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Eckarts Lehrstunde aus Funk 7/1999 - überarbeitet 08/2003
Thema: PSK31 mit der Soundkarte unter Windows
Bild 1: Das Programm PSK31SBW mit Wasserfall-Anzeige
Haben Sie einen SSB-Transceiver und einen Computer mit Windows mit einer Soundkarte? Dann machen Sie mit!
Sie werden begeistert sein von diesem neuen QSO-Gefühl auf Kurzwelle. Man
kann mit geringsten Leistungen und einfachen Antennen DX machen und sich per
Computertastatur richtig nett unterhalten.

1. Programm besorgen
Zunächst benötigen Sie das kleine Programm von Peter Martinez, G3PLX, dem Entwickler
dieser Betriebsart. Der kürzeste Weg ist
www.psk31.com .
Über die Homepage des DARC www.darc.de ist auch ein
Link zu PSK31 geschaltet. Wenn Sie kein Internet haben, holen Sie sich das Programm aus
der Packet Radio Mailbox.
Besorgen Sie sich bei dieser Gelegenheit noch das Zusatzprogramm PSKGNR (PSK Frontend)
von WD5GNR zur komfortableren Bedienung des eigentlichen PSK-Programms PSK31SBW von G3LPX.
Damit kann man zum Beispiel vorgeschriebene Texte in englischer Sprache definieren, die
man mit Mausklick aussenden kann, wie Vorstellung oder Stationsbeschreibung und so weiter.
Ferner hat man ein Vorschreibfenster.
2. Programm installieren und einrichten
Die Installation ist sehr einfach. Wenn Sie das Programm aus dem Internet oder der
Packet Radio-Mailbox haben, brauchen Sie es nur zu "entzippen" und die vier
Dateien PSK31SBW.EXE, PSK31SBW.HLP, ALPHABET.TXT und VERSIONS.TXT in ein Verzeichnis zu
kopieren - fertig. Von meiner Sammeldiskette A48 kopieren Sie die vier Dateien von der
Diskette in ein beliebiges Verzeichnis auf die Festplatte.
Nun muss das Programm noch eingerichtet werden. Starten Sie das Programm
PSK31SBW.EXE. Es meldet sich mit folgender Warnung:
Bild 2: Warnung beim ersten Start
Die Abtastrate der Soundkarte muss zumindest eingestellt werden. Nach
Klicken auf OK meldet sich das eigentliche Programm. Klicken Sie auf den Menüpunkt Setup.
Es meldet sich folgendes Optionsfenster (Bild 3).
Bild 3: Das Optionsfenster beim ersten Aufruf
Für reinen Empfangsbetrieb brauchen Sie nur die Abtastrate der Soundkarte
(Sample Rate) auf beispielsweise 8000 zu setzen. Alles andere kann zunächst so bleiben.
OMs mit schnelleren Computern (ab ca. Pentium 100 MHz oder höher) können die Abtastrate
auf 11025 kHz und das Filter der DSP-Soundkarte auf schmal (Narrow Filter) setzen, wie ich
es getan habe (Bild 4).
Bild 4: Optionen für schnellere Computer
Sollte sich das Programm bei diesen Einstellungen "aufhängen", weil der
Prozessor zu langsam ist, muss man die neu entstandene PSK31.INI vor dem Neustart des
Programms löschen. Dann kann man die Werte wieder neu setzen. Besonders die Option
"Narrow Filter" benötigt viele Ressourcen.

3. Anschließen der Soundkarte für Empfang
Stellen Sie nun eine Verbindung her zwischen dem Lautsprecher- oder Kopfhörerausgang
Ihres Empfängers zum Line-In-Eingang der Soundkarte. Verbinden Sie beide Eingänge beim
Klinkenstecker parallel, damit Sie das Signal aus beiden Lautsprechern hören. Verwenden
Sie abgeschirmtes NF-Kabel, um HF-Einstreuungen beim Sendebetrieb zu vermeiden.
Nun muss die Aufnahmemöglichkeit der Soundkarte noch freigegeben werden.
Doppelklicken Sie bei Windows 95 / 98 rechts unten auf das Lautsprechersymbol, so dass das
Fenster mit dem Soundmixer (Summe) erscheint. Wenn Line-In nicht angezeigt wird, wählen
Sie "Optionen Eigenschaften" und klicken Sie auf "Aufnahme"
(Bild 5) . Setzen Sie das Häkchen bei Line-In. Klicken Sie auf OK. Nun müsste im
Mixerfenster Line-In einstellbar sein, wenn das Häkchen bei "Wählen" gesetzt
ist.
Bild 5: Der Line-In-Eingang der Soundkarte muss für Aufnahme aktiviert
werden.
Nun lesen Sie in Funk 4/99 auf Seite 16 die "Tips zum Empfangen", die Nils
Schiffhauer in seinem Bericht angehängt hat. Hier eine stichwortartige Zusammenfassung:
- Stellen Sie eine möglichst schmale ZF-Bandbreite ein.
- Zunächst AFC ausgeschaltet lassen, RX frequency bei 1000 Hz lassen.
- Am Empfänger möglichst genau abstimmen, bis im Wasserfall-Display unterhalb des
Kreises ein weißer Streifen (Wasserfall) genau in der Mitte steht und die Linien im Kreis
die Farbe von rot nach gelb wechseln (Bild 1 - links unten).
- Feintuning anhand der Phasenanzeige in 1-Hz-Schritten im Fenster "Rx Freq".
Der gelbe Strich im Kreis muss möglichst senkrecht stehen.
- AFC einschalten.
Falls im Wasserfallsignal rote Streifen auftreten, ist der Eingang der Soundkarte
übersteuert. Drehen Sie in diesem Fall am Empfänger die Lautstärke leiser oder mit
Hilfe des Windows-Mixers den Line-In Eingangspegel herunter.

4. Anschließen der Soundkarte für Sendung
Das phasengeschaltete Tonsignal (PSK = phase shift keying) wird mittels Soundkarte
erzeugt. Wenn Sie die Einfügemarke in das Sendefenster stellen und dort etwas schreiben
oder einfach nur die Returntaste drücken, hört man einen Ton aus den Lautsprechern des
Computers (Soundkarte). Mit diesem Tonsignal moduliert man nun den Sender.
Achtung!
Schließen Sie nicht direkt das Signal aus dem Ausgang der Soundkarte an den
Mikrofoneingang des Senders an.
Dies hätte eine unweigerliche Übersteuerung des SSB-Senders zur Folge. Dadurch
entsteht ein sehr breites Signal, das die Nachbarstationen auf dem Band stark stören
kann.
Der Ausgangspegel bei der Soundkarte liegt im Volt-Bereich, benötigt werden am
Mikrofoneingang des SSB-Senders etwa 10 Millivolt. Also müssen Sie einen Spannungsteiler
aus beispielsweise 100 Kiloohm (in Reihe) zu 1 Kiloohm (parallel) dazwischen schalten.
Wenn Ihr SSB-Sender außer dem Mikrofoneingang einen zusätzlichen Modulationseingang hat,
liegt dieser Pegel bei etwa 100 bis 500 Millivolt. Hier genügt dann ein Spannungsteiler
10 Kiloohm zu 1 Kiloohm.
Löten Sie das NF-Kabel entweder an den linken oder den rechten Ausgang an den
Stereo-Klinkenstecker oder direkt an das herausgeführte Lautsprecherkabel an (aber nicht
gleichzeitig an beide Ausgänge - Kurzschluss!) und führen Sie es zu dem Spannungsteiler,
der sich direkt vor dem Sender-Modulationseingang befinden sollte. Vielleicht können Sie
die kleinen Widerstände noch in den Mikrofonstecker mit einbauen?
Wenn Sie den SSB-Sender auf das obere Seitenband (USB) und auf VOX-Betrieb stellen,
können Sie nun schon senden. Achten Sie darauf, dass der ALC-Level beim Senden kaum
ausschlägt - möglichst gar nicht. Senden Sie lieber mit geringster Leistung (10 Watt
genügen vollauf!), als den Sender zu übersteuern. Sie können die NF-Aussteuerung auch
dadurch regeln, dass Sie am Soundkarten-Mixer von Windows die Lautstärke verstellen.
Wenn Sie den separaten NF-Modulationseingang des Senders benutzen, ziehen Sie das
Mikrofon heraus, damit man nicht die Raumgeräusche mithören kann. Und schalten Sie nicht
einen Sprachkompressor (speech processor) ein, der das Signal verfälscht und zu
wesentlich größerer Sendebandbreite führt!
Lesen Sie die "Tips zum Senden" auf Seite 16 der funk 4/99, was
die Einstellung von AFC und NET betrifft.

5. PTT-Steuerung
Um von Empfang auf Sendung umzuschalten, kann man auch die PTT-Steuerung des Senders
benutzen. Beim PSK31SBW-Programm wird - wie bei anderen Programmen auch (JV-Com für SSTV)
das RTS-Signal oder das DTR-Signal der COM-Schnittstelle gesteuert. Dieses Signal (High-
oder Lowpegel, 5 V oder 0 V) kann man benutzen, um den Sender zu steuern.
Allerdings liefern diese Pins nur minimalen Strom, so dass ein kleiner
Verstärker (Transistor oder FET) dazwischen geschaltet werden muss. Den Transistor
schließt man mit Kollektor (Drain beim FET) an den PTT-Anschluss und mit Emitter (Source
beim FET) an Masse und über einen 10-Kiloohm-Widerstand (plus Schutzdiode) gibt man das
Signal von Pin 7 des 9-poligen SUB-D-Steckers DB9 (bzw. Pin 4 oder Pin 20 beim DB25) auf
die Basis bzw. das Gate eines FET. Den Transistor kann man direkt in das Gehäuse des
COM-Steckers einbauen.
Bild 6: Die Schaltung mit Feldeffekt-Transistor zur PTT-Steuerung
Wer bereits einen solchen Anschluss für JVComm (SSTV) hat oder ein Modem mit
PTT-Steuerung besitzt (z.B. Simpel-Modem), der kann diese Schaltung ohne
Veränderung direkt verwenden.
© 1999 & 2003 Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF

Bitte weitersagen:
www.amateurfunklehrgang.de
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