Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

Antennenwochenende

Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

Aufbau eines 9-Element-Kurzwellenbeams

Auf der HAM-Radio hatte ich mir den OptiBeam 9-5 angesehen. Er sah dort wirklich nach Qualität aus – echt deutsche Wertarbeit. Ich wollte wissen, ob sich der Eindruck beim Aufbau der Antenne bestätigt.

Der Karton mit der Antenne kam im Herbst, als wir gerade nach Spanien fahren wollten. So wurde der Aufbau auf das folgende Frühjahr verschoben. Ich holte den Karton aus den Keller und schaute zur Uhr. Ob man den Zusammenbau wohl an einem Samstag schafft – ganz allein? Noch sah ja alles ganz harmlos aus. Ich öffnete den Karton. „Das sieht ja gut aus, alles schon vormontiert!“ Da bin ich ja in ein oder zwei Stunden fertig? Abwarten!

Ich erinnere mich an einen Beamaufbau vor ein paar Jahren bei einem Freund: 200 Teile, jede Schraube anders. Anhand einer Teileliste musste man erst mal sortieren nach Länge und Größe, alles amerikanisches Gewinde (wenn dabei eine Schraube verloren geht!) und ein zwanzigseitiges Handbuch.
Beim OptiBeam sind es zwei Textseiten für den Zusammenbau und ein paar Seiten mit Fotos. Nach einer kurzen Einleitung geht es zur Sache. Der quadratische Boom wird zusammengeschraubt und die beschrifteten Rohrteile sortiert.

 

<- Der Beam fertig montiert

Wenn man die Teile mit der Beschriftung so hinlegt, dass man die Schrift richtig lesen kann, ist auch schon klar, welche Teile für rechts und welche für links sind. Die Elemente werden zusammengeschraubt.

Stabile Verbindungen

Die Rohre werden verschraubt. Damit die Verbindung auch so einen großflächigen Kontakt bekommt, geht der Schraubenkopf auf der einen Seite durch ein größeres Loch und drückt erst auf das innere Rohr. Dadurch haben die Rohre zwischen den beiden Schrauben festen Kontakt miteinander. Früher bei meinem alten Beam wurden dafür Blechschrauben verwendet, die sich aber nach einiger Zeit lösten.

Die neun Elemente wurden zusammen geschraubt. Eigentlich brauchte man bis hier her gar keine Anleitung. Durch die eindeutige Beschriftung und die Tatsache, dass die Rohre wirklich nur so zusammengesteckt werden konnten, ergab sich keine Verwechslungsmöglichkeit. Allerdings dauerte alles zusammen doch seine Zeit und ich machte nach dreieinhalb Stunden erst mal eine Mittagspause. Alle Elemente waren fertig zusammen geschraubt und schon mal lose auf den Boom gesteckt.
Nach der Mittagspause ging es an die Phasenleitung. Dicke rechteckige Rohre verbinden die Strahlerelemente. In der Mitte wird diese Leitung gekreuzt.

Für die Montage der Phasenleitung mit Speiseleitung und Abschluss habe ich weitere zwei Stunden gebraucht und für das Abmessen der Elemente und genaues Einstellen der Längen nochmals eine Stunde. Es ist also doch ein kompletter Arbeitstag daraus geworden. Aber es ist erreicht: Ich habe an einem Samstag ganz allein und ohne jede Hilfe diese Antenne zusammengebaut.

Zeit für den Zusammenbau: Ein kompletter Samstag.

Wie die Antenne nun so komplett dort auf dem Rasen liegt, sieht sie ja riesig groß aus. Aber ich weiß es noch von früheren Antennenmontagen: Oben auf dem Mast in zwanzig Meter Höhe fällt sie gar nicht mehr auf.

Nun kommt noch die Montage der Antenne auf den Mast. Als am Sonntag Tochter Nina mit Schwiegersohn Hagen zu Besuch kamen, brauchte ich nur zu fragen: „Habt ihr Lust, nach eurer Klettertour mir beim Hochziehen der Antenne zu helfen?“ Natürlich hatten Sie Lust. Aber echt, es war nicht nur so daher gesagt, denn sie sind Alpin-Kletterer und hatten ihre Ausrüstung wie immer dabei.
Ein 70 m langes Kletterseil wurde zu einer Seilbahn hergerichtet, das heißt: Eine Hälfte als Seilbahn die andere Hälfte als Zugseil. Mit zwei Karabinerhaken wurde die Antenne angehängt und los ging es. Nina führte die Antenne an einem dünnen Zusatzseil und ich fotografierte. Zum Einhängen und fotografieren war ich noch unten, konnte aber gar nicht so schnell auf den Mast kommen, wie die Antenne nach oben fuhr.

Die Antennenseilbahn

Ich kam zur Hilfe auf den Mast. Wir nahmen die Antenne vom Seil, drehten die Elemente nach oben und kippten sie vorsichtig über den Montagekorb, so dass die 2-m-Antenne nicht berührt wurde. Leider habe ich von dieser Aktion kein Foto.

Die Antenne konnten wir aber nicht auf dem Korb ablegen, weil ich um die Phasenleitung Angst hatte. Hagen hielt die Antenne hoch und ich schraubte sie an den Mast. Die Antenne ist nicht schwer. Das Halten war kein Problem. Das Kabel von der alten Antenne war noch oben. Es wurde einfach nur angeschraubt. Fertig. Diese Aktion hat nur zwei Stunden gedauert.

Dort oben sieht der OptiBeam wirklich sehr ästhetisch aus

Ich hatte recht. Dort oben sieht die Antenne ganz klein aus. Viel schöner sieht der Mast jetzt aus mit dem Schmuckstück da oben, meint zumindest mein Nachbar von gegenüber.

Dass die Antenne auf allen Bändern ohne Nachstimmen ein sehr gutes SWR zeigt, brauche ich eigentlich nicht zu erwähnen, denn davon haben schon andere Leute berichtet. Als dann aber Eike SM/DF7KX aus Schweden in einem Vergleichs-QSO mit meinem Nachbarn Hartmut DK3OZ meldete, DJ4UF ist zwei S-Stufen lauter, war der Erfolg perfekt. Hartmut hat auch einen Beam, aber einen Trap-Beam und keinen Fullsize-Beam. Allerdings ist meine Antenne auf einem Zwanzigmetermast mit freier Abstrahlung und Hartmuts Antenne kurz über dem Dach eines Einfamilienhauses. Also ein "echter" Antennentest war das nicht.

Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF

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