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Eckarts Lehrstunde aus Funk 02/2001
E-Mail über Kurzwelle - Teil 2
Im vorigen Heft der Funk hatte ich über das Winlinksystem in Pactor
berichtet. Ich hatte erläutert, dass man für den Betrieb über reine
Winlink-2000-Stationen eine bestimmte Software benötigt, die Airmail heißt. Die
Installation dieser Software sowie einige grundlegende Funktionen beim
Nachrichtenaustausch mit Airmail sollen in diesem Bericht erläutert werden.
AirMail Download
Sie finden das Programm im Internet unter [1]. Dort finden Sie folgende
Information in englischer Sprache, die ich hier sinngemäß übersetzt wiedergebe: Airmail
ist eine Kombination von E-Mail-Programm (ähnlich Outlook) und einem speziellen
Terminal-Programm für die Verbindung zu einer Pactor Mailboxstation. Wenn man sich mit
einer entsprechenden Station connectet, läuft der Übertragungsverkehr vollkommen
automatisch ab. Auf den Amateurfunkbändern kann Airmail die Nachrichten automatisch
übertragen mit Boxen nach dem Protokoll von F6FBB, als da sind FBB, Winlink und MSYS.
Außerdem ist noch ein "Dump Terminal" eingebaut, mit dem man gewöhnliche
Pactorverbindungen abwickeln kann.
Airmail ist ein 32-Bit-Programm, das unter Windows 95, 98, 2000 oder NT läuft. Das
Programm unterstützt die Controller SCS PTC-2, PTC-1 sowie die PTC Pactor Modems
Kantronics KAM+ und KAM-98, AEA/Timewave PK-232, PK-900, DSP-1232 und 2232, den MFJ 1276
und 1278B, und das HAL DXP-38 Clover/Pactor Modem.
Airmail wird für die Gemeinschaft der Funkamateure kostenlos abgegeben,
besonders für die vielen Sysops, die uneigennützig viel Zeit und Geld für ihre Station
investiert haben, um das digitale Amateurfunknetz Wirklichkeit werden zu lassen. Für
Nicht-Funkamateure soll man die weiteren Linzenzinformationen lesen. Dann klicken Sie auf
Download und wählen "Download AirMail version 2.16" aus.
Die Installation und die Einstellung von Airmail
Die eigentliche Installation des Programms läuft praktisch
vollautomatisch ab. Allerdings wird bei Windows 95 verlangt, dass man eine neuere Datei
"comctl32.dll" in seinem Windows System hat. Das Installationsprogramm prüft
dies. Wenn nicht, dann müssen Sie nochmals auf die Homepage von Airmail-Com [1] gehen und
dort "Download Microsoft's update to comctl32.dll" auswählen. Bei der
Installation wird ein Ordner "Program Files" vorgegeben. Dieser existiert
normalerweise auf Rechnern in englischer Sprache (USA). Bei Windows in deutscher Sprache
heißt dieser Ordner "Programme". Ändern Sie dieses bei der Installation
einfach durch Überschreiben!

Bild 1: Die wichtigsten Einstellungen für PTC und
Transceiver
Nach der Installation muss Airmail noch an den Controller und an den
Transceiver angepasst werden. Starten Sie das Programm und gehen Sie im Menü unter Tools,
Options auf die Registerkarte "Connection" (Bild 1). Falls Sie Ihren Controller
bereits eingeschaltet hatten, sind vielleicht die Werte für Modem, COM-Port und Baudrate
schon eingetragen. Wenn Sie einen Transceiver mit CAT-Steuerung haben, können Sie die
Steuerung von Airmail aktivieren (Radio Connection)
Pactor wird durch die Übertragung von zwei Tönen mit 200 Hertz Abstand
(Shift) erzeugt. Beim PTC wird normalerweise die Kombination 1200 Hertz und 1400 Hertz
gewählt. Für einen Betrieb im RTTY-Mode kann man auch 2000 und 2200 Hertz wählen. Die
Mittenfrequenz (Center Frequency) muss man angeben. Ich arbeite immer in der
Modulationsart USB. Zum Einstellen der Frequenz muss ich von den im Programm angegebenen
Stationen aus der Frequenzliste jeweils 1,3 kHz abziehen, da ich als Mittenfrequenz den
Standardwert 1300 Hertz gewählt habe.
Beim PTC-2 lässt sich die Amplitude der modulierenden Töne in der
Betriebsart Pactor-1 (FSK) und Pactor-2 (PSK) einstellen. Diese Werte muss man
ausprobieren, so dass der Sender nicht übersteuert wird. Bei voll aufgedrehtem
"Power-Regler" sollte man als Anzeige 50 Prozent der maximalen Leistung
erreichen, beziehungsweise den Pegel so weit erhöhen, bis gerade die ALC an Ihrem
Transceiver anzusteigen beginnt. Dann haben Sie ein sauberes Pactorsignal.
Die Frequenzliste
Sehr sinnvoll ist die Einrichtung, immer die neueste Frequenzliste zu
importieren. Fall bei Ihnen das Programm am Anfang fragt, ob die neueste Liste importiert
werden soll, wählen Sie "JA" beziehungsweise "OK". Später können
Sie die jeweils neueste Liste aus der Packet Radio Mailbox unter Pactor heraus holen. Sie
können die neueste MBO-Liste auch (kostenlos) über das Internet abonnieren. Dies
funktioniert folgendermaßen.
Senden Sie eine Mail an ZS5S@ZS5S.COM mit dem Betreff SUBSCRIBE MBO und
dem Text CALL (Ihr Rufzeichen). Sonst nichts! Einen Tag später finden Sie die
Bestätigung, dass Sie registriert sind und jeweils am Monatsanfang die neueste MBO-Liste
an Ihre E-Mail-Adresse geschickt bekommen. Diese Liste kopieren Sie einfach in den Ordner
von Airmail. Dann rufen Sie in Airmail den Menüpunkt "View - Frequency List"
auf. Die Liste lässt sich im Original Textformat darstellen oder im Listenformat (Buttons
in der unteren Reihe rechts). Im Textformat können Sie Korrekturen vornehmen. Dann
klicken Sie auf den Button "Save new frequency list" (ganz rechts).

Bild 2: Die Stationsliste für automatischen Connect
Nun wählen Sie die Stationen aus, die Sie später gelegentlich connecten
wollen und deren Frequenzen Sie angezeigt haben möchten Das geht so. Wählen Sie im
Hauptfenster "View - Station List" (Bild 2). Durch Klicken mit der Maus wählen
Sie die als oberstes anzuzeigenden Stationen aus und klicken Sie auf "Sort"
(sortieren) und bestätigen Sie mit OK. Diese Auswahlliste verwenden wir weiter unten beim
Erstellen und Versenden einer Mail.
Erstellen einer Mail
Die Mails werden bei diesem Verfahren mit Winlink-Stationen und Airmail
vorher (offline) geschrieben. Die Übertragung läuft nachher vollkommen automatisch ab.
Dann können Sie keine Texte mehr "von Hand" eingeben. Erzeugen Sie einmal eine
Mail, die Sie zu Testzwecken an Ihre eigene E-Mail-Adresse schicken. Dies geht
folgendermaßen.
Das Programm wird geöffnet. Sie sind im Fenster "Airmal - Message
Index". Wählen Sie im Menü "File - New" oder klicken Sie auf den dritten
Button mit der leeren Seite als Symbol. Es öffnen sich zwei Fenster, das Adressbuch und
das Mail-Fenster mit der Bezeichnung "Untitled" (Unbenannt). Nun können Sie
entweder zunächst mit "New" eine neue Adresse eintragen, die Sie später immer
wieder verwenden können oder direkt die Mail erstellen.

Bild 3: Erstellung einer neuen Adresse im Adressbuch
Wir wählen einmal das Adressbuch. Wenn Sie die Mail an sich selbst
schicken wollen, tragen Sie bei Name Ihren Namen eventuell mit Rufzeichen ein wie im Bild
3 und bei "To:" Ihre normale E-Mailadresse. Bei "Options" müssen Sie
noch unter "Email Gate" das Wort "Nexus" eintragen. Das ist für
Winlink der Befehl, die Mail in das Internet zu übertragen. Bei "Post via:"
muss (eventuell später) die Pactorstation eingetragen werden, über welche die E-Mail
abgeschickt werden soll. Hier können - mit Semikolon getrennt - auch mehrere Stationen
eingetragen werden, wenn man noch nicht weiß, welche Pactormailbox man denn zuerst
erreicht.
Nach Bestätigung von OK erscheint die Adresse im Adressbuch (Bild 4).
Markieren Sie nun auf die gewünschte Adresse und klicken Sie auf OK. Die Adresse wird in
die zu erstellende Mail übernommen. Schreiben Sie unter "Subject" den Betreff
hinein und dann einen kurzen Text für Ihren ersten Test (Bild 4). Dann wählen Sie aus
dem Menu "File - Post" (oder einfach STRG-T) und ein Zusatzfenster öffnet sich.
Es soll ausgewählt werden, über welche Station die Nachricht abgeschickt werden soll.
Ich habe zwei Stationen ausgewählt, nämlich F2PY und OH2NPE (Bild 5).
Das Fenster schließt sich. In dem Haupt-Airmailfenster (Message Index)
finden Sie die Mail in der "Outbox" mit einem offenen Briefkasten
gekennzeichnet. Bereits abgeschickte Mails werden später mit einem grünen Haken versehen
(Bild 6).

Bild 4: Das Erstellen einer Nachricht in Airmail

Bild 5: Die Nachricht wird für die Übertragung über
eine Winlink-Mailbox gekennzeichnet.

Bild 6: Das Hauptfenster von Airmail mit Anzeige der
Verzeichnisstruktur
Versenden einer Mail
Klicken Sie nun auf den blauen Button mit der Antenne (Bild 8). Das
Terminal-Fenster öffnet sich. Der PTC wird initialisiert. Wenn es geklappt hat, erscheint
ein OK in roter Schrift. Klicken Sie in der linken Auswahlbox (Bild 7) auf den Pfeil und
wählen Sie eine Station aus, mit der Sie sich verbinden und die Mail absenden wollen. In
der rechten Auswahlbox können Sie sich die zugehörigen Frequenzen anzeigen lassen und
eine auswählen. Bei aktiver CAT-Steuerung wird die Frequenz am Transceiver automatisch
eingestellt. Achtung! Eventuell müssen Sie bei SSB noch den Versatz einstellen
(Menüpunkt Optionen, Bild 1).

Bild 7: Der Ablauf des automatischen
Nachrichtenaustauschs im Terminalfenster
Nun klicken Sie auf den grünen Punkt (Connect) und der Rest läuft
automatisch ab (Bild 7). Wenn Sie bei "via" die entsprechende Station
eingetragen hatten, stellt diese fest, dass in der "Outbox" eine Mail vorliegt
und diese wird abgerufen. In der Outbox wird diese Mail dann mit einem grünen Haken
gekennzeichnet. Die Mail wird anschließend über Internet nach WINLINK.ORG in Südafrika
geschickt und von dort an die angegebene E-Mail-Adresse weiter geleitet.
Empfangen einer Mail
Aus dem Internet können Sie über Pactor folgendermaßen eine Mail
empfangen. Die Mail muss vom Absender an Ihr Rufzeichen @winlink.org geschickt werden,
Beispiel dh4kxl@winlink.org. Von dort wird sie an alle Winlink Pactorstationen verteilt.
Wenn Sie nun eine solche Station mittels Airmail connecten, wird Ihnen automatisch die
Mail gesendet und diese im Ordner "Inbox" abgelegt. Probieren Sie es aus! Es
funktioniert wirklich.
Eingebaute Terminalprogramme
Im Programm Airmail sind zwei verschiedene Terminalprogramme enthalten.
Mit dem normalen Terminalprogramm, das man durch Anklicken des blauen Antennenbuttons
(Bild 8) aufruft, kann man auch gewöhnlichen Pactor Funkverkehr durchführen. Dazu stellt
man die Betriebsart auf "Unprompted Mode". Probieren Sie es aus!

Bild 8: Der Startbutton für das Terminal
Wenn die Gegenstation ebenfalls Airmal verwendet, können Sie auch
untereinander die Mails austauschen, als wären es Winlink-Mailboxen. Sie müssen die
ausgehenden Mails in der Outbox dann bei "via:" mit dem Call der Gegenstation
kennzeichnen und bei Mode auf auf "BBS Forwarding mode" stellen. Dann
funktioniert auch untereinander ein automatischer Nachrichtenaustausch (Bild 9).

Bild 9: Auch bei einem persönlichen Connect zwischen
zwei Pactorstationen kann der automatische Nachrichtenaustausch eingestellt
werden.
Wenn Sie beim PTC Befehle eingeben oder etwaige Mails aus der eingebauten
Mailbox lesen möchten, können Sie das eingebaute simple "Dump Terminal" unter
"Tools" aufrufen (Bild 10). Wie bei den DOS-Programmen (Plusterm, MT, PTPRO und
andere) kann man mit "Escape" in den Kommandomodus (CMD) schalten und mit dem
PTC kommunizieren. Natürlich kann man auch mittels "c <call>" einen
Pactor-Connect aufbauen und dann auch ein normales "QSO fahren".

Bild10: Lesen in der eigenen Box mit Hilfe des
"Dumb Terminal" im Kommando-Modus
Mehr soll in diesem Bericht nicht erläutert werden. Es gäbe noch so viel
Interessantes zu berichten. Ich kann nur empfehlen: Lesen Sie unter "Help" das
sehr ausführliche Handbuch - leider nur in Englisch.

2002: Es gibt inzwischen die Version 3!
[1] http://www.airmail2000.com
© 2001 Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF

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