„Plug-&-Play“
Packet Radio mit eingebautem TNC von Eckart K. W. Moltrecht,
DJ4UF aus FUNK 09/2003 Mit „Plug-&-Play“
(reinstecken und spielt) kennzeichnet man in der Computertechnik
Zusatzgeräte oder Steckkarten, die von dem Betriebssystem
(Windows oder Linux) nach dem Reinstecken selbst erkannt werden und
sich dann die nötigen Treiber fast von selbst installieren.
Damit ist das Gerät dann sofort betriebsbereit. Gilt dies
wirklich für den Packet Transceiver PR430 in entsprechender
Weise? Das wollte ich gern wissen und bekam über den Verlag
ein Mustergerät für diesen Versuch zur
Verfügung gestellt.  Bild:
So klein ist der Transceiver. Beim Kaffeetrinken packte ich das kleine
Päckchen aus. Da war ich ganz schön
überrascht: So klein ist der Transceiver! Und dieses
Gerätchen soll auch einen TNC enthalten? Mein TNC ist ja
allein mehr als doppelt so groß. Dabei dachte ich bisher
immer, dass ich in der Kombination mit dem selbst gebauten T7F und dem
gekauften TNC2H eine recht kleine Packet Radio Station hätte.
Nun war ich sehr gespannt:
„Reinstecken und spielt“? Soll ich es wagen,
einfach so: 12 Volt, Antenne und serielles Kabel
anschließen. Was passiert dann? Ich tat es. Nichts passierte
am Computer. Am PR430ging die LED für PWR an und die
Connect-LED blinkte. Will der Transceiver schon einen Connect aufbauen?
Woher soll er denn die Frequenz wissen? Ich las die Kurzanleitung, die
WiMo beigefügt hatte. Aha, also doch ein Programm selbst
installieren! Die beigefügte CD hatte ich vorsichtshalber
schon in den Computer gesteckt. 
Bild: Packet Stationen im
Größenvergleich Über die serielle Schnittstelle
installieren kann auch nicht gehen. Das weiß ich ja! Dies
funktioniert allenfalls über den USB-Anschluss. Nun gut! Unter
dem Punkt Software-Installation steht ja in der Kurzanleitung, was man
tun muss. Allerdings war diese Anleitung wohl älter als die
Software und stimmte schon im ersten Punkt nicht mit den
Möglichkeiten überein: „Flex32zip.exe zum
Entpacken des Programms aufrufen“. Die Datei heißt
nur „Flex.exe“, ohne ZIP. Ich rief diese Datei auf
und es passierte nichts. FlexNet
installieren Kann
auch gar nicht! Denn diese Datei will sich in dem Verzeichnis
entpacken, in dem man sie aufgerufen hat. Auf einer CD lässt
sich aber nichts speichern. Erst muss man diese Datei in ein (leeres)
Verzeichnis auf die Festplatte kopieren und dort aufrufen.
Natürlich wusste ich das, aber viele Leser wissen dies
vielleicht nicht. Deshalb wollte ich zum Testen alles so machen, wie es
in der Anleitung steht. Also bitte! Legen Sie auf Ihrer Festplatte ein
neues Verzeichnis an und kopieren Sie die Datei Flex(.exe) dort hinein.
Kopieren
mit „Drag & Drop“
Hier
eine Kurzanleitung für diejenigen, die nicht wissen, wie man
eine Datei von der CD in ein neues Verzeichnis auf die Festplatte
kopiert. Klicken
Sie mit der rechten Maustaste auf START in der Windows-Taskleiste.
Wählen Sie EXPLORER. Im Explorerfenster sieht man auf der
linken Seite die Ordnerstruktur. Klicken Sie auf das Laufwerk und auf
den gewünschten Ordner. Bei mir ist es das Laufwerk D und der
Ordner AFU. Klicken Sie in der rechten Fensterhälfte mit der
rechten Maustaste hinein und wählen Sie NEU und dann Ordner.
Wählen Sie als Namen für den neuen Ordner
„FlexNet“ (Groß-/Kleinschreibung
beliebig). Klicken
Sie nun in der linken Fensterhälfte des Explorers auf Ihr
CD-ROM-Laufwerk. Bei mir ist es Laufwerk E und es trägt bei
eingelegter CD den Namen „PR430“. Im rechten
Fenster des Explorers sehen Sie nun vier Ordner. Wählen Sie
„Flex 32“! In diesem Ordner finden Sie einen
weiteren Ordner und eine Datei mit dem Namen Flex (oder Flex.exe, wenn
Sie beim Explorer unter Optionen das Häkchen für:
„Bekannte Dateinamensänderungen
ausblenden“ weggenommen haben). Diese Datei klicken Sie mit
der linken Maustaste an, halten die Maustaste fest und schieben den
Mauszeiger in die linke Explorerhälfte auf den neu erstellten
Ordner FlexNet.
 Kopieren
mit „Drag & Drop“
Klicken Sie nun auf den
Ordner FlexNet. Die Datei müsste jetzt als Kopie in dem Ordner
sein. Doppelklicken Sie auf die Datei Flex.exe (oder Flex). Automatisch
entstehen jede Menge Dateien in diesem Ordner. Nun können Sie
die Datei „Flex.exe“ bitte wieder löschen.
Sie haben ja das Original auf der CD. FlexNet-Treiber konfigurieren
In dem Ordner FlexNet befindet sich eine
Datei mit der Bezeichnung FLEX-CTL(.exe). Starten Sie diese mit einem
Doppelklick im Explorerfenster. Es öffnet sich das FlexNet Control Center. Folgen Sie nun der
Beschreibung in der mitgelieferten Kurzanleitung.
 Die
Parameter werden eingestellt Wählen Sie -> Tools ->
Parameters! Doppelklicken Sie in dem Fenster auf „Channel 0“. Daraufhin
öffnet sich „Select
Driver for Channel
0“. Wählen Sie mit einem Doppelklick den Treiber
PR430. Nun steht unter Channel
0 mit einem blauen Fragezeichen unter „Driver“
PR430. Um den Treiber zu aktivieren, muss noch die Schnittstelle
ausgewählt werden. Doppelklicken Sie nochmals auf Channel 0 und wählen Sie
Ihren COM-Port, also die Schnittstelle, wo Sie das serielle Kabel zum
PR430 angeschlossen haben. Stellen Sie unter TXDELAY noch einen Wert
von 2 ein. Wenn es damit Connectprobleme bei Ihrem Einstiegsdigi gibt,
können Sie den Wert später eventuell
erhöhen. Nach dem Klick auf OK sollte kurz danach das blaue
Fragezeichen verschwinden und die rechte grüne LED am PR430
sollte nun nicht mehr blinken. Dies signalisiert, dass die
Kommunikation zwischen FlexNet und dem PR430 funktioniert.
Transceiver starten
Nun können Sie probieren, ob der
Transceiver funktioniert. Sie müssen natürlich eine
entsprechende Antenne angeschlossen haben. Starten Sie in dem Ordner
FlexNet die Datei PR430(.exe)! Auf dem Bildschirm des Computers
müsste nun eine Bedienoberfläche für den
Transceiver zu sehen sein.  Bedienoberfläche
auf dem Computer Links
oben steht (hoffentlich!) eine Frequenz. Mit Hilfe der Pfeiltasten auf
der Tatstatur (!) oben/unten können Sie die Frequenz
im 12,5-kHz-Raster verstellen. Stellen Sie eine Frequenz ein, auf der
sich ein Digipeater in Ihrer Nähe befindet. Wenn Sie die
Frequenz nicht kennen, können Sie auch einfach den
Frequenzbereich zwischen 437 bis 440 nach Signalen durchsuchen. Die
meisten Digis liegen im Bereich kurz über 438 MHz. Wenn die
Balkenanzeige rechts (S-Meter) etwas anzeigt, stoppen Sie. Es sollten
im unteren Fenster „Datenpakete“ durchlaufen.
Sie können das
Signal auch hörbar machen, wenn Sie in der Betriebsart im
kleinen Fenster rechts auf FM klicken. Wenn Sie eine Soundkarte haben
und Lautsprecher angeschlossen sind, hören Sie die Packet
Signale. Wenn es hörbare Töne sind, schalten Sie auf
die Betriebsart AFSK (1k2). Wenn es sich mehr nach
„Rauschimpulsen“ anhört, ist es 9K6 und
Sie stellen die Betriebsart FSK ein. Übrigens: Wenn Sie in der
Betriebsart FM einen normalen Repeater einstellen, können Sie
sogar die Sprache verstehen. Normalerweise arbeiten die Digipeater mit einem
Frequenzversatz zwischen Empfang und Senden von 7,6 MHz. Der Digi
sendet oberhalb. Stellen Sie deshalb -7,6 MHz Shift
ein, indem Sie solange in das kleine linke Fenster klicken, bis -7,6
angezeigt wird. Dann sendet der Transceiver 7,6 MHz tiefer, wenn durch
das Programm die PTT auf Senden geschaltet wird.
Packet Programm installieren
Als Programm wird die neueste Version von
PAXON mitgeliefert. Dieses Packet Programm kann den FlexNet Treiber
selbst erkennen. Falls Sie das Programm noch nicht benutzen, wird es
jetzt installiert. Es ist meiner Meinung nach das beste Packet
Programm. Ich habe darüber schon mehrfach berichtet
und Sie finden die Berichte
weiterhin noch auf der
Homepage unter ->
Funktechnik -> Packet
Radio. Auch werde ich in Kürze nochmals etwas
über „Dateiübertragung mit Paxon
– binär oder 7Plus“ berichten.
Die Installation von Paxon ist recht
einfach. Gehen Sie im Explorer auf das CD-Rom Laufwerk und dort in den
Ordner PAXON. Doppelklicken Sie auf die Datei
„SetupPaxon1042(.exe)“! Die weitere Installation
ist selbsterklärend. Sie können den Ordner
für die Installation beliebig wählen. Ich habe den
Vorschlag von Paxon angenommen und lasse als Ordner (Verzeichnis)
„C:\Programme\Paxon“ bestehen. Es ist nicht
nötig, wie in der WiMo Kurzanleitung steht, dieses Programm im
gleichen Ordner zu installieren wie FlexNet. Ich kann es auch nicht
empfehlen, weil es sonst ein großes
„Durcheinander“ gibt. Ich finde es besser, wenn die
zugehörigen Dateien in eigenen Ordnern sind.
Paxon konfigurieren
Lassen Sie den PR430 eingeschaltet und
FlexNet laufen. Der Transceiver sollte bereit sein. Starten Sie Paxon
entweder durch das Symbol auf dem Desktop oder über START.
Wenn Sie Paxon das erste Mal aufrufen, kommt automatisch ein kleines
Fenster mit Hinweisen zur Einstellung des Programms. Klicken Sie in der
oberen Symbolzeile auf Einstellungen. Unter
„Allgemein“ wählen Sie zunächst
unter Rufzeichen „Hinzufügen“ und tragen
Sie in dem Fenster ihr Rufzeichen ein.
 Einstellung
des Rufzeichens mit SSID
Im gleichen Fenster
müssen Sie mindestens ein SSID (System Identifier) anhaken.
SSIDs sind Anhängsel an das Rufzeichen (zum Beispiel DJ4UF-1)
zur Unterscheidung, wenn man mit einem Digipeater mehrere Verbindungen
gleichzeitig aufbauen möchte. Pro Verbindung
benötigen Sie jeweils einen SSID. Wenn Sie sich aber nur
einmal direkt mit der Box, einmal direkt mit einen anderen OM und
einmal direkt mit einem Cluster verbinden, reicht ein SSID aus. Erst
wenn Sie sich jetzt ein weiteres Mal mit derselben Box direkt
verbinden, brauchen Sie einen weiteren SSID. Es sollte
standardmäßig immer der SSID 0 aktiviert sein, damit
Sie für andere Stationen erreichbar sind. Haben sie SSID 0
nicht aktiviert und dafür SSID 2 aktiviert, muss die
Gegenstation das extra angeben (z.B. „c DJ4UF-2“),
damit sie sich mit Ihnen verbinden kann.
 Der
Gerätemanager von Paxon Klicken Sie nun unter Einstellungen auf die
Registerkarte „Geräte“. Klicken Sie auf
„Hinzufügen“ und wählen Sie
PC/FlexNet aus. Bestätigen Sie
„Hinzufügen“. Klicken Sie im
Einstellungsfenster unter Geräte auf
„Übernehmen“. Dann sollte nach kurzer
Synchronisationszeit der PC/FlexNet Treiber als
„bereit“ gekennzeichnet sein. Damit sind die
Einstellungen abgeschlossen und Sie können eine Verbindung zum
Digipeater aufbauen. Eine
Verbindung aufbauen Klicken
Sie unter Paxon auf „Verbinden“. Unter
„Eigenes Rufzeichen“ muss ihr Call zu sehen sein
und bei „Kanäle“ muss sich der Treiber
PR430 befinden. Sollten Sie gleichzeitig über eine zweite
serielle Schnittstelle auch noch einen TNC angeschlossen haben, klicken
Sie unter Kanäle auf PR430. Geben Sie bei Station das
Rufzeichen des Digipeaters ein und klicken Sie auf OK.
 Das
Verbindungsfenster In
sehr kurzer Zeit werden Sie verbunden sein und ein entsprechender
„Sound“ ertönt. Mehr zur Bedienung von
Paxon oder zu Paxon und Packet Radio allgemein unter
Funktechnik-> hier
. Wenn Sie das
Programm beenden wollen, um die Schnittstelle für andere
Geräte freizugeben, müssen Sie außer Paxon
auch FlexNet schließen. Dies geschieht durch Öffnen
des FlexNet Control
Centers mittels Klick auf das Symbol mit dem Regenbogen rechts unten in
der Taskleiste von Windows und dann -> Tools -> Shutdown FlexNet oder einfacher
durch Anklicken dieses Symbols mit der rechten Maustaste und dann
Auswahl „Shutdown“.
Starten der Programme
Zum Starten von Packet
Radio für den PR430 werden immer drei Programme
geöffnet, nämlich erstens FlexNet mit dem
PR430-Treiber, ferner das PR430-Steuerprogramm und dann Paxon. Dies
liegt an der Technik des eingebauten Terminal Controllers. Die
üblichen TNCs arbeiten im so genannten
„Hostmode“. Sie haben eine eigene Intelligenz
(Prozessor) und werden nur mit den zu übertragenden Daten
gefüttert. Solch ein TNC kann auch ohne angeschlossenes
Programm eine Verbindung aufrecht halten. Der PR430 arbeitet im
Kissmode. Er hat keinen Strom fressenden Prozessor. Die
„Intelligenz“ kommt aus dem Computer (FlexNet).
Für das Programm Paxon verhält sich dann der FlexNet
Treiber so, als wäre es ein Hostmode Controller.
In der Realität brauchen Sie aber
nur Paxon zu starten. Paxon erkennt, dass der FlexNet Treiber
benötigt wird und startet die FLEXCTL.EXE und FlexNet
seinerseits erkennt die Notwendigkeit des Treibers PR430, in dem
wiederum das Steuerprogramm gestartet wird. Ob FlexNet aktiv ist, sehen
Sie an dem Regenbogensymbol in der Taskleiste. Und wenn Sie dann noch
das Steuerprogramm für den PR430 auf dem Bildschirm sehen
können Sie die Verbindung zum Digipeater aufnehmen.
Wenn das Steuerprogramm nicht erscheint,
hat FlexNet die Schnittstelle zum PR430 nicht gefunden. Schauen Sie
dann bei Paxon unter Einstellungen -> Geräte nach, ob
PC/FlexNet „bereit“ ist. Wenn nicht, schauen Sie
unter Tools -> Parameters im FlexNet
Control Center nach, ob der Treiber unter Channel nicht rot durchkreuzt
ist. Überprüfen Sie im letzten Fall, ob alle Kabel
richtig angeschlossen sind. Sie können auch die drei Programme
„von Hand“ einzeln starten, indem Sie mit Hilfe des
Explorers entweder auf PR430.EXE oder auf FLEXCTL.EXE doppelklicken und
dann Paxon starten. Beim allerersten Mal nach einer Neuinstallation von
Paxon ist diese Reihenfolge unter Umständen sinnvoll, wenn
Paxon den Treiber für FlexNet nicht finden kann.
Zusammenfassung Also echtes „Plug &
Play“ ist es ja nicht, aber dadurch, dass das Modem (TNC) und
der PTT zusammen mit dem Transceiver in einem Gerät sind, hat
man keine Probleme bei der Anpassung des Niederfrequenzpegels eines
üblichen TNC an den Sender oder der PTT-Steuerung. Die
Sende-Empfangsumschaltung und umgekehrt funktioniert mit weniger als 12
Millisekunden superschnell, so dass man ein solch niedriges TX-Delay
fahren kann und die Packet Übertragung wirklich sehr schnell
geht. Der
kleine Packet Transceiver PR430 gefällt mir so gut, dass ich
mir das Gerätchen kaufen werde. Und zwar werde ich es
für unterwegs brauchen. Ich habe eine 70-cm-Mobilantenne im
Campingfahrzeug und normalerweise auch meinen Laptop mit, wenn ich auf
Reisen bin. Dann werde ich das Gerät über die
Steckdose des Zigarettenanzünders an 12 Volt
anschließen und einfach ins Handschuhfach legen. Das
Gerät braucht nur 1,5 Watt im Empfangs- und Standby-Betrieb.
Damit kann ich in Zukunft – zumindest hier in Mitteleuropa
– auf Reisen von überall in meine Box hineinschauen.
Eckart K. W. Moltrecht,
DJ4UF [1]
Ausführliche Anleitung zu Paxon 1.042 von Carsten DD7UCK auf
der dem PR430 beigefügten CD
weitersagen:
www.amateurfunklehrgang.de
(nicht nur für Newcomer)

(c)
2003 Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF |