Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

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Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

Für Amateurfunk-Info abgeänderte Eckarts Lehrstunde aus Funk 07/2001

Fünf Pactorprogramme

kurz vorgestellt

Logo_Plusterm.gif (2579 Byte) Logo_NcWinPTC.gif (2951 Byte)
Logo_Simple.gif (6033 Byte) Logo_Airmail.gif (6846 Byte)
Logo_Alpha.gif (22907 Byte)

 Diese Info-Bilder stammen aus 2001!

Zum Test Plusterm   Plusterm

Zum Test Simple   Simple

Zum Test Alpha   Alpha

Zum Test NcWinPTC   NCWinPTC

Zum Test AirMail   AirMail

Zum Vergleichstest RCKRTTY   RCKRtty (außer Konkurrenz)

Im Heft 7 der FUNK 2001 hatte ich die fünf Pactorprogramme miteinander verglichen. Inzwischen gibt es von allen fünf Programmen neuere Versionen und der Vergleich stimmt nicht mehr. Deshalb habe ich den Text gekürzt und größtenteils nur noch die allgemeine Beschreibung hier auf der Homepage stehen gelassen.

Plusterm

pactor05.gif (10552 Byte)

Beginnen wir mit dem Standardprogramm, das von den Mitarbeitern vom PTC-Hersteller SCS [1] beim Kauf mit geliefert wird. Plusterm (oder PTPRO) ist ein reines DOS-Programm, das aber auch mit Fenstertechnik arbeitet. Es unterstützt alle Betriebsarten und ist das zuverlässigste Programm, das bei unseren Versuchen keinerlei Fehler verursachte. Immer, wenn eines der anderen Programme irgend welche Parameter verstellt hatte, nutzten wir Plusterm, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Außerdem kann Plusterm in Zusammenarbeit mit dem PTC-II aus dem Programm das Update der Firmware durchführen. Allerdings gab es Probleme bei der Dateiübertragung bei Plusterm im DOS-Fenster. Plusterm diente uns als Vergleich, wenn wir die anderen Programme testeten.

Leider kann man Plusterm ab Windows ME kaum mehr gebrauchen. Windows ME lässt eine Schnittstellensteuerung über ein DOS-Programm normalerweise nicht mehr zu. Außerdem kann man bei Windows ME nicht mehr in den DOS-Modus schalten.

Tipp: Für andere Windows ME Geschädigte soll hier direkt am Anfang eine Möglichkeit vorgestellt werden, die Hermann, DJ8TL aus Aachen herausgefunden hat. Den Betrieb der seriellen Schnittstelle mit dem Programm Plusterm konnte er dadurch erreichen, dass er zunächst Plusterm startete, dann von dort über "Files - external DOS-Programms" den DOS-Editor "edit.com" oder den Norton Commander startete, und danach das DOS-Programm wieder verließ und siehe da: Jetzt lief die serielle Schnittstelle und Pactorbetrieb im DOS-Fenster von Windows ME wurde möglich.

Dass Plusterm ein reines DOS-Programm ist, merkt man leider auch bei Dateiübertragungen im DOS-Fenster unter Windows, die ab 12 KB nicht mehr richtig funktioniert. Die Datei wird einfach unvollständig übertragen. Hartmut, DK3OZ hat folgendes heraus gefunden. Wenn eine Datei größer ist als 12 KB beziehungsweise 12k mal 1024 gleich 12288 Bytes (Puffer beim MAX-207 im PTC-II), dann läuft der Puffer über, die ersten 12 KB werden herausgeworfen und nur der Rest bleibt im Puffer, der dann nur übertragen wird.

Im reinen DOS-Modus funktioniert die Dateiübertragung mit Plusterm einwandfrei mit beliebig langen Texten. Einen Trick hat Hartmut noch heraus gefunden. Wenn man die lange Datei zunächst in der PTC-Box ablegt und dann von dort aus sendet, darf die Datei wiederum beliebig lang sein. Allerdings ist der Speicher der PTC-Box seinerseits begrenzt.

 

NcWinPTC

NCWinPTC.gif (21675 Byte)

Roel, PA0NC schreibt in der Einleitung der Hilfe zu seinem Programm: "NcWinPTC ist ein Terminalprogramm speziell und nur für die SCS Multimode Controller. Das Programm arbeitet mit allen Modi, die auf einem bestimmten PTC verfügbar sind. Der Packetteil ist sehr einfach gehalten. Ich hatte nicht die Absicht, ein Packetprogramm zu erstellen, das alle Funktionen erfüllt, wie 7plus- und Yapp-Dateien senden und so weiter. Das Programm würde zu umfangreich werden und es gibt schon eine große Zahl guter Packet Programme. Das Programm ist unter DELPHI 3 programmiert. Es läuft nicht unter Windows 3.1."

Wir holten uns die aktuelle Version 6.09 von der Homepage von PA0NC [2], entpackten die ZIP-Dateien (für Sprachenunterstützung deutsch die Datei "help_de.zip" nicht vergessen!) und installierten das Programm. Es war sehr einfach und funktionierte nach Einstellung der Schnittstelle und Baudrate und Eingabe des eigenen Rufzeichens sofort. Allerdings sollte man als erstes einen RESTART des PTC-II durchführen und das Programm neu starten, weil sonst möglicherweise der BREAK-IN nicht funktioniert, wenn man vorher ein anderes Programm benutzt hat und dieses einen anderen "BK-Character" verwendet.

Die Oberfläche des Programms wirkt sehr aufgeräumt und übersichtlich. Wenn man eine Registerkarte der gewünschten Betriebsart aufruft, erhält man darunter sofort die für diese Betriebsart gültigen Befehle. Wunderbar ist die Unterstützung für Packet, für PSK31, für NAVTEX und so weiter. Es machte Spaß, praktisch ohne Lesen des Handbuches sofort alle Betriebsarten einmal ausprobieren zu können. Die Transceiver-Steuerung (CAT) durch Eingabe einer Frequenz im Connectfenster ist sehr intelligent gelöst. Die Prozessorauslastung ist mit 30 Prozent sehr gering.

Gibt es denn auch Nachteile von NcWinPTC? Leider ja. Denn die Binärfileübertragung für den PTC-II wird nicht unterstützt. Wenn einer von uns in Urlaub ist, möchte er dem anderen gern Bilddateien im Binärformat schicken. Das funktioniert leider nicht mit NcWinPTC. Ein zweiter Nachteil stellte sich beim neuen Notebook Computer von Hartmut heraus. Wenn Daten über die Schnittstelle laufen - beispielsweise beim Monitorbetrieb unter Packet Radio - verschwindet der Mauszeiger, wenn er über dem Programmfenster ist. Diesen Fehler hatte auch unser Freund Paul, DL8BAN aus Lingen mit seinem Notebook festgestellt. Bei meinem Notebook und auch beim großen PC allerdings tritt dieser Fehler nicht auf. Durch das Verschwinden des Mauszeigers ist die Bedienung mit der Maus fast unmöglich. Schade! Denn von der Übersichtlichkeit her ist es das beste Programm.

Nachtrag 25.7.01: Inzwischen gibt es die Version 10.01, das Mauszeigerproblem ist bei DK3OZ unter Windows ME geblieben. Bei mir mit Windows 98 tritt der Fehler nicht auf. Weiterer Hinweis: Ein Hostemodeprogramm für Pactor + Packet ist in Arbeit.

Simple

Simple.gif (27469 Byte)

Eike, DF7KX aus Aachen-Brand, viel mit seinem Reisemobil und Pactor unterwegs, empfahl uns Simple von Paul Harrison, DJ0CU. Dieses Programm holten wir uns in der neuesten Version von der SCS-Homepage [1]. Die Installation war einfach und das Programm lief auch bald, als wir die leider nur englische Anleitung gelesen und Schnittstelle, Baudrate und Rufzeichen eingestellt hatten. Zunächst mussten wir viel suchen, um die wichtigsten Funktionen ausführen zu können. Die Betriebsarten sind in bunten, nicht sehr aussagekräftigen Buttons auf der gesamten Oberfläche verteilt, Pactor und Amtor oben links, RTTY und CW oben rechts, PSK31 in der mittleren Leiste. Unter "Hello" verbirgt sich der Connect-Button und der Schlüssel dient zur Auslösung des Changeover. Selbst jetzt nach einer Woche Testerfahrung muss ich noch viel suchen. Auch die Menüs sind nicht sehr logisch aufgeteilt.

Im normalen QSO-Betrieb bemerkte ich den ersten gravierenden Nachteil des Programms gegenüber allen anderen. Der gesendete Text wird als "Echo" im Empfangsfenster angezeigt, was auch sehr sinnvoll ist und auch bei anderen Programmen so eingestellt werden kann, aber die Schriftfarben des Echotextes und des empfangenen Textes sind gleich und man hat beim Nachlesen von zügig übertragenem Text große Schwierigkeiten, den jeweiligen Anfang zu finden.

Im normalen QSO-Betrieb trat durch die mit Simple arbeitende Empfangsstation dann ein Fehler auf, den wir nicht abstellen konnten. Wenn man die Gegenstation, die Simple gerade eingeschaltet hat, connectet und dann mit den "Remotebefehlen" (Doppelstrichbetrieb) dem OM etwas in seine Box schreiben will, kam nach Eingabe des WRITE-Befehls mit Call und Titel nicht die erwartete Meldung "Enter text for ...", sondern man bekam mit einem von der Empfangsstation ausgelösten Changeover sofort die Tasten zurück. Wenn man dann von der Senderseite wieder einen Changeover auslöste, kam endlich der erwartete Text. Nun dachte man, der Text könne endlich eingegeben werden und wie gewünscht mit "nnnn" abgeschlossen werden. Dann kam aber die Meldung "File empty, not saved", also alles umsonst!

(Dieser Fehler soll in der neuesten Version nicht mehr vorhanden sein.)

Ein weiterer Nachteil von Simple gegenüber den anderen Programmen ist, dass es keinerlei Packetunterstützung vom Programm gibt. Diese Betriebsart ist nicht vorgesehen. Denn gern schaue ich auch mal in die Packetbox, wenn ich schon ein Programm für Datenübertragung eingeschaltet habe. Da die Packet-Controller beim PTC-II eingebaut sind und über die gleiche Schnittstelle angesprochen werden, muss man für einen Packetbetrieb das Pactorprogramm schließen, wenn man ein anderes Packetprogramm öffnen will. Dafür ist es sinnvoll, wenn eine Packetunterstützung bereits in einem Pactorprogramm existiert.

Wer sich mit den Terminalbefehlen im Kommandomodus auskennt, kann Packet unter Simple dennoch aktivieren, wenn man zunächst den Befehl PAC, dann PORT 1 oder 2, dann S 1 (Kanal 1) eingibt und dann einen Connect auslöst. Den "Monitorbetrieb" sollte man vorher noch ausschalten mit MON 0, sonst werden die Monitordaten mit den Empfangsdaten im gleichen Fenster durcheinander ausgegeben und man kann den Empfangstext nicht vernünftig lesen.

Die Binärdateiübertragung funktioniert bei Simple grundsätzlich, jedoch fehlerhaft, wenn die Dateien größer als ein paar Kilobyte werden. Immer wieder kam die Meldung "CRC not ok" und die Datei musste erneut komplett übertragen werden. Spätere Versuche mit Plusterm und mit Airmail waren dabei im Vergleich viel erfolgreicher. Immer beim ersten Mal war die Übertragung auch langer Binärdateien korrekt.

Weil Simple ein 16-Bit-Programm ist, werden keine langen Dateinamen zugelassen. Dadurch wurde für uns die Dateiübertragung zusätzlich erschwert, weil wir uns daran gewöhnt haben, unter Windows und auch unter Linux Dateien mit langen Dateinamen zu versehen, die dann aber wegen der "Verstümmelung" auf die ersten sechs Zeichen schlecht zu finden sind.

Einen weiteren Nachteil gegenüber allen anderen getesteten Programmen stellten wir fest. Obwohl eine maximale Baudrate von 38400 Baud einstellbar sein sollte - so wird es im Menü vorgegeben - konnten wir nur 19200 Baud aktivieren. Dies hat zur Folge, dass die Initialisierung bei Abarbeitung der vielen Zusatzbefehle für den Gatewaybetrieb und anderes sehr lange dauert. Bei Alpha dauert die Initialisierung genau so lange, aber Alpha arbeitet mit maximalen 57600 Baud, also dreimal so schnell. Diese Übertragungsgeschwindigkeit macht sich auch beim Lesen von langen Files aus der Pactorbox in gleichem Maße bemerkbar. Simple ist also nicht gerade "erste Wahl" für uns, obwohl es eine sehr geringe Prozessorauslastung bewirkt. Also testen wir weiter.

 

Alpha

Seit 1999 hat Benny Hinz, DH7RG, ein Pactorprogramm in der Entwicklung, das Anfang des Jahres die Entwicklungsversionsnummer 0.99 überschritten hatte und im Mai 2001 die Versionsnummer 1.1b trug. Benny hat die User an der Entwicklung des Programms beteiligt, denn immer wieder hat er die neueste Version auf seiner Homepage [3] zur Verfügung gestellt und war sehr aufgeschlossen gegenüber Verbesserungsvorschlägen. Vorweg gesagt: Dieses Programm haben wir inzwischen zu unserem Favoriten erklärt.

Alpha bietet nicht nur fast alle Funktionen, die Plusterm kann, beispielsweise außer Pactor 3 auch RTTY, PSK31, CW sowie volle Packet Radio Unterstützung, CAT-Schnittstelle, Firmwareupdate und so weiter. Die Bedienung des Programms ist sehr übersichtlich und dadurch einfach, dass man kein Handbuch neben dem Computer benötigt. Alpha ist nicht nur gut, sondern auch schön. Es ist eigentlich nun in der neuen Version 1.8 perfekt. Sehr empfehlenswert!

Hier geht's zum Download

 

AirMail

Airmail.gif (78752 Byte)

Wenn man als Mobilist oder Segler an dem weltweiten Winlink-2000-System zur Übermittlung von E-Mails über Amateurfunk teilnehmen möchte, kommt man an AirMail nicht vorbei. AirMail ist ein amerikanisches Programm. Es gibt nur eine englischsprachige Hilfe. Es ist für den BBS-Betrieb, also den Betrieb mit Pactor-Mailboxen Winlink-2000 konzipiert und arbeitet dann praktisch wie ein normales E-Mailprogramm, beispielsweise wie Outlook. Man schreibt seine Mails vor, markiert diese zum Senden, connectet eine Winlinkstation und dann werden die Mails automatisch ausgetauscht wie im Internet. Sobald der Mailaustausch beendet ist, wird disconnectet.

Allerdings kann man auch "normalen" Pactorbetrieb machen, indem man den Modus auf "keyboard mode" stellt. Reicht Airmail nicht auch für den Pactorbetrieb unterwegs zum Auslesen der Box in der Heimat oder Gateway-Betrieb von Südeuropa in das deutsche Packet Radio Netz? Genau dafür reicht es.

Sehr gut funktioniert die Binärdateiübertragung zwischen unseren PTC-II Stationen (auch Pactor-3), wenn wir beide AirMail verwenden und das Terminal aktiviert haben. Man hängt die Bilddatei einfach als "Attachment" dem Brief an und gibt als Empfänger der Mail das Rufzeichen der Gegenstation ein. Wenn also beide Stationen den PTC-II verwenden und unter "Tools - Options - Settings" den "Binary Level 2" aktiviert haben, geht die Binärdateiübertragung mit Airmail einwandfrei und recht schnell, weil noch ein zusätzliches Komprimierungsverfahren verwendet wird.

Mehr zu AirMail hier auf meiner Homepage: Zum Bericht

Inzwischen gibt es die Version 3.0 (Januar 2002). In dieser Version wird Packet Radio unterstützt (Gateway möglich) und die Schriftart wird automatisch zwischen ISO und ANSI umgeschaltet, wenn man entweder E-Mail-Betrieb macht oder Pactor-Direktbetrieb. Die Version 3.0.870 (Juni 2002) bietet volle Pactor-3-Unterstützung.

 

RCKRtty

Außer Konkurrenz testeten wir noch das Funkfernschreibprogramm RCKRtty von Walter Dallmeier, DL4RCK, das auch Pactorunterstützung bietet, allerdings gekauft werden muss und in der Standardversion zirka 50 DM kostet. Eine Demoversion findet man im Internet unter [4]. Die neueste Demoversion vom April 2001 haben wir uns von Walters Homepage herunter geladen und installiert. Die Installation ist einfach. Das Einrichten des Programms für die entsprechende Schnittstelle geht auch problemlos. Nach dem Start meldete RCKRtty, dass noch 48 Starts frei wären, dann muss man das Programm registrieren (kaufen).

Nach etlichen Änderungen im Setup waren wir schnell auf 25 Starts gekommen, so dass also noch weitere 25 Versuche übrig blieben für den Test. Dabei stellten wir folgendes fest. Das Programm ist eigentlich mehr ein RTTY-Programm zum normalen QSO-Betrieb, nicht so sehr für den Boxbetrieb, wie wir ihn machen, geeignet. Für Contestbetrieb muss man dann noch für weitere 30 DM das Contestzubehör kaufen. Weder Textdatei- noch Binärdateiübertragung sind möglich. Eine Umschaltung im Programm von Pactor zu Packet unter dem PTC-II wird nicht unterstützt. Packetbetrieb geht bei RCKRtty nur gleichzeitig, wenn der Packetcontroller (TNC) an einer anderen Schnittstelle angeschlossen ist, was beim PTC-II nicht geht und wegen der einzigen seriellen Schnittstelle am Notebook auch nicht möglich ist. Hiermit haben wir den Test mit RCKRtty beendet und keine weiteren Versuche durchgeführt.

URLs aus dem Bericht von 2001. Diese werden wohl größtenteils nicht mehr funktionieren:

 

© 2001/2002 Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF

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