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Haben Sie eine Kurzwellenlizenz und ist für Sie Packet Radio eine
praktische Betriebsart zur Nachrichtenübermittlung? Dann sollten Sie mindestens den
Erlebnisbericht Pactor im Urlaub von EA/DJ4UF einmal lesen. Vielleicht ist
PACTOR dann für Sie eine ebenso ideale Betriebsart zur Nachrichtenübermittlung.
PACTOR
im Urlaub
Gern
wollten wir (Eckart, DJ4UF und Brigitta, DH4KYL) in unserem Osterurlaub von Südspanien
aus mit der Heimat in Kontakt bleiben. Bisher hatten wir immer feste Zeiten und feste
Frequenzen für SSB-Verabredungen vereinbart. Natürlich war dies nur möglich nach
Feierabend unserer Freunde in Aachen. Allerdings war es sehr schwierig, ein Band zu
finden, auf dem sichere Funkverbindungen EA DL zwischen 18 und 22 Uhr möglich
waren. Manchmal ging es auf 40 m, aber viel QRM und schwache Signale. Manchmal ging es auf
20 m, aber sehr unsicher. Auf 10,1 MHz ging es fast immer.
Da
wir von Ort zu Ort von Campingplatz zu Campingplatz - reisten, war Packet Radio
auch sehr unsicher. Auf 70 cm waren kaum Digipeater zu finden oder man kam nicht dran.
Auch die 2-m-Digis waren sehr rar. Es kam immer wieder zu Disconnects und das Nachsenden
der Nachrichten hatte überhaupt nicht geklappt.
Diesmal
nahmen wir PACTOR mit, einen Controller also und meinen neuen Laptop. Ja und das erwies
sich als sehr praktisch. Zunächst in Südfrankreich konnten wir Aachen noch auf 80 m
direkt erreichen. Die Standby-Station von DH6KQ in Aachen erwies sich als sehr
zuverlässig. Andreas verwendet einen PTC-II, das mit seinen DSP-Filtern unsere schwachen
Signale noch hervorragend dekodieren konnte. Nun war man nicht mehr an eine feste Zeit
gebunden. Wenn man Lust und Zeit hatte oder wenn die Bedingungen (QRM, QRN, QSB) gut
waren, konnte man eine Message absetzen und eine empfangene Nachricht lesen.
Sehr
praktisch war auch das Gateway zum Packet Radio-Netz, das ein bekannter OM zu Testzwecken
zeitweise zur Verfügung stellte. Man konnte von Pactor auf 3584 kHz zu DB0GV durch
connecten und war dann im Packet-Netz. Natürlich sollte man dann auf 80 m nicht lange
Info-Files aus der Mailbox lesen, aber ich habe meine Home-Mailbox (MYBBS) nach DB0GV
verlagert und erhielt nun automatisch alle meine Packet-Nachrichten dorthin nach DB0GV und
konnte diese am späten Abend dort in Südfrankreich über Pactor auf Kurzwelle lesen und
beantworten. Allerdings war dieses Gateway sehr umlagert und man musste manchmal schon
viel Geduld aufbringen, bis andere Stationen ihr QSO beendet hatten. Es müsste noch mehr
solche Gateways geben, vor allem auf höheren Bändern!
Aber
bereits hinter den Pyrenäen an der spanischen Ostküste fielen die 80-m-Frequenzen aus.
Jetzt ging es aber sehr gut auf 40 m mit HB9AK, auch mit DK0BLN in Berlin. Über HB9AK
konnte ich Nachrichten in das Packet Radio-Netz senden (SP-Befehl send packet),
während DK0BLN nur eine PACTOR-Mailbox hat, in der die Nachrichten gespeichert werden.
Nur andere PACTOR-Stationen können diese dort auslesen. Aber Nachrichten empfangen, die
aus dem Packet-Netz stammten, konnte ich bei beiden Stationen nicht. Die Verbindung in die
Heimat war also sehr einseitig.
Nun
half uns DF7KX aus Aachen aus der Klemme. Er parkte seinen Sender mit seiner
PACTOR-Station im 20-m-Band. Tagsüber war immer ein Connect möglich. Jeder
PACTOR-Controller hat eine eigene Mailbox und so konnten wir jederzeit Nachrichten dort
einschreiben und auslesen. Einen besonderen Service erledigte Eike: Er holte alle
Nachrichten für uns aus dem Packet-Netz heraus und legte diese in seiner PACTOR-Box ab
und auch umgekehrt schickte er unsere Nachrichten für andere Stationen aus der Pactor-Box
auf den Weg in das Packet-Netz. So konnten wir alle unsere Funkfreunde hier aus dem Urlaub
erreichen. Danke Eike!
Diese Standby-Station hatte noch einen weiteren Nebeneffekt. In unserem Urlaub waren
wir mit Freunden (DK3OZ), die auch in Südspanien Urlaub machten, in ständiger
Verbindung, normalerweise mit Skeds auf 80 m. Aber einmal hatten wir eine so ungünstige
Entfernung zueinander, dass es auf dem 80-m-Band zu keiner der Skedzeiten zu einer
Verbindung kam. Hier half wieder die PACTOR-Station von DF7KX. Wir konnten darüber
gegenseitig Nachrichten ablegen und uns dort auf einem anderen Band verabreden.
Vergleich: RTTY AMTOR - PACTOR
PACTOR ist ein Fernschreibverfahren mit erweiterter Fehlerkorrektur.
Außerdem haben die Controller einen freien Speicherbereich, auf den von außen (extern)
und vom Operator (intern) zugegriffen werden kann. Dadurch ist das Ablegen von Nachrichten
möglich, ohne dass der Computer eingeschaltet oder der OP an der Funkstation sein muss.
Der OP kann also in der Zwischenzeit an seinen Geräten basteln oder am Computer sitzen,
was auch immer. In den folgenden Abschnitten wird kurz das Prinzip von RTTY, AMTOR und
PACTOR erläutert.
RTTY
Beim Funkfernschreibverfahren RTTY verwendet man einen 5-Bit-Code, um
die Buchstaben und Zahlen in digitale Signale umzuwandeln. Mehr dazu im Abschnitt
Pactor-Übertragung etwas Theorie. Mit 5 Bit lassen sich 2 hoch 5
gleich 32 verschiedene Zeichen übermitteln. Das reicht nur für das Alphabet der großen
Buchstaben und die Satzzeichen, nicht mehr für Ziffern und Sonderzeichen.
Dies hat man bei RTTY so gelöst, indem man durch ein zusätzliches
Steuerzeichen eine zweite Ebene geschaffen hat für Ziffern und Sonderzeichen. Wenn aber
dieses Steuerzeichen zur Buchstaben-Zahlenumschaltung (BU und ZI)
aufgrund von Störungen verloren ging, war der folgende Text nicht mehr lesbar. Man konnte
nur auf der Empfängerseite durch einen Eingriff diese Umschaltung erzwingen. Man musste
also ständig mitlesen und gegebenenfalls korrigierend eingreifen.
Außerdem werden die Zeichen mit nur 45 Baud seriell übertragen. Das
bedeutet, dass 45 Bit in einer Sekunde gesendet werden. Bei 5 Bit für einen Buchstaben
sind das 9 Zeichen pro Sekunde. So schnell kann niemand auf der Schreibmaschine schreiben.
Zur direkten Übertragung reicht dies also. Auf Fehlerfreiheit kommt es auch nicht an,
wenn der Text nur lesbar ist. Will man aber ganze Seiten Text übertragen, dauert eine
Schreibmaschinenseite etwa 15 Minuten.
AMTOR
Für Datenübertragung ist das alte RTTY-Verfahren überhaupt nicht
geeignet, da die Fehlerfreiheit gewährleistet sein muss. Dafür hat man das
AMTOR-Verfahren entwickelt. AMTOR kommt von Amateur
Microprocessor Teleprinting Over Radio und bedeutet Amateurfunk-Fernschreiben mit
Hilfe eines Mikroprozessors.
Es ist ein Verfahren mit hoher Übertragungssicherheit, da bei einer
Amtor-Verbindung die empfangende Station nach der Aussendung von drei Zeichen zur
Quittierung des fehlerfreien Empfangs aufgefordert wird (ARQ, automatic repeat request).
Beide Sender sind also immer wechselweise in Betrieb.
Das Prinzip der Übertragung von Fernschreibzeichen nach dem
ARQ-Verfahren existiert im kommerziellen Seefunk unter dem Namen SITOR, SPECTOR oder
MICROTOR und wurde für den Amateurfunk entsprechend abgewandelt.
Der Amtor-Code hat 7 Bits, womit 27 = 128 Codewörter
möglich wären. Allerdings werden davon nur 38 Kombinationen genutzt, nämlich nur solche
mit 4 Einsen und 3 Nullen. Dadurch ist eine Fehlererkennungsmöglichkeit
(4/3-Fehlerkorrektur) geschaffen. Denn ist die Übertragung gestört, ist es
unwahrscheinlich, dass das gestörte Zeichen auch 4 Einsen und 3 Nullen enthält.
Der Amtor-Code ist ein Synchroncode, das heißt die einzelnen Zeichen
enthalten kein Start- oder Stopbit. Die notwendige Synchronisation zwischen sendender
Stelle (Master) und empfangender Stelle (Slave) geschieht am Anfang einer Verbindung mit
Hilfe eines frequenzstabilen 1-kHz-Oszillators, der an die Interruptleitung des
Mikroprozessors gelegt wird. Eine eventuelle Drift zwischen Master und Slave wird während
der Sendung vom Slave ausgeglichen, indem dieser die Zeitpunkte seiner Impulsflanken mit
den zu erwartenden vergleicht und wenn erforderlich, anpasst.
Die Übertragung der Signale geschieht wie bei RTTY durch
Frequenzumtastung mit den gleichen Tönen und gleicher Shift (siehe Abschnitt
Theorie). Allerdings werden die Dreierblöcke mit 100 Baud gesendet. Bei 100
Baud wird für ein Bit 1/100 Sekunde, also 10
Millisekunden benötigt. Ein 7-Bit-Zeichen benötigt 70 ms und für einen Dreierblock
werden also 210 Millisekunden benötigt.
Die Dreierblocks werden in einem Abstand von 450 ms gesendet, so dass
dem Slave eine Lücke von 240 ms verbleibt, sein Kontrollzeichen zu senden. Die Zeit für
die Empfangs-Sende-Umschaltung muss also in dieser Betriebsart sehr kurz sein. Ältere
Transceiver sind für diese Betriebsart nicht geeignet oder müssen erst umgebaut werden.
Aber auch der AMTOR-Code hat zwei Ebenen. Gelegentlich kann es bei
Auftreten eines Errors auch zu längeren Fehlschriften wie bei RTTY kommen,
wenn der Empfänger in die falsche Ebene schaltet. Dieses Problem wird durch das
4/3-Bit-Fehlerkorrekturverfahren nicht erkannt.
PACTOR
PACTOR ist ein von DF4KV und DL6MAA weiterentwickeltes Verfahren von
AMTOR unter Verwendung des Fehlerkorrekturverfahrens von Packet Radio, das eine Checksumme
(CRC) verwendet. Während Amtor wurde für die reine Textübertragung entwickelt wurde,
ist Pactor durch den 8-Bit-Code in der Lage, auch Datenfiles zu übertragen.
Packet Radio ist in der Lage, 8-Bit-Werte zu übertragen. Die
Fehlerüberprüfung erfolgt dann nach einem bestimmten Protokoll, indem noch zusätzliche
Kontrollcodes übertragen werden. Dies funktioniert auf den störungsfreien UKW-Kanälen
in Frequenzmodulation einwandfrei, aber nicht mehr in den schmalen SSB-Kanälen im
Kurzwellenbereich, auch wenn man die Baudrate gegenüber UKW stark reduziert. Deshalb hat
sich Packet Radio auf Kurzwelle nicht weiter durchsetzen können.
Hier bietet nun PACTOR Abhilfe. Es wird ein 8-Bit-Code übertragen.
Die Fehlersicherung erfolgt mittels CRC-Check ähnlich Packet Radio. Es werden sehr kurze
Datenblöcke übertragen. Bei Pactor Level 1 wird weiterhin FSK (frequency
shift keying) aber mit 100 oder 200 Baud verwendet. Es wird mit synchroner
Datenübertragung gearbeitet, wie bei Amtor. Dadurch entfallen die Synchronsignale am
Anfang jeden Blockes gegenüber Packet Radio. Außerdem wird Datenkompression verwendet.
Eine Besonderheit des Fehlerkorrekturverfahrens ist das
Memory-ARQ-Verfahren. Fehlerhaft eingetroffene Pakete werden nicht, wie bei Packet, direkt
verworfen, sondern mit dem nächsten wiederholten Block in Zusammenhang gebracht. Diese
Daten werden digital aufsummiert und daraus der fehlerfreie Block rekonstruiert.
Mittlerweile hat die Technologie der digitalen Signalprozessoren
(DSP) ein Preisniveau erreicht, dass man Hochleistungsmodems auch für die
Amateurfunkanwendung entwickelt hat. Diese neuen Controller sind so flexibel, das man
weitere Übertragungsverfahren entwickeln und die Controller leicht durch
Software-Einspielungen den neuen Gegebenheiten anpassen kann. Bei Pactor Level II hat man
beispielsweise eine verbesserte Datenkompression eingeführt, eine automatische
Frequenzkorrektur ist möglich, die Paketlänge und die Übertragungsrate kann sich den
Übertragungseigenschaften automatisch anpassen. Es kann bis zu 300 Baud gearbeitet
werden.
Einer der zentralen Punkte des Fehlerkorrekturprotokolls bei
Pactor-II ist die optimale Ausnutzung der Redundanz des Faltungscodes, die durch
einen Viterbi-Cecoder mit Constraint-Length 9 erreicht wird, schreibt SCS. Dieses
Prinzip hier mit einfachen Worten zu beschreiben, ist mir nicht möglich. Aber dadurch
wird eine fehlerfreie Datenübertragung auch noch bei absolut unhörbaren Signalen (bis zu
einem SNR von minus 18 dB, gemessen auf einem Ionosphärensimulator) gewährleistet.
Dafür wird die meiste Rechenleistung gebraucht und deshalb ist ein schneller
Mikroprozessor nötig.
Stationen mit Pactor-II können dennoch ohne Schwierigkeiten mit
solchen mit Pactor-I zusammenarbeiten. Diese Eigenschaft nennt man abwärts
kompatibel. Es ist zu erwarten, dass das Pactor-Verfahren in den nächsten Jahren
noch weiterentwickelt wird. Es wird aber immer abwärts kompatibel bleiben. Die höhere
Baudrate und die bessere Datenkompression wird automatisch nur dann verwendet, wenn
Stationen mit gleichem Pactor-Level eine Übertragung machen. Das System muss also selbst
erkennen, mit welchem Level in Pactor gearbeitet wird.
PACTOR-Übertragung etwas Theorie
Die Modulation
Die digitalen Fernschreibsignale müssen nun noch ausgesendet werden.
Man vereinbart für die Einsen und Nullen einfach zwei verschiedene Tonfrequenzen, die man
überträgt. Bei Pactor verwendet man 1200 und 1400 Hz. Wenn zur Frequenzumschaltung zwei
Töne verwendet werden, nennt man diese Modulationsart AFSK (audio frequency shift
keying). Man könnte auch die Frequenz des Trägersignals direkt umtasten. Diese
Modulationsart wird als FSK (frequency shift keying) bezeichnet.
Moduliert man einen SSB-Sender mit beispielsweise einer
(unterdrückten) Trägerfrequenz von 14100 kHz im oberen Seitenband mit 1,2 kHz (0-Signal
oder Space), so entsteht eine Summenfrequenz von 14101,2 kHz. Moduliert man mit 1,4 kHz
(1-Signal oder Mark), so erhält man als Summe 14101,4 kHz, also entsprechend 200 Hz
höher. Diesen Frequenzabstand nennt man Shift. Da die Trägerfrequenz
unterdrückt ist, wirkt sich das entstandene Signal so aus, als ob man einen Sender
hätte, der auf seiner Frequenz umgetastet wird (FSK). Wenn dies durch Umtastung eines
Tones erreicht wird, nennt man die Modulationsart AFSK.
Abbildung: Frequenzumtastung bei SSB
Da man nicht erkennen kann, ob ein SSB-Sender mit einem Ton moduliert
oder in der Frequenz umgetastet wird, gibt man bei Pactor als Sendefrequenz die des
Marksignals an, also im oberen Beispiel 14101,4 kHz, obwohl der Sender auf 14000 kHz
eingestellt ist. Anders herum: Wird von der Pactor-Mailbox HB9AK die Frequenz 7038 kHz
angegeben, muss man seinen Sender im oberen Seitenband (USB) auf 7036,6 kHz einstellen.
Man kann und darf bei Pactor auch im unteren Seitenband (LSB) senden.
Dann muss man seinen Sender aber oberhalb der angegebenen Frequenz einstellen. Weil dann
aber der 1200-Hz-Ton die höhere Frequenz wird, muss man 1200 Hz dazu zählen. Man stellt
seinen Sender also auf 7039,2 kHz ein, wenn man HB9AK in LSB connecten will.
Besser wäre eigentlich gewesen, wenn man als Sendefrequenz den
Mittelwert der beiden HF-Signale genommen hätte. Denn schließlich kann man ein
FSK-Signal auch wie ein FM-Signal mit den zwei Seitenfrequenzen verstehen. Der Hub
entspricht dann der halben Shift. Die Bandbreitenberechnungen gehen von einem FM-Signal
aus. Wir werden uns mit dieser Festlegung für Pactor abfinden müssen! Also die jeweils
höhere Seitenfrequenz ist die Sendefrequenz bei Pactor.
Die
Übertragungsgeschwindigkeit (Baudrate)
Ein wichtiger Begriff in der Funkfernschreibtechnik ist die Baudrate
genauer Schrittgeschwindigkeit.
Abbildung: Die Schrittgeschwindigkeit
Die Schrittgeschwindigkeit ist der Kehrwert der Zeit für einen
Schritt. Sie wird in Baud (gesprochen: boohd), abgekürzt Bd angegeben.
Formel: vü = 1/T1 Bit
Beispiel:
Bei Pactor Level 1 beträgt die Schrittzeit 10 Millisekunden (= 0,01 s). Wie groß ist die
Übertragungsgeschwindigkeit (Baudrate)?
Lösung:
vü = 1/0,01 s = 100 Bd
Bei einer Baudrate von 100 Bd erfolgen 100 Schritte pro Sekunde. Wenn
jedes Zeichen (Buchstabe) 8 Schritte benötigt (8 Bit), werden also 100 : 8 = 12,5 Zeichen
in einer Sekunde übertragen.
Will man bei gleicher Schrittgeschwindigkeit die Anzahl der Bits pro
Sekunde erhöhen, muss man bei jedem Schritt 2 oder 4 Bits übertragen. Das geht bei
Pactor Level 2 dadurch, dass man mit den zwei Tönen auch zwei Phasen dieser beiden Töne
überträgt und die Phasen zusätzlich verändert. Siehe hierzu auch den Bericht von Herrn
Roth in der FUNK März 1997.
Je nach Phasendifferenz bedeutet dies bei jedem Schritt entweder 00
oder 01 oder 10 oder 11, wenn die Phasen 0 Grad, 90 Grad, 180 Grad oder 270 Grad
zueinander haben. Damit hat man die Anzahl der Bit pro Zeiteinheit verdoppelt ohne die
Schrittgeschwindigkeit verändert zu haben. Durch feinere Abstufung der Phasendifferenzen
kann man auch noch mehr Bits pro Sekunde übertragen.
Die Baudrate ist also gleich der Schrittgeschwindigkeit. Diese
verändert man nicht bei Pactor, auch wenn man mit höherer Anzahl der Bits pro Sekunde
überträgt.
Die Bandbreite
Die Bandbreite bei Frequenzmodulation wird nach folgender Formel
berechnet.
bFM = 2 (Hub + NFmax)
Dies gilt grundsätzlich auch für FSK. Allerdings wird hier nicht
der Hub, sondern die Shift verwendet. Der Hub entspricht der Hälfte der Shift. Die
höchste NF entspricht der halben Übertragungsgeschwindigkeit (Baudrate), weil jeweils zwei Bits die Periodendauer einer
Rechteckschwingung entsprechen. Wegen der Rechteckform der Signalspannung muss die
dreifache Frequenz noch mit berücksichtigt werden. Also wird bei Pactor aus der
FM-Bandbreitenformel
bPAC =
2 (Shift/2 + 3 ´ vü/2) = 2 (Shift/2 + 1,5 ´ vü)
Die Übertragungsgeschwindigkeit ist bei Pactor 100 Baud.
Damit ergibt sich folgende Bandbreite.
bPAC = 2 (200/2 + 1,5 ´
100) = 500 Hz
Erhöht man, wie oben beschrieben, durch Phasendifferenzbildung
(phase shift keying PSK) die Anzahl der übertragenen Bit/s, ohne die
Schrittgeschwindigkeit (Baudrate) zu verändern, vergrößert sich auch nicht die
Bandbreite. Man kommt weiterhin mit 500 Hz Bandbreite aus. Man kann die Bandbreite sogar
noch etwas verringern, wenn die Kurvenform nicht mehr rechteckförmig sondern angenähert
sinusförmig wird (raised cosine). Dann entfällt der Faktor 3 in der oberen
Formel. Die Bandbreite wird dann
bPAC =
2 (Shift/2 + vü/2)
Damit ergibt sich selbst für 200 Baud eine Bandbreite von
bPAC = 2 (200/2 + 200/2) = 400 Hz.
Allerdings muss man bei SSB-Modulation darauf achten, dass man den
Sender nicht übersteuert. Sonst erhöht sich die Bandbreite wegen der entstehenden
Verzerrungen. Bei der Aussteuerungsanzeige des Senders sollte also auf den zulässigen
ALC-Level geachtet werden. Auch darf der Kompressor nicht eingeschaltet werden, weil
dieser die Signalform verändern kann.
PACTORPraxis
Die notwendige Hardware
Damit sind wir schon mitten in der Praxis. Was benötigt man denn
für eine Ausrüstung, um Pactor machen zu können?

Bild: Die Pactor-Station
Die über die Tastatur eingegebenen Zeichen müssen für die
HF-Übertragung aufbereitet und in Töne umgewandelt werden. Außer der üblichen
SSB-Funkstation werden deshalb ein Computer (oder mindestens ein Terminal) und ein
spezieller Pactor-Controller benötigt.
Die Interessenten, die diesen Bericht lesen, werden sicher schon
einen Computer besitzen. Es eignet sich jeder Computer dafür, der eine serielle
Schnittstelle bedienen kann. Welcher Computer kann das nicht? Mit modernen
Computern kann man dann allerdings auch moderne Programme für Windows verwenden. Aber es
gibt auch ein sehr gutes DOS-Programm. Darüber mehr im nächsten Abschnitt.
Als Controller gibt es inzwischen drei Versionen, die in Deutschland
alle von der Firma SCS gefertigt wurden oder werden. Auf dem Gebrauchtmarkt wird der alte
PTC häufig angeboten. Er arbeitet mit dem Z80-Prozessor. Er tut es auch sehr gut,
allerdings arbeitet er nur in Pactor Level 1. Das ist die meist verwendete Betriebsart bei
Pactor. Dann gibt es heute den PTC-Plus, eine Weiterentwicklung von SCS mit einem neueren
Prozessor und kostet knapp unter 600 DM.
Die neueste Entwicklung (1998) ist der PTC-II in modernster
DSP-Technik (digital signal processing). Hier mal ein Auszug der Vorteile, die für den
PTC-II genannt werden:
höhere
Datenübertragungsgeschwindigkeit bei gleicher Bandbreite
abwärtskompatibel
zu Pactor Level I
automatische
Anpassung an die Übertragungsbedingungen in Bezug auf Sendeleistung und
Übertragungsgeschwindigkeit
automatische Frequenzkorrektur
verbesserte
Datenkompression
Allerdings hat die neue Technologie auch seinen Preis: Der PTC-II
kostet zirka doppelt so viel wie der
PTC-Plus. Allerdings erwirbt man damit ein zukunftsträchtiges Gerät. Es kann wegen der
DSP-Technik durch Software an neue Technologien angepasst werden. Schon jetzt kann man
damit FAX-Betrieb oder durch Zusatzplatinen (unter 100 DM) auch Packet Radio betreiben.
Mit der Zusatzplatine ist es möglich, auf einem Port Pactor und auf dem anderen Packet zu
machen. Ja, es kann sogar als Gateway benutzt werden und Signale von Pactor direkt in das
Packet-Netz weiterreichen. Auch kann es als gutes NF-Filter oder als Notchfilter verwendet
werden. Die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt. Es ist nur eine Frage der
Entwicklung der zusätzlichen Software.
Hinweis 2001: Der PTC-1 / PTC-Plus wird nicht mehr produziert. Es gibt jetzt den PTC-IIe
und den ganz neuen PTC-Professional Mehr dazu unter www.scs-ptc.com
Achtung! Sie benötigen für Pactor einen
ARQ-tauglichen Transceiver. Das heißt, er muss sehr schnell von Sendung auf Empfang
beziehungsweise umgekehrt umschalten können. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf eines
Controllers, ob Ihr Funkgerät dafür geeignet ist. Denn sonst geht es Ihnen vielleicht
wie mir mit meinem IC-730. Niemand hatte mich gewarnt, dass dieses Gerät nicht
ARQ-tauglich ist und erst umgebaut werden muss, damit man es für Pactor verwenden kann.
Als ich dann die Software installiert hatte, wunderte ich mich, warum
manchmal ein Connect nicht funktionierte und das QSO einfach nicht weiter ging. Wenn ich
von einer anderen Station connectet wurde, lief das QSO einwandfrei. Ich experimentierte
tagelang mit allen möglichen Zeitparametern nichts. Erst nach einer Anfrage bei
SCS klärte man mich auf, dass mein Transceiver erst umgebaut werden müsse. Der Umbau war
aber so aufwendig, dass ich darauf verzichtete und mir ein moderneres Funkgerät kaufte.
Es sollte ein kleines Mobilfunkgerät sein mit einem großen
Frequenzbereich, so dass man nicht nur den gesamten Kurzwellenbereich zur Verfügung hat,
in Südeuropa auch auf 2 m damit Packet machen kann, den Empfang der Deutschen Welle in AM
ermöglicht und man sogar FM auf UKW damit hören kann. Es wurde ein IC-706, das sich
übrigens hervorragend für Pactor eignet, denn auch das als Option lieferbare
500-Hertz-CW-Filter lässt sich für SSB einsetzen, wenn man es einfach im SETUP als
schmales SSB-Filter anmeldet und in der Betriebsart NARow die Shift bei SSB
auf ca. 16 Uhr stellt. Es funktioniert bei CW weiterhin.
Die Installation der Hardware
Zunächst muss der PTC mit dem Funkgerät verbunden werden. Hier gibt
das Handbuch eine ziemlich gute Beschreibung, was zu tun ist. Achtung! Der mitgelieferte
DIN-Stecker erwies sich für meinen Lötkolben als nicht wärmefest genug und ein Stift
ist sofort durchgerutscht, als ich ein Kabel anlöten wollte. Die Beschaffung eines neuen
7-poligen DIN-Steckers erwies sich als ziemlich schwierig. Schade, dass bei dem Preis
nicht schon ein vorkonfektioniertes Kabel mit angelötetem Stecker mitgeliefert wird wie
bei meinem Funkgerät. Dann hätte ich nur die entsprechenden Adern zusammenlöten
müssen. Das würde keine Probleme gegeben haben. Der Computer wird einfach mit einem
käuflichen Kabel für eine serielle Schnittstelle mit neunpoligem Stecker mit dem PTC
verbunden.
Der PTC-II hat zwei Eingänge für die Betriebsspannung: wahlweise
über eine speziell dafür vorgesehene DC-Buchse oder über die Anschlussbuchse des
Kurzwellentransceivers. Die beiden Anschlüsse sind mit Dioden entkoppelt und versorgen
einen Schaltregler, der die Versorgungsspannung für den Digitalteil (5 V) mit hohem
Wirkungsgrad erzeugt. Die Eingangsspannung darf 8 bis 20 V betragen, wobei die
Stromaufnahme durch die Verwendung des Schaltreglers von der Eingangsspannung abhängt.
Typisch sind 350 mA bei 13,8 V Versorgungsspannung.
Die Installation der Software
Wenn Sie nun einen PTC erworben haben und nach dem Handbuch von SCS
vorgehen, kann es bei der Installation Probleme geben. Es wird im Handbuch Das erste
QSO beschrieben, dass man zunächst für einen ersten Test ein einfaches
Terminalprogramm benutzen sollte. Aber woher sollte ich es nehmen? Habe ich so ein
Programm in meiner Softwaresammlung? Was ist ein Terminalprogramm? Wie bediene ich das?
Nein, das ist zu schwierig für mich. Später nach einer gewissen Einarbeitungszeit
mit dem Handling von digitaler Übertragung erkannte ich, dass ich mit
Hyperterm unter Windows 95 ein hervorragendes Terminalprogramm besitze. Aber
das wusste ich als Anfänger in digitaler Übertragung nicht.
Also verwenden Sie einfach das mitgelieferte Programm
Plusterm oder die modernere Version PTPRO für den Protected
Mode modernerer Computer für die ersten Versuche. Wenn Sie dann das Programm unter
Windows 95 installieren wollen, erleben Sie die nächste Schwierigkeit. Üblicherweise
startet man einfach eine mitgelieferte Install-Datei INSTALL.BAT und der
Installationsvorgang läuft im Dialog ab mit Fragen wie: In welches Verzeichnis soll
das Programm installiert werden? und so weiter. Nicht so bei Plusterm. Das Programm
bricht ab und verlangt die Eingabe von Installationslaufwerk (meistens A: - sollte das
Programm doch selbst merken!) und Angabe des Zielverzeichnisses direkt beim Start.
Wie macht man das bei Windows 95? Entweder man geht ins DOS-Fenster
und folgt den Anweisungen und tippt nun INSTALL A: C:\AFU\PACTOR\PLUSTERM ein
(oder ein entsprechendes Verzeichnis Ihrer Wahl!) oder man geht im START-Menü von Windows
nach AUSFÜHREN DURCHSUCHEN Laufwerk A und tippt dann in dem
Fenster diese Zeile ein. Allerdings darf das Verzeichnis keinen längeren Namen als 8
Buchstaben haben, sonst wird es von Plusterm nicht erkannt.

Bild: Der Bildschirm des DOS-Programms PTPRO
Wenn Ihnen die Installation gelungen ist, müssen Sie noch ein paar
Eintragungen in zwei Dateien machen. Leider werden diese nicht automatisch bei der
Installation abgefragt, nämlich in der Plusterm.INI das eigene Call sowie die zu
verwendende Schnittstelle und die Baudrate vom Computer zum PTC und in der Plusterm.CT
mindestens den eigenen Namen und das QTH. In der Abbildung die entscheidenden Zeilen für
die PLUSTERM.INI, die bei mir so funktionieren.
[PORT]
SerNr=2
ß
wenn Sie COM 2 als serielle Schnittstelle verwenden
SerBaud=19200 ß
für die übliche Baudrate bei Windows
SerPort=0
SerIRQ=0
[PLUSTERM]
PTC_Version=2.2
(1998!)
PTC_Typ=II
MyCall=DJ4UF ß
eigenes Call
Selcall=DJUF ß
nur 4 Buchstaben für AMTOR
Wenn Sie nun erst den Transceiver und den PTC einschalten und
die entsprechenden Verbindungen hergestellt haben und dann das Programm Plusterm.exe oder
PTPRO.EXE starten, müsste die AUTOBAUD-Funktion eigentlich reagieren und die Leuchtdioden
flackern, wenn irgendwelche Signale zu hören sind.
Wenn Sie dann connectet werden, wird aber Ihr System Sie als
Martin aus Maintal vorstellen, wenn Sie nicht die Datei Plusterm.ct im
Verzeichnis Fixfile entsprechend geändert haben. Schade! Das Programm sollte Namen und
QTH bei der Installation abfragen und entsprechend in der Datei eintragen, wie dies bei
den Packet-Programmen inzwischen üblich ist. Vielleicht hat man dies inzwischen auch
schon geändert.
Ansonsten ist das Programm Plusterm oder die Version PTPRO recht gut,
nach gewisser Einarbeitungszeit auch leicht zu bedienen und mit reichlich Funktionen
ausgestattet. Es läuft im DOS-Fenster von Windows 95 einwandfrei. Aber es gibt nichts,
was noch verbesserungswürdig wäre, das ist hier die Installation. Bitte aber bedenken
Sie, schreibt SCS auf Anfrage, wir machen nur die Hardware. Das Programm ist nur eine
kostenlose Beigabe. Es ist wie bei Packet. Die Firmen entwickeln die Hardware (TNCs) und
die Funkamateure entwickeln dazu die Software. Wenn mehr Programmierer Pactor machen
würden, gäbe es auch bald mehr Programme für Pactor in deutscher Sprache.
Hinweis 2001: Dies ist ein
Artikel von 1999. Inzwischen gibt es eine Reihe von guten Freewareprogrammen, von denen
ich fünf getestet habe. Diese finden Sie hier auf der Homepage unter
Betriebserfahrungen
Wenn der PTC im AUTOBAUD-Modus reagiert hat und die Dioden flackern,
ist schon fast alles gewonnen. Geben Sie mit dem MY-Befehl nun Ihr Rufzeichen
in den PTC ein, wenn nach dem Drücken der ESC-Taste der Befehl CMD: gezeigt
wird oder ein kleines, blaues Zusatzfenster aufgeht. Wenn Sie nur MY eingeben, wird das
aktuelle Rufzeichen angezeigt. Dies ist beim erstmaligen Einschalten das
Flash-Call vom PTC. Ich musste eingeben: MY DJ4UF und dann mit der
Eingabetaste abschließen.
Wenn Sie jetzt U (unproto) eingeben, müsste der Sender über die PTT
eingeschaltet werden. Prüfen Sie direkt einmal die Ausgangsleistung. Der Sender sollte
nicht mehr als 50% seiner maximalen Ausgangsleistung (70% der Spannung) anzeigen. Ist dies
zu viel oder zu wenig, können Sie für Level 1 mit FSKA den aktuellen Wert abfragen (60
mV?) und dann mit FSKA 70 bis FSKA 1000 den Wert gegebenenfalls erhöhen. Beobachten Sie
dabei die ALC-Anzeige! Der Sender darf nicht übersteuert werden. Dabei sollte der
MIC-Regler des Senders auf etwa 50 % eingestellt sein. Danach sollte der Mikrofonregler
nicht mehr verstellt werden.
Für Level 2 beim PTC-II kann man mit U 3 den Unprotobetrieb
einschalten und mit PSKA sich den aktuellen Wert (z.B. 140 mV) anzeigen lassen und
gegebenenfalls den Wert mit PSKA 150 bis PSKA 1000 erhöhen oder mit PSKA 130 und so
weiter erniedrigen. Der ALC-Level des Senders sollte nicht über den zulässigen Wert
gehen. Sie verlassen den Unprotomodus wieder mit DD.
Ist dies nun alles in Ordnung, kann es losgehen mit dem ersten
Connect. Haben Sie einen Bekannten, mit dem Sie sich verabreden können? Ansonsten hören
Sie mal in dem Bereich 3580 bis 3590 kHz oder kurz unter 7040 kHz, ob Sie Pactor-Signale
finden. Dazu sollte der Listen-Modus (listen = hören) eingestellt sein. Dies erreicht man
durch den L-Befehl im Command-Modus mit L 1. In der Status-Zeile wird PACTOR
LISTEN angezeigt.
Hören Sie digitale Signale, die im Sekundenrhythmus wechseln, kann
dies AMTOR oder PACTOR sein. Bei PACTOR kommen immer längere Perioden von der Sendeseite
(Master) und kurze Signale vom Empfänger (Slave), wenn Daten übertragen werden. Wenn Sie
solch ein Signal hören, versuchen Sie die Frequenz so einzustellen, dass die beiden
äußeren Dioden der LED-Anzeigekette heller leuchten, als die mittleren. Bei richtiger
Einstellung können Sie jetzt Texte oder Teile davon mitlesen. Wenn Sie Pactor Level 1
verwenden, können Sie allerdings keine Texte in Pactor Level 2 mitlesen, wohl umgekehrt
(der PTC-II ist abwärts kompatibel).
Klappt das Mitschreiben, wagen Sie sich an Ihren ersten Connect. Wenn
zwei Stationen Schluß gemacht haben, rufen Sie einmal die lautere von beiden an, indem
Sie im Command-Modus einfach eingeben C Rufzeichen und dann die Entertaste
betätigen. C DJ4UF bedeutet, dass Sie gern DJ4UF auf der Frequenz connecten möchten.
Dies wird auch unmittelbar bestätigt mit CONNECTED TO DJ4UF, wenn der Connect
geklappt hat. Dann wird automatisch Ihr Rufzeichen ausgegeben mit der vorangestellten
Levelebene, also 1DL9XYZ oder ähnlich und dann meldet sich die Gegenstation mit ihrem
Connecttext, in dem der Name und das QTH schon enthalten sind.
Danach folgt eine ganz normale Unterhaltung
allerdings in geschriebener Form. Sie können die Antworten im Sendefenster schon
schreiben, während Sie den Text noch empfangen. Wenn die Gegenstation mit Steuerung-Y
(STRG-Y) die Tasten übergibt (change over), wird Ihr vorgeschriebener Text
direkt ausgesendet. Zum Schluss der kurz gehaltenen Durchgänge drücken Sie STRG-Y und
die Gegenstation ist wieder dran.
Ein QSO wird beendet, wenn einer der beiden Stationen nach
mehrmaliger Verabschiedung (ein guter Funkamateur verabschiedet sich mindestens dreimal,
HI) mit ESC in den Command-Modus geht und D (disconnect) eingibt. Wenn aus irgendeinem
Grunde gar nichts mehr geht, kann man mit dem Befehl DD einen Notaus
erreichen. Damit wird aber bei der Gegenstation kein Disconnect erreicht und diese Station
sendet bis zum Timeout weiter Idle-Signale.
Sie können für Ihre ersten Versuche auch eine Pactor-Mailbox
connecten. Dazu müssen Sie aber die genaue Frequenz der Mailbox wissen (Liste einiger
Mailboxen in der Tabelle) und von dieser Frequenz 1,4 kHz abziehen, wenn Sie in USB senden
(meist üblich) oder 1,2 kHz dazuzählen, wenn Sie in LSB senden (seltener üblich, geht
aber genau so gut).
(Diese Liste ist von 1998!)
Call |
Frequenzen in kHz |
Bemerkung |
DK0BLN |
3581, 7038, 14081, 21081, 28075, 3583,7 |
Berlin |
DK0MAV |
3588 |
|
DK0MUN |
14066, 14069,5 |
München |
HB9AK |
3581, 3583, 3588, 7038, 7040, 7041, 10142, 10146, 14071, 14072, 14078,
14098, 18102, 21071, 21080 |
nur auf einer Frequenz pro Band (Scan) |
TA3BBS |
14068 |
Izmir, OP: TA3B |
Tabelle: Einige Pactor-Mailboxen
Nehmen wir einmal an, Sie haben HB9AK auf 7038 ausgewählt. Dann
stellen Sie den Sender in USB auf 7036,6 kHz ein und geben dann im CMD-Modus C
HB9AK ein. Danach kann eine Verbindung ablaufen, wie sie im folgenden mitgeschrieben
wurde.
***
CONNECTED TO HB9AK
1dj4uf
DJ4UF
de HB9AK mailbox
Hello
ECKART
No
msgs for you
help
HELP
to use HB9AK ON HF (update 10th APR 96)
Save
it now !
LIST Show menu of list commands (eg: LIST
USERS)
INPUT Enter a msg into the box (also SP ...)
READ Read an info-file
SP Set up to forward
a msg (via Pactor1 or -2, ARQ or aX25)
TEXT Enter a msg to forward
QTC Get (read) your msgs
QSL QSL (delete) your msgs
NAME Enter your name
LOG (Callsign) to get his
last connect to HB9AK
BELL Alert the sysop
QRT
Always
end the command with + ? on ARQ
>>
or change-over on Pactor (default ctrl-Y) <<
For
more help, enter HELP and the name of the command.
You
can always break-in / change-over to skip to a new command.
Eine interessante Möglichkeit bei den meisten Pactor-Mailboxen
sei zum Schluss noch hervorgehoben. Es ist die Möglichkeit, jemandem, der nur in
Packet Radio QRV ist, eine Nachricht über eine Pactor-Mailbox zukommen zu lassen. Dieser
Befehl heißt bei HB9AK SP (send packet). Hinter diesem Befehl muss das
Empfänger-Rufzeichen mit Zielmailbox und der Titel eingegeben werden, wie Sie dies in den
letzten Zeilen des QSO-Mitschnitts von HB9AK erkennen können. Danach folgt der Befehl
TEXT und dann der eigentliche Text. Das Ende des Textes wird mit dem Change-Over (STRG-Y)
erreicht.
Sehr interessant ist der Connect mit Übersee-Mailboxen. Ist es nicht
ein tolles Gefühl, sich in eine Mailbox in Südafrika oder vielleicht sogar in Neuseeland
direkt einloggen zu können? Und wenn man dort nur einmal die Help-Datei oder die
Stationsinfo ausliest! Frequenzen einiger Mailboxen finden Sie in folgender Liste, die
aktuell aus dem Packet-Netz unter der Rubrik PACTOR ausgelesen werden kann. Sie wird
praktisch täglich erweitert und wird in dieser vorliegenden Fassung sicher schon nicht
mehr aktuell sein. Finden Sie selbst neue Mailboxen und geben Sie die Frequenzen in der
PACTOR-Rubrik bekannt!
Nachtrag 2001: Inzwischen gibt
es auch die Möglichkeit, E-Mails über Pactor zu verwenden über sogenannte
Winlink-Stationen. Dafür gibt es ein besonderes Programm Airmail. Einen Bericht darüber
finden Sie hier auf der Homepage.

Fazit
Pactor ist eine sehr interessante und sich ständig weiter
entwickelnde Betriebsart, die immer mehr Freunde gewinnt. Für Leute auf einem Schiff auf
See oder im fernen Ausland unterwegs ist es vielleicht die einzige Möglichkeit, jederzeit
Nachrichten an befreundete Funkamateure in der Heimat absetzen zu können. SSB-Skeds mit
festen Zeiten und Frequenzen funktionieren häufig nicht wegen der nicht genau
vorhersagbaren Übertragungsbedingungen. Für OMs mit Kurzwellenlizenz, die Spaß an
digitalen Betriebsarten haben, ist dies eine hervorragende Möglichkeit, weltweite
Kontakte herzustellen. Überall auf der Welt gibt es Mailboxen, wie die Frequenzliste
zeigt. Und natürlich ist dies auch eine Betriebsart für den DXer, der mit kleiner
Leistung seltene Länder erreichen möchte.
Literaturhinweise:
PACTOR-Funkfernschreiben
mit Memory-ARQ und Datenkompression.
Hans-Peter Helfert, DL6MAA und Ulrich Strate, DF4KV. cq-DL 11/90
PTC
oder PACTOR-Controller.
Martin Clas, DL1ZAM und Peter Mack, DL3FCJ. cq-DL 7/91
SCS
PTC-II - die neue Dimension in der Fernschreibtechnik.
Handbuch zur Version 2.0 1996
Das
PACTOR-II-Protokoll, FUNK 3/97 Seite 40
Die
PACTOR-II-Hardware, FUNK 4/97 Seite 75
Amateurfunklehrgang
FUNKTECHNIK. Buch erschienen im VTH-Verlag Baden-Baden von Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF,
1. Auflage 1997
Kapitel Digitale Übertragungstechnik
Bezug des PTC: SCS
Special Communications Systems, Röntgenstr. 36, D-63454 Hanau.
© Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF, April 1999/Juni 2001
Bitte weitersagen:
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