Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

Echolink -
wie geht das?

Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

Echolink mit dem Handfunkgerät

Ein Bericht von Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF (www.dj4uf.de)

Als wir im Frühjahr in Pedreguer / Südspanien über einen Flohmarkt gingen, hatte ich mein Handfunksprechgerät eingeschaltet und drehte über die Frequenzen, als ich plötzlich einen CQ-Ruf in Deutsch hörte. Ich glaubte, es wäre vielleicht auch ein Urlauber auf diesem Flohmarkt und antwortete. Doch war ich sehr erstaunt, als sich der OM vorstellte: Ich heiße Jens und sitze hier in meinem LKW auf einem Parkplatz bei Frankfurt.

Solch gute Funkbedingungen zwischen Deutschland und Südspanien auf 2-Meter hatte ich ja noch nie erlebt. Kann das wirklich richtig sein? Die Erklärung folgte: Ich arbeitete hier über einen Echolink-Repeater.

 

Das Prinzip

Nach diesem interessanten QSO machte ich mich "schlau" [1] und erfuhr, dass Echolink das Internet für die Übertragung der großen Entfernung nutzt. Auf der einen Seite verbindet sich der Funkamateur über sein Handfunkgerät "ganz normal" zu einem solchen Repeater. Wenn er sich dann über diesen Repeater, der mit dem Internet verbunden ist, irgendwo anders hin verbinden lassen möchte, muss er die Nummer des gewünschten "Linkknotens" kennen und diese Nummer mit Hilfe einer "DTMF-Tastatur" als Tonfrequenz aussenden. Über das Internet wird die Verbindung zu dem Linkknoten (hier also in Südspanien) hergestellt und dort über den angeschlossenen Repeater ausgesendet. Nun hört man die weit entfernte Stimme also aus dem nahe gelegenen Repeater und kann "ganz normal" antworten.

Zeichnung: DJ4UF

Bild: Das Prinzip bei Echolink (Zeichnung: DJ4UF)

Wenn Sie gern auch einmal eine solche internationale "Weitverbindung" mit Ihrem Handfunkgerät (oder auch mit dem FM-Funkgerät zuhause) machen möchten, lesen Sie weiter. Es wird ausführlich erläutert, wie man dabei vorgehen kann. Internet oder einen Computer benötigen Sie dazu nicht.

Zunächst müssen Sie einen Repeater für den Einstieg ausfindig machen, der Echolink kann. Viele normale Repeater auf 2-Meter oder 70-Zentimeter (Rufzeichen DB0*, DM0*) haben die Echolinkfunktion neuerdings integriert. Aber es gibt auch separate Einstiegsrepeater, die nur für Echolink eingerichtet sind (Rufzeichen DM0Z*, DO0Z*). Diese werden zunehmend auf der Frequenz 144,975 MHz eingerichtet [2]. Damit sie sich nicht gegenseitig stören, haben sie nur eine geringe Reichweite. In den Listen [1] werden Echolinkrepeater mit -R gekennzeicnet, die Linkknoten mit -L.

 

Zufalls- oder gezielte Verbindung

Bei einem Echolink-Repeater gibt es grundsätzlich zwei Funktionen. Sie können sich, wie im Amateurfunk üblich, mit einem "zufälligen" weltweiten Knoten verbinden lassen und einfach "CQ" rufen oder Sie wählen mit Hilfe einer bekannten Knotennummer eine gezielte Verbindung zu einem anderen Benutzer oder einem bekannten Linkknotenpunkt oder einem Link-Repeater.

Wenn Sie gern einmal mit einer unbekannten weit entfernten Amateurfunkstation sprechen möchten, können Sie die Zufallsfunktion der Echolink-Repeater nutzen. Durch Eingabe der Tonfolge 0-1 beispielsweise werden Sie zu einem weltweiten Knoten verbunden. Sobald sich dieser Knoten meldet, können Sie (normalerweise in Englisch) einen CQ-Ruf starten. Wundern Sie sich nicht, wenn dann eine Station aus Japan oder Australien antwortet.

Wollen Sie aber beispielsweise eine "gezielte" Verbindung nach Spanien zur Linkstation EA5AZW-L herstellen, weil dort vielleicht Freunde von Ihnen an der Costa Blanca Urlaub machen, benötigen Sie die Knotennummer von EA5AZW-L. Diese ist 26989. Geben Sie bei gedrückter Sendetaste mit Hilfe der DTMF-Tastatur die Knotennummer 2-6-9-8-9 ein, also ganz kurz nacheinander die 2, die 6, die 9, die 8 und nochmals die 9.

Bevor Sie diese Verbindung aufbauen, sollten Sie auf einem normalen Repeater Ihre Absicht vorher ankündigen und sich auch mit dem eigenen Rufzeichen melden, damit die Zuhörer auf dem Repeater wissen, dass jetzt nicht wieder jemand zu spielen beginnt, sondern ernsthaft eine Funkverbindung herstellen möchte. Bei den Echolink-Repeatern auf 144,975 MHz [2] ist das nicht nötig, denn sie sind ausschließlich für Echolinkverbindungen vorgesehen. Dort sollte man deshalb aber das normale Funkgespräch von Ortstationen untereinander sein lassen oder wenigstens auf das Mindestmass beschränken.

 

Die Technik

Wie können Sie nun diese notwendigen Töne erzeugen? Wenn Sie das Glück haben, ein Funksprechgerät mit DTMF-Tastatur oder mit einem Mikrofon dazu mit solch einer Tastatur zu besitzen, können Sie einfach möglichst gleichmäßig und ziemlich kurz nacheinander auf die entsprechenden Tasten drücken. Ein Rhythmus von etwa zwei Tönen pro Sekunde wäre nicht schlecht. Wenn der Abstand ungleichmäßig wird oder Sie eine Taste zu lange drücken, wird die Zahlenfolge häufig nicht richtig erkannt. Manche Echolink-Stationen geben dann eine Fehlermeldung aus, manche aber "tun gar nichts". Um zu prüfen, ob Ihre Töne überhaupt erkannt werden und Sie stark genug am Repeater ankommen, geben Sie einmal das Sternzeichen und Sie erhalten als Kurzinformation das Rufzeichen des Linkbetreibers in Sprachausgabe. 

Wenn Sie keine DTMF-Tastatur an Ihrem Funkgerät haben, könnten Sie auch Ihr normales Telefon oder das Handy nehmen und das Mikrofon des Funkgerätes an den Lautsprecher des Telefons halten, während Sie am Telefon die entsprechenden Tasten drücken. Allerdings müssen Sie ein wenig aufpassen, dass Sie mit ihrem Telefon nicht eine unerwünschte Verbindung herstellen. Es gibt auch kleine DTMF-Tastaturen als "Telefon-Fernabfrage", "Ton-Dialer" oder ähnlicher Bezeichnung mit eingebautem Lautsprecher und Batterie zu kaufen. Früher brauchte man solche Tastaturen für die FAX-Fernabfrage. Diese legt man einfach auf das Mikrofon des Handfunksprechgerätes, während man die Sendetaste drückt und die Töne (Nummern) eintippt.

Mit meinem Kenwood TH-D7E habe ich einen weiteren Vorzug, der hier etwas ausführlicher beschrieben werden soll. Man kann nämlich komplette Tonfolgen einprogrammieren und mit einer Kennung versehen und diese dann bei Bedarf durch Tastendruck auf einmal aussenden. Wenn Sie kein TH-D7E haben, können Sie den folgenden Abschnitt natürlich übergehen.


Speichern und Aussenden von Tonfolgen beim TH-D7E

Gehen Sie ins Menu und wählen Sie RADIO - DTMF - STORE (1-3-1) und drücken Sie OK. Eine Kanalnummer blinkt. Wählen Sie mit dem Drehknopf beispielsweise die 1 und drücken Sie wieder OK. Die Eingabemarke blinkt. Hier können Sie nun mit maximal 8 Buchstaben oder Ziffern ein Kennzeichen eingeben, beispielsweise ein Rufzeichen. Angenommen Sie wünschen DB0QA-L, das Relais hier in Alsdorf, wo man mich erreichen kann. Drehen Sie am Drehknopf, bis das D erscheint. OK. Die Schreibmarke springt auf die zweite Stelle. Drehen Sie bis das B erscheint. OK. Weiter so bis zur achten Stelle. Die Schreibmarke springt in die nächste Zeile. Hier geben Sie nun am einfachsten direkt mit der Zifferntastatur die Ziffern 187182 ein und drücken wiederum OK. Fertig. Verlassen Sie nun das Menü durch dreimaliges Drücken von Escape (ESC). 

EA5AZW hat die Knotennummer 26989

Aussenden der Connect-Tonfolge mit dem TH-D7E

Nun muss die Ausgabe der Tonfolge in ihrer Geschwindigkeit noch angepasst werden. Die Echolinkstationen müssen die Töne mit Hilfe des Computers auswerten. Dazu benötigen sie ein wenig Zeit. Man kann am TH-D7E die Ausgabegeschwindigkeit auf langsam (SLOW) stellen. Gehen Sie dazu noch einmal in das DTMF-Menü, also 1-3 und dann auf TX SPEED 2 (SLOW). Verlassen Sie das Menü wieder.

Das Aussenden dieser eingespeicherten Tonfolge geht so: Drücken Sie die Sendetaste (PTT) und gleichzeitig die MENU-Taste. Ein einprogrammierter Speicher erscheint. Drehen Sie auf den gewünschten Link, wenn Sie schon mehrere einprogrammiert haben und drücken Sie bei weiterhin festgehaltener Sendetaste nochmals die MENU-Taste. Die Tonfolge wird ausgesendet.


Die Praxis

Noch ein paar Tipps für die Praxis sollen hier aufgeführt werden. Der Funkbetrieb über Echolink geht etwas anders vonstatten als man es gewohnt ist. Beispielsweise dauert es immer eine "Weile", bis der Funkgesprächspartner antwortet, weil die Sprache ja erst digitalisiert und übertragen werden muss. Die meisten Echolinkstationen geben einen Quittungston aus, wenn von Sendung auf Empfang geschaltet wurde.

Wegen dieser relativ langen Umschaltzeit läuft ein Gespräch etwas anders ab, als über ein normales Relais, wo man ja nach einem Satz oder einer Frage einfach die Sendetaste loslässt und der Gesprächspartner sofort antwortet. Bei Echolink geht es eher so zu, dass der eine zirka eine Minute lang etwas erzählt und dann mit Rufzeichennennung der Gesprächspartner zum antworten aufgefordert wird. Warten Sie auf den Quittungston!

Wenn man als "stiller Zuhörer" solch ein Funkgespräch hört und man sich zu einem bestimmten Thema auch gern dazu äußern möchte, kann man sich in einer Umschaltpause kurz melden, etwa so: "Darf ich dazu auch etwas sagen? Hier ist DL...." Sie werden dann zum Antworten aufgefordert, wenn die Gegenstation Sie gehört hat.

Während eine Echolinkverbindung läuft, sollte man nicht gleichzeitig mit einem befreundeten OM ein "Ortsgespräch" mit den üblichen kurzen Umschaltpausen führen, weil sonst die entfernte Echolinkstation nicht mehr dazwischen kommt. Das Ortsgespräch setzt man besser auf einer Direktfrequenz fort.

Wenn das Gespräch beendet ist, sollten Sie die Linkstrecke wieder abschalten. Mit dem Doppelkreuz (#) auf der DTMF-Tastatur wird die zuletzt hergestellte Verbindung getrennt.


Einige häufig genutzte DTMF-Kommandos

* Gibt das Rufzeichen der Linkstation aus
# Trennt die zuletzt hergestellte Verbindung
00 Wählt irgendeinen Knoten aus, sei es ein Benutzer, ein Repeater oder eine Linkstation
01 Wählt eine zufällige Linkstation (Teilmenge aus 00)
03 Wählt einen zufälligen Benutzer (Teilmenge aus 00)

Diese Kommandos [1] kann der jeweilige Sysop frei konfigurieren, bzw. auch einzeln sperren.


[1] Mehr Informationen zu Echolink findet man auf der Homepage des DARC http://www.darc.de   dort unter HAM Groups - Echolink.

[2] Die aktuell für den Betrieb von automatisch arbeitenden VoIP Gateways (Echolink, IRLP, WIRES II, u.ä.) empfohlenen Frequenzen sind:
144,975MHz 144,9625 MHz 430,025MHz 430,050MHz 432,825MHz 432,850MHz

Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF

Bitte weitersagen:

  www.amateurfunklehrgang.de
oder www.dj4uf.de