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Eckarts Lehrstunde
aus Funk 04/2001
APRS - Automatisches Packet
Radio Meldesystem
Schon seit etwa zwei Jahren habe ich
immer wieder in den Amateurfunkzeitschriften etwas über APRS
gelesen, dachte aber: "Was soll das?" oder "Was interessieren mich
Positionsmeldungen!" oder "Was will ich mit der Meldung über
die Windstärke an der niederländischen Küste
anfangen?" Wie jeder Bereich im Amateurfunk, ist auch APRS eben nur
eine Spielerei, auch nichts anderes als der Austausch eines Rapportes
mit einer fremden Funkstation auf einer einsamen Insel. Nun habe ich
APRS einmal ausprobiert und war begeistert über diese
Anwendung vom "Amateurfunk & Computer".
In diesem Bericht möchte ich Ihnen
zeigen, wie Sie "rein softwaremäßig" an dieser
interessanten "Spielart" teilnehmen können. Sie brauchen dazu
nämlich nichts weiter als einen 2-m-FM-Transceiver, ein
Packet-Modem/TNC, einen Computer und ein Programm, das Sie sich aus dem
Internet holen können.
APRS ist die Abkürzung aus dem
amerikanischen "Automated Packet Reporting System". Es arbeitet nach
dem Prinzip von Packet Radio, nämlich kurze Datenpakete auf
einer Frequenz aus zu senden. Allerdings werden keine
Zweiwegverbindungen aufgebaut, sondern die Datenpakete nur in eine
Richtung (simplex) nach einem interessanten Verteilerprinzip
verbreitet. Auf diese Art und Weise können Daten wie zum
Beispiel Wetterdaten, Positionsmeldungen und andere Messwerte an eine
große Gruppe von Empfängerstationen weiter
vermittelt werden. Lesen Sie dazu noch einmal den Bericht von
Wolf-Dieter Roth, DL2MCD aus der Funk 2/2001 Seite 85.
Es werden hauptsächlich zwei Programme
für APRS unter Windows benutzt. Da ist zum einen das Programm
UI-View von Roger Barker, G4IDE und zum anderen WinAPRS von Mark
Sproul, KB2ICI. Beide gibt es als Shareware im Internet.

Die Installation von UI-View
Da in meiner Amateurfunkumgebung UI-View verwendet
wird, möchte ich die Installation dieses Programmes zuerst
beschreiben. Holen Sie sich die zirka 1,8 MB große Datei aus
dem Internet über die Adresse www.aprs.de. Bei mir
heißt die gespeicherte Datei "uisfx232.exe". 232 deutet auf
die Version 2.32 hin. Sicher gibt es inzwischen wieder eine neuere
Version.

Bild 2: UI-View nach dem
ersten Start
Doppelklicken Sie auf die Datei und der normale
Installationsvorgang für ein Windows-Programm beginnt. Lesen
Sie sorgfältig die Installationsvoraussetzungen und
akzeptieren Sie danach die Bedingungen (leider nur in englisch). Im
Startmenü von Windows finden Sie anschließend unter
"Programme" den Ordner UI-View. Starten Sie zunächst die Hilfe
"Quick Start". Da diese in englisch ist, will ich hier kurz
zusammengefasst diesen Schnellstart beschreiben.
Starten Sie UI-View aus dem Startmenü. Es
öffnet sich ein Bildschirm mit der Karte von
Großbritannien und dem Hinweis, dass man nun den "Quick Start
Guide" als erste Starthilfe benutzen möge (Bild 2). Wenn Sie
in dieser Hilfe auf "Next" klicken, kommen Sie zu Schritt 1. Dort
steht, dass Sie nun das Programm installieren möchten oder,
wenn dies voraussichtlich schon geschehen ist, Sie zum
nächsten Schritt wechseln möchten.
Bei Schritt 2 (Step 2) sollen Sie im
Menüpunkt "Setup" von UI-View zu "Comms Setup" wechseln und
dort zunächst auswählen, welchen Modus Sie einstellen
müssen bei den verschiedenen Controllern oder Terminals. Ich
stelle "NONE" ein, da ich ein TNC im Terminalmode verwende. Dies ist
auch die standardmäßige Voreinstellung. Ich wechsle
zu Schritt 3 (Step 3).

Bild 3: Einstellungen bei
Verwendung eines TNCs
In diesem Schritt muss ich den COM-Port
einstellen, also die Schnittstelle vom Computer zum TNC sowie die
Baudrate auf dieser Schnittstelle. Die Werte für "Data Bits",
"Stop Bits" und "Parity" lasse ich so eingestellt (Bild 3). Schritt 4
entfällt bei mir, denn WinPack Modus verwende ich ja nicht.
Schritt 5 führt zum Setup für die eigene Station.

Bild 4: Die Eintragung der
eigenen Stationsdaten
Öffnen Sie über das
Menü "Setup" und dort "Station Setup". Stellen Sie Ihr
Rufzeichen ein, indem Sie NOCALL überschreiben (Bild 4). Ich
habe hier DJ4UF-EA7 gewählt, weil ich diesen Bericht in
Südspanien schreibe. Deshalb finden Sie auch einen Locator von
hier und einen entsprechenden Kommentar. Schreiben Sie unter Latitude
den Breitengrad Ihres derzeitigen QTH ein, allerdings in einer
Schreibweise, wie sie bei GPS verwendet wird, GG.MM.ssN.
Zunächst wird die Gradzahl (GG) geschrieben, dann nach dem
Punkt die Minuten (MM), aber die Sekunden (ss) als Dezimalzahl der
Minuten.
Letzteres ist etwas verwirrend für
jemanden, der GPS noch nicht verwendet hat. Also 0.5 Minuten sind 30
Sekunden. Als Umrechnung dient "1,00 min sind 60 Sekunden". Dann sind
beispielsweise 0,1 min gleich 6 Sekunden. Für 12 Sekunden
müsste also ".20" eingetragen werden und so weiter.
Der Buchstabe N dahinter heißt
"nördliche" Breite, also nördlich vom
Äquator. Beispiel: 54.32.89N. Tragen Sie in gleicher Weise
auch den Längengrad ein mit einem E (east) zum Schluss
für östlich vom Nullmeridian (Deutschland, Schweiz,
Österreich), beispielsweise 006.10.88E. Nach einem Klick in
einen anderen Bereich dieses Setup-Fensters wird der Locator angezeigt.
Eine Eintragung des Locators ohne die Angabe von Längen- und
Breitengrad ist nicht möglich, steht im Handbuch. Damit ist
die erste Installation abgeschlossen. Das Programm müsste
laufen. Mehr dazu später.
Einstellungen bei WinAPRS
Die neueste Version von WinAPRS findet man im
Internet unter http://aprs.rutgers.edu/APRS/.
Laden Sie WinAPRS aus dem Internet und starten Sie
winaprs.exe. Klicken Sie im Menü unter Settings auf Station
und geben Sie Ihr Rufzeichen und auch Längen- und Breitengrad
ein. Hier werden die Sekunden allerdings als echte Sekunden und nicht,
wie bei UI-View als Dezimalminuten eingegeben. Stellen Sie unter
"Settings - Serial Port" die COM-Schnittstelle ein und wählen
Sie unter "Settings - Select TNC Type" noch Ihr Packet-Modem/TNC aus.
Stellen Sie unter "Map" zunächst die komplette Europakarte
(Europe) ein.

Bild 5: WinAPRS Station
Settings

Bild 8: Die Deutschlandkarte
von WinAPRS
Erste APRS-Versuche
Stellen Sie den 2-m-FM-Transceiver auf 144,800 MHz
und den TNC auf 1200 Baud ein. Sie müssten je nach Standort ab
und zu kurze Packet-Signale hören. Auf Ihrer Karte
müssten dann Symbole mit Rufzeichen auftreten, wie sie diese
in vielen Bildern in diesem Bericht sehen können. Gelegentlich
müsste auch Ihr Funkgerät kurz auf Sendung gehen.
Ihre Bake wird ausgesendet.

Bild 6: Daten von einem LKW
auf der Fahrt
Doppelklicken Sie auf eines der Symbole oder
Rufzeichen im Bild. Es öffnet sich ein kleines Zusatzfenster
mit den Informationen, welche die Station als APRS-Signal ausgesendet
hat. Beispielsweise findet man das Symbol eines LKW und erhält
Informationen über Standort, mittlere Geschwindigkeit und
Fahrtrichtung (Bild 6). Oder Sie finden eine Wetterstation (Bild 7) mit
detaillierten Angaben über Temperatur, Windgeschwindigkeit und
Richtung, Luftdruck und so weiter.

Bild 7: Eine Wetterstation
aus Australien
Ohne Veränderung der Einstellungen sendet
Ihre Station alle 60 min eine Bake aus, in der nur der Standort
ausgegeben wird. Sie können aber noch einen Zusatztext mit
aussenden, den Statustext. Darin steht eine Kurzinformation Ihrer
Station, beispielsweise ob Sie eine Mobilstation sind oder eine
Feststation und mit welchem Programm Sie arbeiten (Bild 9). Ihre Bake
sollten Sie nicht öfter als alle 30 min aussenden, sonst wird
bei der Weiterverteilung in ein Gebiet, wo sehr viele APRS-Stationen
empfangen werden, möglicherweise eine "Überlastung"
auftreten. Die Empfehlung von Bob, WB4APR zu den Bakenintervallen lauten
- Feststation 30 min
- Wetterstation 5 min
- Mobilstation 1-2min

Bild 9: Der Statustext
Dies sind Empfehlungen für USA, sollten
aber wohl auch für Mitteleuropa gelten. In Gebieten, wo kaum
APRS-Relaisstationen vorhanden sind, kann man die Bakenintervalle etwas
verkürzen. Die Einstellungen erfolgen bei UI-View unter "Setup
- Status Text".

Bild 10: Stationsinformation
Mit dem QUERY-Befehl kann man bei einer Station
Zusatzinformationen abfragen. Wenn die Station einen entsprechenden
Text eingestellt hat, werden diese Informationen auf Anforderung
ausgesendet. Sie können bei UI-View diese Stationsinformation
über "Setup - Station Info" einstellen. Ein Beispiel sehen Sie
in Bild 10.

Bild 11: Die Stationsliste
Möchten Sie von einer APRS-Station diese
Stationsinformation abfragen, rufen Sie über "Stations" aus
dem Menü die Stationsliste auf. In dieser Liste werden alle
Stationen aufgeführt, die in der letzten Zeit empfangen wurden
(Bild 11). Markieren Sie durch Anklicken eine Station und klicken Sie
dann auf "Query". Daraufhin wird eine Stationsanforderung ausgesendet.
Nach einer gewissen Zeit müsste diese dann bei Ihnen
eintreffen. Sie können von dieser Liste ausgehend auch einen
"Ping" aussenden. Ein Ping ermittelt die Zeit von der Aussendung, bis
die Antwort erscheint. Klicken Sie in der Stationsliste einfach auf
"Ping".
Weiterverteilung
Jede Station, die ein APRS-Signal hört,
kann dieses auch als Relaisstation (Digipeater) wieder aussenden. Es
gibt dabei zwei Arten von APRS-Relais, nämlich solche mit
einem relativ kleinen Einzugsbereich, zum Beispiel für einen
Ort (Kennzeichnung Fill-In) und solche mit einem großen
Einzugsbereich in einer exponierten Lage (Kennzeichnung WIDE). Wie man
seine Station als Relais einrichtet, soll nicht mehr Gegenstand dieser
Einführung sein. Lesen Sie hierzu die Informationen im Packet
Radio-Netz unter APRS oder im Internet unter http://www.aprs-dl.de.
Wenn Sie möchten, dass Ihr ausgesendetes Bakensignal
über solche Digipeater weiter verteilt werden soll, geben Sie
als Feststation bei "Setup - Status" hinter der Kennzeichnung APRS als
"Packet-Path" noch das Call des nächstliegenden Digipeaters
gefolgt von einem generischen Call ein, also "DB0XXX,WIDE2-2" oder als
Portabel- oder Mobilstation WIDE1-1,WIDE2-2 ein. Dann wird Ihr Signal
über mehrere APRS-Digipeater wieder ausgestrahlt und mit
Sicherheit auch an das Internet übergeben. Die
Erfolgskontrolle ist am einfachsten unter www.aprs.fi möglich.
Lesen Sie dazu auch die Pfadregeln, die ich durch geringfügige
Abwandlung von der Homepage www.APRS-DL.de geholt habe. Die Regeln
stammen von Bob Bruninga (WB4APR) dem "Erfinder" von APRS (er hat sie
vor einigen Jahren noch einmal modernisiert und als "New Paradigma"
veröffentlicht),

Bild 12: Stations-Setup mit
Angabe der Weiterverteilung
Mit "WIDEn-n" im Pfad wird gekennzeichnet, über wieviel Stufen
das eigene Signal weiter geleitet werden soll. Maximal wären
sieben Stufen möglich, (WIDE7-7), das führt aber zu
einer unsäglichen Belastung der einzig zur Verfügung
stehenden Frequenz. *)
APRS Pfad-Regeln nach den "New Paradigma"
- Benutze niemals
gleiche Definitionen hintereinander (WIDE,WIDE,WIDE)
- Eine Fill-In-Station hört nur auf ihr eigenes Call und
WIDE1-1
- WIDE1-1 darf nur an erster Stelle stehen oder (bei Feststationen) gar
nicht verwendet werden
- Die Kombination "WIDE1-1,WIDEn-n" sollte nicht von einer Homestation
verwendet werden, aber sie ist gut für eine Mobilstation.
- Homestationen dürften den nächsten WIDE-Digi sicher
erreichen, sollten also "Digicall,WIDEn-n" benutzen
- Ein Packet-Pfad soll nie mit mehr als WIDE3-3 konfiguriert werden
- Digipeater kürzen überlange Pfade auf WIDE3-3 oder
verarbeiten solche Stationen gar nicht
- die Kennzeichnung "APRS" vor dem eigentlichen Pfad gilt nur
für UI-View und wird bei anderer Software nicht benutzt
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Die SMS-Funktion
Es gibt bei APRS so etwas wie SMS beim Handy. Man
kann dem Bakensignal eine Information an eine bestimmte Station
mitgeben. Dazu ruft man bei UI-View zunächst die Stationsliste
auf, klickt dort die Station an und wählt "Message". Dort kann
auch das Zielrufzeichen bei "To" eingetragen werden und bei "Text"
schreibt man die Kurznachricht hinein. Sobald diese die Zielstation
erreicht, wird sie dort (eventuell auch akustisch) gemeldet.
DX-Cluster Auswertung
<fl>Die Meldungen von DX-Clustern
können von APRS direkt ausgewertet werden und dann direkt auf
einer Weltkarte grafisch dargestellt werden. Da man direkt auf der
Karte mit der Maus eine Entfernung und Richtung ermitteln kann, indem
man einfach eine Linie auf der Karte zieht, kann man diese Daten sofort
für die Einstellung der Antenne verwenden.
Andere Karten
Die Europakarte ist normalerweise viel zu grob
für die Darstellung von lokalen APRS-Stationen. Bei UI-View
sind vorwiegend Karten von Großbritannien, aber auch von den
USA und eben ganz Europa vorhanden. Aber man kann selbst eigene Karten
einscannen oder von Kartenprogrammen nehmen und diese Ausschnitte
anschließend ausmessen und entsprechend kennzeichnen und in
das programm einbinden. Es gibt eine Menge solcher Karten im Packet
Radio-Netz unter APRS. Normalerweise sind immer die Karte selbst im
GIF-Format und die Informationsdatei mit den Daten von Länge
und Breite zusammen als ZIP-Datei in eine Datei gepackt.

Bild 13: APRS-Stationen in
den Niederlanden
Wie Sie solche Karten für Ihren Bereich
selbst herstellen können, finden Sie als ausführliche
Anleitung im Internet unter www.aprs.de/uiviewkarten.htm. Die Karte von
den Niederlanden (Bild 13) ist aus dem Packet-Netz und die Karte von
Karlsruhe bis Nottingham mit Aachen im Zentrum (Bild 14) habe ich nach
dieser Anleitung selbst hergestellt. Wichtig ist, dass man die
Längen- und Breitengrade der beiden äußeren
Eckpunkte (links oben und rechts unten) sehr genau angeben kann. Diese
werden in eine zugehörige INF-Dateu geschrieben.

Bild 14: Selbst erstellte
Karte mit Aachen im Zentrum
© 2009 Eckart K. W.
Moltrecht, DJ4UF, überarbeitet am 21.9.2009 von Uli,DL8RO

Bitte
weitersagen (Funktechnik - nicht nur für Anfänger):
www.dj4uf.de

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