sie sich die Nummern der für Sie
interessanten Meldungen und lesen Sie diese mit "read <NR>" aus.
Alle aktuellen Informationen erhalten Sie mit dem Befehl "show",
Schrägstrich und einem oder mehreren Parametern. Mit "show/dx" (abgekürzt
sh/dx) erhalten Sie die letzten neuen DX-Meldungen mit Informationen über die Frequenz,
Rufzeichen, eventuell QSL-Informationen, dem Rufzeichen der meldenden Station und der
Uhrzeit der Meldung. Der sh/dx-Befehl lässt sich mit der Angabe von weiteren Parametern
sinnvoll erweitern. Möchten Sie nur Meldungen von einem bestimmten Band, z.B. dem
20-m-Band abrufen, so geben Sie "sh/dx 20" ein.
Eine bestimme Station suchen Sie mit "sh/dx Call". Angenommen, sie suchen
eine Station von den Fiji-Inseln, möchten also wissen, wann und zu welchen Zeiten von
dort Stationen gehört wurden, so geben Sie ein: "sh/dx 3D2*". Als Ausgabe aus
dem Cluster erhalten Sie alle Stationen, die in der letzten Zeit von dort gesendet haben.
Nachdem Sie eine Station gearbeitet haben, könnte folgender Befehl für Sie sehr
nützlich sein: "sh/qsl Call", wobei Sie für Call natürlich das entsprechende
Rufzeichen angeben. Sie erhalten die Informationen über den QSL-Manager und, falls
vorhanden, auch dessen Adresse. Nun viel DX mit dem RX-Cluster-Programm!
Übrigens: RXCLUS kann die meisten erwähnten Berechnungen selbst durchführen, wie
Berechnung der Antennenrichtung, Informationen über Präfixe, lokale Zeit,
Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten und so weiter.
Satellitenbetrieb
Da man mit dem Programm RX-Cluster auch senden kann, sind selbstverständlich alle
Packet-Betriebsarten möglich. Ob Sie mit 1200 Baud (1K2) oder mit 9600 Baud (9K6)
arbeiten, entscheidet allein die Einstellung im Terminal Controller (TNC). Auch
Packet Radio über Satellit ist selbstverständlich möglich.
Ich habe mir einmal mit dem Tracking-Programm WinOrbit (Sammeldiskette DJ4UF A24) und
den aktuellen Keplerdaten aus der Mailbox einen Umlauf von MIR angesehen. Auf der Frequenz
145,985 MHz (ich konnte nur 145,9875 MHz im 12,5-kHz-Raster einstellen) ist R0MIR im
2-m-Band in Simplex betriebsbereit. Bei einem Direktüberflug ist R0MIR mit S9 an einer
Groundplane (XP50) zu hören.

Bild 8: Satellitenbetrieb mit WinOrbit und RX-Cluster (RXCLUS)
Man kann MIR als Digipeater benutzen. Dazu braucht man R0MIR gar nicht zu
connecten, sondern man schaut sich die Rufzeichen im Monitorbildschirm an und versucht
dann eine Station via R0MIR zu connecten, beispielsweise mit "c sq4gxw r0mir".
Dann kann man mit diesem OM bis zu 15 Minuten QSO fahren, bis MIR hinter dem Horizont
verschwindet (Bild 8).

Bitte weitersagen:
www.amateurfunklehrgang.de
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