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Sked mit EA5/DJ4UF
Meteorscatter unterwegs
Meteorschauer
Derzeit (November) sind die
Leoniden aktiv -
Siehe Tabelle unten!
WSJT Meteorscatter mit der Soundkarte
Wie funktioniert Meteorscatter?
Wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne hin und wieder Bahnen von Meteoritenströmen streift, dann hinterlassen deren Teilchen, die in die Atmosphäre ein tauchen und dort verglühen, ionisierte Bahnen. Die Lebensdauer einer solchen in 100 km Höhe befindlichen Ionenbahn beträgt Sekundenbruchteile bis wenige Sekunden, in seltenen Fällen
bei größeren Meteoritenschauern auch bis zu mehreren Minuten. Durch Reflexionen an solchen ionisierten Bereichen lassen sich im VHF-Bereich Entfernungen zwischen 500 bis 2200 km überbrücken. Aus der kurzen Dauer solcher Reflexionen resultiert eine spezielle Betriebstechnik, die hier einmal genauer beschrieben werden soll.
Meteorscatter Telegrafie (HSCW)
Für
die Erzeugung der Hochgeschwindigkeits-Morsezeichen kann man eine Speichermorsetaste
benutzen und den Sender direkt tasten. Man speichert
die Texte in normaler Gebegeschwindigkeit vorher ein und erhöht dann bei
der Ausgabe die Geschwindigkeit auf 1000 bis 3000 Buchstaben pro Minute (letters
per minute LPM). Man kann mit diesen CW-Zeichen einen Sinus-Tongenerator
steuern und diesen Ton in SSB aussenden. Es entsteht ein AFSK-Signal (audio
frequency shift keying) mit einer Frequenzablage, die der Tonhöhe des
erzeugten Sinustons entspricht. Später benutzte man ein Computerprogramm, das mit Hilfe der
Soundkarte die Morsetöne erzeugte, mit denen man den SSB-Sender moduliert
hat (AFSK).
Die Meteorscattersignale in Hochgeschwindigkeitstelegrafie
können nicht direkt gelesen werden. Deshalb werden die Signale während der
Empfangsperiode gespeichert und dann während der folgenden Sendeperiode in
langsamer Geschwindigkeit ablaufen gelassen, um die Zeichen lesen zu
können. Für diese empfangsseitige
Umsetzung der Morsezeichen hat man früher Tonbandgeräte mit
Geschwindigkeitsumschaltung zwischen 19 m/s und 2,4 m/s (UHER Report)
verwendet, erreichte damit also gerade mal einen Faktor 8. Mit einem
Datenrecorder [1] erreicht man eine Geschwindigkeitsreduzierung bis zu 1 zu
50.
Die automatische Dekodierung der Morsezeichen mit einem
Morsedekodierungsprogramm funktioniert in der Praxis bei Meteorscatter
nicht, weil die Zeichen bei der Streuung an den Meteoriten sehr
"verschliffen" werden. Damit kommt kein Morseprogramm zurecht. Es
funktioniert nur die "menschliche" Dekodierung. damit waren bisher
die CW-isten unter den Funkamateuren im Vorteil.
Meteorscatter FSK441 (WSJT)
Nachdem sich PSK31 auf Kurzwelle als hervorragende Betriebsart durchgesetzt hat, wobei man mit sehr kleinen Leistungen weltweite Funkfernschreibverbindungen durchführen kann, war es nur eine Frage der Zeit, bis man auch auf Ultrakurzwelle (VHF 2-m-Band) ein vergleichbares Verfahren für die sonst übliche Morsetelegrafie gefunden hat. Joe Taylor, K1JT, ein amerikanischer
Wissenschaftler (Nobelpreisträger für Physik) hat Anfang des Jahres 2001 sein Meteorscatterprogramm
WSJT [4] vorgestellt, das sich in den USA sehr schnell durchgesetzt hat und sich auch hier in Europa in
Windeseile zu verbreiten beginnt. Praktisch hat diese
Meteorscatterbetriebsart innerhalb eines Jahres das "High-Speed-CW"
fast völlig verdrängt.
WSJT ist der Name eines Computerprogramms und steht für
"Weak Signal communication by K1JT", also für Funkverbindung für schwache Signale von K1JT. WSJT benötigt keinerlei
Hardware, sondern ist ein (kostenloses) Computerprogramm, das mit der Soundkarte arbeitet. Es arbeitet unter Windows 95, 98, ME,
XP und 2000. Das Programm sendet
Textinformationen in Vierton-Frequenzumtastung (FSK) mit 441 Baud. Diese Übertragungsart wird FSK441 genannt. Jedes zu übertragende Zeichen besteht aus drei von den vier Tönen. Diese drei Töne werden ohne Pause sequentiell (nacheinander) ausgesendet. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist 147
Buchstaben pro Sekunde oder 8820 Buchstaben pro Minute.
Durch diese hohe Übertragungsgeschwindigkeit eignet es sich hervorragend für Meteorscatter, wobei kurze Ionisationen von zufälligen Meteoriten, so genannte "Pings", zur Reflexion in zirka 100 km Höhe über der Erde ausgenutzt werden. Bei 147 Zeichen pro Sekunde benötigt ein Zeichen etwa
sieben Millisekunden. Also drei aufeinander folgende Zeichen benötigen zwanzig Millisekunden.
Kurze Pings von einer Zehntel Sekunde (100 Millisekunden) können also bereits Texte mit 15 Zeichen reflektieren. Vergleicht man dies mit den bei Meteorscatter-CW üblichen 2000 Buchstaben pro
Minute, liegt man mit FSK441 um einen Faktor vier höher. Statt 15 Zeichen schafft man bei CW nur
3 Zeichen bei einem solchen Ping.
Ein weiterer Vorteil gegenüber CW-Meteorscatter ist, dass man keine eigene Rückdekodierung
machen muss, denn die Zeichen werden, wie bei RTTY üblich, vom Programm direkt dekodiert.
Wegen der Möglichkeit, bei kurzen Pings bereits längere Textpassagen
empfangen zu können, hat man die Sende- und Empfangsperioden um den Faktor
fünf verringert. Man arbeitet mit 30-Sekunden-Perioden anstatt mit
2,5-Minuten-Perioden bei CW oder 1-Minute-Periode bei SSB.
Bei Meteorscatter gibt es wegen der sehr kurzen
Informationsinhalte eine bestimmte Prozedur, um für Diplome zählbare
komplette Funkverbindungen herzustellen. Für eine "komplettes QSO"
gilt, dass in beide Richtungen die beiden Rufzeichen sowie ein Rapport
ausgetauscht werden müssen und die Richtigkeit dieser kompletten
Information auch funktechnisch bestätigt worden sein muss. Es ist dasselbe
wie bei einem CW- oder SSB-Contest. Auch dort ist ein QSO erst komplett,
wenn man das Rufzeichen und den Rapport (eventuell noch eine laufende
Nummer) auf beiden Seiten (mit "roger") bestätigt hat.
Die Anruffrequenz
Das FSK-Signal bei FSK441 (WSJT) hat eine Bandbreite wie ein
normales SSB-Signal. Man benutzt den Frequenzbereich zwischen 144.360 bis
144.395 MHz im 2-m-Band. Die Frequenz 144.370 MHz ist die Anruffrequenz.
Dort ruft man CQ. Außerhalb der Schauer kann man auf dieser Frequenz auch
QSO fahren. Bei höherer Schauertätigkeit entsteht aber viel QRM und es hat
sich eingebürgert, nach dem CQ-Ruf QSY zu machen, wie man es auch in SSB
auf der Anruffrequenz 144.300 MHz macht. Allerdings gibt man direkt beim
CQ-Ruf die Ausweichfrequenz folgendermaßen an.
CQ361 EA5/DJ4UF
bedeutet, dass EA5/DJ4UF zwar auf der Anruffrequenz CQ ruft,
aber auf der Frequenz 144,361 MHz hört und dann, sobald er dort etwas
hört, selbst dorthin QSY macht. Dadurch ist die Anruffrequenz für den Rest
der Zeit einer Funkverbindung wieder frei. Allerdings können recht viele
Stationen auf der Anruffrequenz CQ rufen, weil durch die verschiedenen
Antennenrichtungen und Entfernungen andere Meteoriten für die Reflexion
zuständig sind, die meist nicht zu gleicher Zeit eintreffen.
Das Rapport-System
Der Rapport besteht bei Meteorscatter aus nur zwei Ziffern. Die erste Ziffer gibt die Länge der Reflexionen an, die zweite die Feldstärke.
Etwa folgende Staffelung hat sich eingebürgert. Bei der Signalstärke
hängt es etwas von den Möglichkeiten seiner Empfangsverhältnisse ab. Da
kann schon ein Signal mit 4 dB über Rauschen ein starkes Signal sein, das
man mit einer "7" kennzeichnen möchte. Hier folgen ungefähre
Richtwerte:
|
1. Ziffer
|
2.Ziffer
|
|
1 = Pings ohne Information |
5 = Rauschen |
|
2 = Pings/Bursts bis 1 Sekunde |
6 = bis 6 dB über Rauschen |
|
3 = Bursts 1 s bis 5 s |
7 = 6 dB bis 12 dB über Rauschen |
|
4 = Bursts 5 s bis 30 s |
8 = 12 dB bis 18 dB über Rauschen |
|
5 = Bursts länger als 30 s |
9 = mehr als 18 dB über Rauschen |
Der Rapport "1" und die Ziffer "5" werden in der Praxis nicht verwendet.
Ein typischer Rapport ist 26 oder 27 oder bei einem langsam
verglühenden Meteor entsprechend 36 oder 37.
Der Random-Betrieb
Man kann sich im Cluster oder über das Internet zu einem Meteorscatter-QSO
verabreden. Aber meistens wird Random-Betrieb gemacht, indem einer auf
144,370 MHz CQ ruft. Man sendet nur CQ + Rufzeichen oder CQ + QSY-Frequenz +
Rufzeichen.
Beispiele
Achten Sie bei der Eingabe der Textzeilen darauf, dass am
Ende noch ein Leerzeichen steht, damit bei der Wiederholung der Texte das
Ende und der Anfang nicht zusammen geschrieben werden. Dann wird der Text
schwer lesbar, zum Beispiel EA5/DJ4UFCQ361 EA5...
Es wird nun immer 30 Sekunden gesendet und 30 Sekunden
empfangen. Die erste Hälfte einer Minute nennt man die erste Periode, die
andere die zweite Periode. Damit nicht beide Stationen zur gleichen Zeit
senden, muss man bei einem Sked die Periode (wer anfängt) verabreden. Beim
Random-QSO (CQ) hat sich folgendes System eingebürgert, damit sich die
Stationen in der Nähe nicht stören. Stationen in Mitteleuropa rufen in der
zweiten Periode und empfangen also in der ersten Periode. Stationen am europäischen Außenrand (Nord-, Ost-,
Süd-, Westeuropa) senden dementsprechend in der ersten Periode. So stören sich benachbarte Stationen in Mitteleuropa dann nicht, wenn sie zur gleichen Zeit senden bzw. hören.
Deshalb muss die Computeruhr vor einem QSO auf die Sekunde genau gestellt
werden, damit sich nicht Teile der Sende- mit der Empfangsperiode
überschneiden. Die PC-Uhren gehen häufig nicht sehr genau und müssen nach
ein paar Stunden nachgestellt werden.
Hört man zufällig einen Ping oder einen Burst mit einem CQ-Ruf (z.B. CQ SM7SCJ)
kurz nach 17:21:00 Uhr, antwortet man frühestens um
17:21:30 Uhr (2. Periode!), indem man beide Rufzeichen eine Periode lang sendet.
Um automatisch in der zweiten Periode zu senden, stellt man im Programm WSJT
auf "Auto Period ON" und setzt kein Häkchen bei "TX
First". Hat man das Rufzeichen beim CQ-Ruf eindeutig empfangen, kann
man direkt mit einem entsprechenden Rapport anrufen.
Beispiel
SM7SCJ DJ4UF 26 26 SM7SCJ DJ4UF 26 26 ...
Man hofft in der folgenden halben Minute auf Antwort. Wenn man in der
folgenden halben Minute nichts hört, muss man weiter immer in der zweiten
Periode rufen. Bei schlechten Bedingungen, wenn also nicht gerade ein
Meteoritenschauer vorhanden ist, kann es schon mal eine Viertelstunde
dauern, bis man von der angerufenen Station Antwort erhält.
Ist in dieser Antwort das eigene Rufzeichen nicht eindeutig enthalten, sondern andere Buchstaben zu erkennen, soll man nicht weiter rufen, denn sonst entsteht bei SM7SCJ QRM und er kann vielleicht keine der anrufenden Stationen aufnehmen. Man
muss sich dann gedulden, bis SM7SCJ seine Final-Rogers gibt und kann dann erneut anrufen.
Hat SM7SCJ den Anruf gehört, ist aber noch nicht ganz sicher bei Rapport
oder Rufzeichen, sendet er zum Beispiel
DJ4UF SM7SCJ 27 27.
Ist er aber ganz sicher, dass Rufzeichen und Rapport stimmen, antwortet er
mit
DJ4UF SM7SCJ R27 R27.
Habe ich den Rapport (zum Beispiel 27) empfangen, antworte
ich mit
SM7SCJ DJ4UF R26 R26.
Habe ich beide Rufzeichen und den R27-Rapport komplett empfangen, antworte ich mit
SM7SCJ DJ4UF RRRRRR.
Man nennt diese RRR (3 bis 6 R's) die Final-Rogers. Erst,
wenn man diese Final-Rogers empfangen hat und man sicher ist, dass auch die
Gegenstation meine Final-Rogers empfangen hat, ist das QSO komplett. Um zu
bestätigen, dass man die Final-Rogers empfangen hat, sendet man zum
endgültigen Schluss noch viele Grüße (73)
73 73 DJ4UF
Damit ist das QSO dann abgeschlossen. Wenn man die 73
empfangen hat, beendet man seine Aussendungen.

Es müssen folgende Verbindungen hergestellt werden:
1. Vom NF-Ausgang des Transceivers zum Line-In des Computers,
2. vom Ausgang der Soundkarte an den Modulationseingang des
Transceivers,
3. die PTT-Steuerung.
Zu 1
Das Signal zum Empfang von Meteorscatter kann direkt dem Zweitlautsprecher-
oder Kopfhöreranschluss entnommen werden. Besser ist, die NF am DATA-Ausgang
(oder Demodulationsausgang ACC-Buchse) zu entnehmen, weil man dort einen vom
Lautstärkeregler unabhängigen NF-Pegel hat, den man nämlich sorgfältig
einstellen muss. Außerdem kann man dann die Empfangssignale gleichzeitig mit
einstellbarer Lautstärke aus dem Lautsprecher hören.
Zu 2
Man kann das Ausgangssignal des Computers (Soundkarte – Out) beispielsweise
in den Mikrofoneingang geben. Allerdings muss das Signal dann auf wenige
Millivolt heruntergesetzt werden. Wegen häufig auftretenden Brummschleifen
und HF-Rückkopplung muss das Signal über einen NF-Trafo oder einen
Optokoppler eingespeist werden. Der Vorteil ist, dass man in diesem Fall mit
VOX anstatt mit PTT arbeiten kann.
Besser ist die Einspeisung am „DATA“-Eingang oder Modulationseingang (ACC)
des Transceivers. Das Soundkartensignal kann dann direkt eingespeist werden
und der Pegel wird am Lautstärkeeinsteller des PC so eingestellt, dass
gerade Vollaussteuerung erreicht wird.
Zu3
Üblicherweise hat der DATA-Eingang auch einen PTT-Zugang. Es wird dafür ein
„Nullpegel“ gebraucht. WSJT liefert dazu an der COM-Schnittstelle (RTS und
CTS) einen 5-V-Pegel zum Senden. Diesen kann man nutzen, um darüber einen
Schalttransistor zu schalten, (siehe Schaltung oben) der dann die PTT auf
Null zieht. Damit die NF nicht kurzgeschlossen wird, muss dieser
PTT-Low-Pegel über einen Widerstand entkoppelt werden. Die NF wird dann über
einen Koppelkondensator von 1 bis 10 µF zugeführt.
Eckart K. W. Moltrecht, 24.9.2004
Betriebstechnik mit dem Programm WSJT
Im Programm WSJT sind nach Eingabe des Rufzeichens und
"Generate Standard Texts" folgende Texte vorgegeben.
Wenn man die Final-Rogers oder die 73 sendet, braucht man
nicht mehr beide Rufzeichen zu wiederholen. Wenn auf der Frequenz noch
andere Stationen sein könnten, muss man wenigstens noch das eigene
Rufzeichen hinzufügen. Ich habe den 73-Text etwas abgeändert, um bei
meinem Portabeleinsatz den Standortkenner (Locator) bekannt zu geben.
Nachdem ich die 73 von der Gegenstation empfangen habe, rufe ich gemäß
Text 6 wieder CQ.
Ruft eine Station auf der Anruffrequenz 144,370 MHz CQ mit
einer QSY-Frequenz, wechsle ich direkt zu der dort angegebenen Frequenz und
rufe dort die Station in der entsprechenden Periode und höre auch dort.
Beispiel einer Empfangszeile aus WSJT
102130 6.6 120 3 26 109 Q39
CQ392 G4LOH CQ392
Die erste Zahl ist die Uhrzeit für den Beginn der Periode,
hier 10:21 + 30 Sekunden. Die zweite Zahl ist die Zeit innerhalb der
Periode, also 6,6 Sekunden danach oder 10:21:36,6 Uhr. Die folgende Zahl ist
die Länge des Pings, hier 120 Millisekunden. Die folgende Zahl gibt die
Dezibel über Rauschen an, hier also 3 dB. 26 ist der von WSJT
vorgeschlagene Rapport und 109 die Frequenzabweichung, die WSJT aus den
Tönen errechnet, hier +109 Hz. Die Station G4LOH sendete also 109 Hz höher
als meine eingestellte Empfangsfrequenz. Die folgenden Daten bedeuten den
Sendetext "Q39 CQ392 G4LOH CQ392".
G4LOH ruft also CQ mit QSY auf 144,392. Ich stelle meinen
Transceiver auf diese Frequenz und rufe dort
G4LOH EA5/DJ4UF
noch ohne Rapport, da ich die Station ja auf dieser Frequenz
noch nicht gehört habe. Wenn G4LOH mein Signal gehört hat, wird er auch
auf 144,392 MHz wechseln und dort antworten. Der weitere Verlauf ist wie
oben beschrieben.
Geduld ist nötig
Sowohl für den CQ-Rufenden wie auch für den Antwortenden
ist es wichtig, dass man Geduld aufbringt. Man muss seine Antenne beim CQ
mindestens 15 Minuten in der gleichen Richtung stehen lassen. Auch den Anruf
sollte man mindestens 15 Minuten weiter führen, wenn man nicht vorher ein
Signal empfängt, aus dem man ersehen kann, dass die Station einen anderen
ruft.
Auch nach Zustandekommen des Kontakts sollte man für die
gesamte Prozedur eine Stunde einkalkulieren, wenn nicht gerade ein großer
Meteorschauer herrscht. Stationen mit hoher Strahlungsleistung produzieren
vielleicht in jeder Periode mindestens einen Ping, aber Stationen mit
"nur" 50 Watt und einer 9-Element-Yagi brauchen schon einen
günstigen Eintreffwinkel des Meteoriten genau in der Mitte der Entfernung
zwischen den beiden Stationen.
Wenn man allerdings nach 20 Minuten nicht einen einzigen
Ping empfangen hat, ist die Wahrscheinlichkeit, ein komplettes QSO in einer
Stunde fertig zu bekommen, sowieso kaum möglich und man kann seine
Aussendung abbrechen.
Aus der folgenden Tabelle kann man die regelmäßig wiederkehrenden
Meteoriten-Schauer entnehmen. Die bekanntesten Schauer sind die Quadrantiden am 3./4. Januar mit maximal 100 Meteoriten-Einschlägen pro Stunde
(ZHR), die Perseiden am 11./12. August und die Geminiden am 12./13.
Dezember. Allerdings sollte man nach der Tabelle die günstigsten Zeiten für bestimmte Richtungen auswählen. Will man z.B.
von Deutschland aus mit YO2IS Richtung Südost während der Tauriden einen Sked vereinbaren, sollte man eine Zeit zwischen 0000 bis 0500 UTC wählen. Zu den anderen Zeiten ist der Reflexionswinkel auf die Meteoriten-Bahn sehr ungünstig und die Reflexionen nur sehr kurz.
|
Schauer |
Zeitraum |
N - S |
NO -SW |
O - W |
SO - NW |
|
Quadrantiden |
1.1.-5.1.
(3.1. max) |
0030-0630 |
1015-1730 |
2300-0300 |
2230-0600 |
|
1000-1500 |
|
1400-1600 |
|
|
Lyriden |
16.4.-25.4.
(22.4. max) |
0500-1030 |
0645-1100 |
0215-0500 |
0400-0900 |
|
2100-0200 |
2230-0300 |
|
2030-0100 |
|
eta-Aquariden |
19.04.
- 28.05.
(5.5.
max) |
0330-0530 |
0330-0730 |
0430-0930 |
0630-1030 |
|
0930-1100 |
|
|
|
|
Arietiden |
22.5. - 2.7.
(7.6. max) |
0300-0800 |
0400-0930 |
0700-1130 |
0300-0600 |
|
1030-1530 |
1300-1500 |
|
0900-1430 |
|
Zeta Perseiden |
20.5. - 5.7.
(9.6.max) |
0430-0900 |
0530-1030 |
0800-1300 |
0500-0700 |
|
1200-1630 |
1400-1600 |
|
1000-1530 |
|
Perseiden |
17.7. - 24.8.
(12.8. max) |
0730-1300 |
0700-1630 |
0830-0130 |
1800-0330 |
|
2130-0300 |
|
|
|
|
Orioniden |
2.10. - 7.11.
(21.10. max) |
2230-0300 |
2300-0530 |
0130-0700 |
0330-0900 |
|
0530-0930 |
|
|
|
|
S-Tauriden |
1.10.-25.11.
(5.11. max) |
0200-0500 |
1900-0030 |
2130-0300 |
0000-0500 |
|
1900-2230 |
|
|
|
|
Leoniden |
14.11.-21.11.
(18./19.11.max) |
0000-0500 |
0100-0630 |
0400-0830 |
0600-1100 |
|
0730-1200 |
1000-1200 |
|
0000-0230 |
|
Geminiden |
7.12.-17.12.
|
0300-0830 |
0500-0900 |
0000-0330 |
0200-0700 |
|
1900-2400 |
2030-0130 |
1830-2230 |
|
|
Ursiden |
17.12.-26.12. |
- |
0700-2400 |
0000-2400 |
1900-0700 |
Tabelle regelmäßig wiederkehrender Meteoriten-Schauer mit den günstigsten Zeiten UTC für verschiedene Richtungen

Relative Schauertätigkeit sporadischer Meteoriten im Laufe des Jahres
Wie wird die Antenne ausgerichtet?
Die Antenne wird üblicherweise genau auf die Gegenstation ausgerichtet. Man hofft dann im gemeinsamen Schnittbereich zufällig eine Meteoritenbahn zu treffen. Aus Bild 2 ist ersichtlich,
dass ein breiter Öffnungswinkel der Antennen von Vorteil ist. Hat auch nur einer der beiden Stationen einen geringen Öffnungswinkel, "erwischt" man weniger Reflexionsbahnen.
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich mit meiner damaligen 4 x
17-el Yagi längst nicht so viele Reflexionen gehört habe wie Guido DL8EBW mit
seiner Einzelantenne. Allerdings ist eine Hochgewinnantenne besser bei extremen
Entfernungen von 1800 bis 2200 Kilometern.
Vergleich der gemeinsamen Schnittflächen von zwei verschiedenen
Antennen
Da die Reflexionen in der E-Schicht in etwa 100 km Höhe erfolgen, ergibt sich daraus ein günstiger Abstrahlwinkel je nach Entfernung zwischen den beiden Stationen (siehe Bild
3). Der Fall 1 in diesem Bild zeigt die maximal mögliche Entfernung bei einem Abstrahlwinkel von 0 Grad. Es sind ohne zusätzliche Beugung über Tropo-Effekte etwa 2100 km möglich. Bei 1000 km Entfernung wird der günstigste Abstrahlwinkel bereits 10 Grad, was die meisten Antennen noch bringen, ohne sie mechanisch anzuheben. Allerdings
muss man bei gestockten Systemen hier eventuell mit der Grenze rechnen.
Elevationswinkel bei verschiedenen Entfernungen
Bei noch geringeren Entfernungen (Fall 3) sollte die Antenne in der Elevation angehoben werden, wie es bei EME-Anlagen üblich ist. Oder man verabredet
"Side-Scatter", indem man einen anderen "Treffpunkt" vereinbart. Dieser Treffpunkt ist üblicherweise ein Locator-Feld
in gleicher Entfernung von beiden Stationen.
Ich habe hier in meinem Winter-QTH in Spanien das Problem,
dass von Richtung Nordnordost bis Nordwest ein hoher Berg die
"Sicht" nach England versperrt. Wenn ich nun beispielsweise mit
GW8ASA aus IO81EM einen Meteorscatterversuch machen möchte, kann ich meine
Antenne maximal auf +20 Grad stellen. Dann müsste GW8ASA seine Antenne nach
Südosten (Richtung Italien) stellen, damit sich unsere "Strahlen"
etwa in dem Feld JN26 in Mittelfrankreich treffen.
Beispiel für Sidescatter
Wenn GW8ASA zufällig meinen CQ-Ruf, den ich in Richtung
Deutschland abgesetzt habe, in seiner Antennenrichtung nach Italien gehört
hat, sollte er seine Antenne auf keinen Fall in meine Richtung (EA5 für ihn
wäre Süden) nachdrehen, denn dann haben unsere "Sendestrahlen" keinen
gemeinsamen Schnittpunkt mehr.
Rauschen
Die Empfangsqualität hängt stark vom
Signal-Rausch-Verhältnis auf der Empfangsseite ab. Ein Empfangsvorverstärker
direkt unter der Antenne ist sehr hilfreich, wenn die Kabellänge größer als
10 m ist.
Ferner sollte man hausinterne Rauschquellen ausfindig
machen. Ich habe beispielsweise festgestellt, dass mein Fernseher 3 dB
Rauschen erzeugt. Das entspricht doppelter Leistung auf der Senderseite für
gleichen Signal-Rauschabstand. Diese Rauschquellen kann man folgendermaßen
ausfindig machen. Man stellt die grüne Empfangsmittellinie bei Empfang
(Monitor) ziemlich genau auf 0 dB ein (Options - RX-Einstellung). Dann
schaltet man einzeln alle elektronischen Geräte im Haus nacheinander ein-
und aus und beobachtet, ob sich die Rauschmittellinie verschiebt. Besonders
können Schaltnetzteile und digitale Geräte aller Art ein erhebliches
Rauschen auf 144 MHz erzeugen.
Beachten Sie, dass WSJT bei Signalen, die
nicht exakt auf der Frequenz empfangen werden, sehr fehlerhafte Texte
anzeigt. Außerdem werden am Anfang und am Ende der Reflexion die Signale
sehr verschliffen und dadurch die Texte inkorrekt. Wenn Sie in einer Periode
mehrere Pings mit verschiedenen ähnlichen Rufzeichen zur Auswahl
haben, nehmen Sie die Reflexion, bei der der entscheidende Text (zum
Beispiel das Rufzeichen) in der Mitte steht.
URLs:
[1] WSJT Programm: http://pulsar.princeton.edu/~joe/K1JT
[2] Sehr aktuelle Seite: http://www.meteorscatter.de
[3] Für Einsteiger in MS:
http://www.dj4uf.de
-> Funktechnik
[4] Für 2-m-DXer: http://www.vhfdx.de
Sind Sie zwischen Oktober und April an einem Sked mit
EA5/DJ4UF in JM08BR interessiert? Dann schicken Sie mir eine
Mail.
Viel Erfolg! DJ4UF, VHF-DX Gruppe DL-West
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