| Eckarts
Lehrstunde aus Funk 01/2002 FlexNet32 unter Paxon
Packet Radio mit dem Kenwood TNC TH-D7E und TM-D700E
Wie Sie aus den vorigen Lehrstunden bereits erfahren haben,
arbeiten die TNC in den Transceivern von Kenwood im Terminalmodus mit
TAPR Software. Dies bedeutet, dass die vielen schönen Packet
Radio Programme für diese Geräte nicht einsetzbar
sind. Sie werden in dieser Lehrstunde erfahren, mit welchem "Trick" man
doch zum Erfolg kommt und man die APRS-Transceiver von Kenwood mit der
Packet Radio Software "Paxon" betreiben kann. Modem
- TNC - Soundmodem Packet Radio ist eine
Übertragungsart für Texte oder Daten in Form von
kleinen Datenpaketen (packets), die nach einem bestimmten "Protokoll",
dem AX.25-Protokoll zusammen gesetzt und adressiert werden. Die
Übertragung der Bits erfolgt in Form von Tönen, die
in einer bestimmten Geschwindigkeit (Baudrate) übertragen
werden. Die Töne werden in einem Modulator erzeugt und in
einem Demodulator wieder in digitale Signale zurück gewandelt
(Modulator - Demodulator = MODEM). Wenn dieses Modem noch durch einen
Prozessor mit einem eigenen Programm (Firmware) ergänzt wird,
das die Töne nach Protokoll selbständig zusammen
setzt, nennt man es "Terminal Net Controller" TNC. Den Unterschied der
verschiedenen Firmware TAPR und WA8DED habe ich in der vorigen
Lehrstunde erläutert. Es geht heutzutage auch schon ganz ohne
Hardware, indem man die Soundkarte zur Tonerzeugung benutzt
(Soundmodem). Die Steuerung wird dann vollständig vom Programm
des Computers übernommen. Hierüber gab es bereits im
März eine Lehrstunde. Sie finden diese auf meiner Homepage
unter [3]. Der Kissmodus Nach
dem "TAPR-Protokoll" ist es möglich, den TNC in eine
Betriebsart zu schalten, dass praktisch nur noch das MODEM (Modulator -
Demodulator) im TNC genutzt wird. Die gesamte Verarbeitung der
ankommenden und der gesendeten Packets übernimmt dann ein
externes Programm mit dem Computer-Prozessor. Auch bei den Kenwood TNC
ist die Umschaltung in den Kissmodus möglich. Der Befehl
lautet KISS ON. Nach einem nachfolgenden RESTART oder Aus- und
Einschalten des Gerätes wird der Kissmodus wirksam. wenn man
nun ein Packet Radio Programm für den Kissmodus verwendet, ist
bereits alles getan. Der Hostmodus Beim
Hostmodus arbeitet man weiterhin mit dem Prozessor des TNC zur
Signalaufbereitung, steuert aber diesen Prozessor mit eigenen Befehlen
unter Benutzung der Firmware von WA8DED (siehe vorige Lehrstunde). Bei
der WA8DED-Firmware ist ein Befehl eingebaut (JHOST), mit dem ein
Zugriff auf den TNC-Prozessor ermöglicht wird. Damit hat der
Programmierer einer Packet Radio Software im so genannten Hostmodus
eine großzügigere Gestaltungsmöglichkeit
seines Programms, kann eigene Befehle verwenden und mit geteilten
Fenstern arbeiten und so weiter. Moderne Windows- und auch
Linux-Programme nutzen diese Möglichkeit. FlexNet
Wenn man auf die TAPR-Software angewiesen ist, wie dies bei
den Kenwood Transceivern mit eingebautem TNC der Fall ist und man doch
gern die moderne Hostmode-Software verwenden möchte, kann man
eine Zusatzsoftware benutzen, die für Modems ohne TNC
entwickelt worden ist. Da in diesem Fall die zeitkritische Aufbereitung
der Pakete von dem Programm gemacht wird und ungestört
über die Schnittstelle zum Modem übertragen werden
muss, wird Windows der Zugriff auf die Schnittstelle entzogen.
Hierfür dient "FlexNet" oder jetzt für Windows
95/98/ME/XT die 32-Bit-Version FlexNet32. Zusatzmodule
(DLLs) übernehmen dann die Anpassung an die spezielle
Situation, ob einfaches Modem oder Soundmodem (SOUNDMODEM.DLL) oder TNC
im Kissmodus als "KISS.DLL". FlexNet "simuliert" einen TNC und in der
KISS.DLL sind die Befehle untergebracht, die für ein TNC im
Kissmodus benötigt werden. Jetzt braucht man nur noch den TNC
in den Kissmodus zu schalten. Dann verhält er sich wie ein
entsprechendes Modem. Mit dem Hostmodeprogramm wird dann FlexNet
aufgerufen, das seinerseits auf die KISS.DLL zurück greift und
einen angeschlossenen TNC im Kissmodus richtig steuern kann. Dies
hört sich zwar umständlich und recht kompliziert an,
funktioniert aber durchaus zufriedenstellend und ist mit FlexNet32 gar
nicht so schwierig, wie wir gleich sehen werden. Besorgen Sie sich die
neueste Version von FlexNet32 mit allen zugehörigen DLLs aus
dem Internet von der FlexNet Homepage [1] und entpacken Sie diese in
einen beliebigen Ordner. Ich habe den Ordner D:\Afu\FlexNet32\
gewählt.  Bild
1: Nach dem Start von FlexNet muss das Symbol in der Task-Leiste
erscheinen. Wir werden jetzt FlexNet32 für
den Kissmodus konfigurieren. Bevor dies geschieht, sollte der TNC vom
TH-D7E oder dem TM-D700E in den Kissmodus geschaltet sein und der TNC
im Packet-Modus mit 1200 Baud aktiviert sein. Sie sehen "TNC PKT" und
"1200" in der oberen Zeile beim TM-D700E. Diese Umschaltung in den
Kissmodus geschieht ja mit dem Terminalprogramm (siehe vorige
Lehrstunde) über die gleiche Schnittstelle. Wenn FlexNet
gestartet ist, steht diese Schnittstelle aber nicht mehr für
ein anderes Programm zur Verfügung. Schließen Sie
danach das Terminalprogramm.  Starten Sie dann die Datei
FLEXCTL.EXE. Sie müssen das Symbol der Regenbogenfeder in der
Task-Leiste unten rechts finden (Bild 1). Klicken Sie darauf. In dem
aufgehenden FlexNet Control Center rufen Sie aus dem Menü
Tools den Punkt Parameters auf. Doppelklicken Sie auf die noch leere
Zeile 0 unter Channel. Wählen Sie KISS aus, indem Sie auf
diesen Treiber doppelklicken. Doppelklicken Sie nun abermals auf
Channel 0, wo inzwischen schon KISS unter DRIVER eingetragen ist und
stellen Sie für den Kenwood TNC 9600 Baud ein und
wählen Sie Ihre angeschlossene serielle Schnittstelle aus
zwischen PC und TNC. Bei mir ist es COM 1. Das Kästchen bei
CRC-Mode bleibt frei.  Bild
2: Die FlexNet Parameter werden eingestellt. Sollte
nach OK das Symbol vor der Kanalnummer rot durchgekreuzt sein, wird die
Schnittstelle gerade von einem anderen Programm benutzt.
Schließen Sie das andere Programm. Sieht die Anzeige so aus,
wie bei mir in Bild 2, ist die Einstellung von FlexNet32 fertig und Sie
können das Control Center schließen (Tools - Close),
aber keinen "Shutdown" machen. Das Symbol muss unten rechts in der
Task-Leiste weiterhin zu sehen sein. Damit ist die Schnittstelle aber
allen anderen Programmen entzogen. Möchten Sie mit einem
anderen Programm über diese Schnittstelle arbeiten,
müssen Sie FlexNet ganz schließen (Tools - Shutdown
FlexNet). Lassen Sie aber für den nächsten Test das
Control Center geöffnet oder öffnen Sie es wieder
durch Klick auf das FlexNet Symbol in der Task-Leiste. Test
im Kissmodus unter FlexNet Haben Sie den TNC des
TH-D7E oder des TM-D700E vorher in den Kissmodus geschaltet (TNC) und
steht der TNC im Packet-Modus (PKT) und hören Sie
Packet-Signale mit sehr gutem S-Meter-Ausschlag mit der Baudrate, die
als HBAUD beim TNC aktiviert ist? Dann müssten Sie nun im
FlexNet Control Center unter Trace Packet Radio Texte sehen
können (Bild 3), wenn nicht, ist einer der eben genannten
Voraussetzungen nicht erfüllt.  Bild
3: Der erste Test im Trace-Modus von FlexNet32 Ob
ein Connect zustande kommt, können Sie ebenfalls direkt unter
FlecNet32 prüfen, wenn Sie Signale empfangen. Starten Sie die
Datei FLEXTALK.EXE aus dem FlexNet Ordner. Klicken Sie auf Connection,
dann auf Connect und geben Sie das Rufzeichen des gehörten
Digipeaters ein. Der Transceiver muss kurz auf Sendung gehen und kurz
danach erscheint die Connect-Meldung des Digipeaters in einem neuen
Fenster (Bild 4).  Bild
4: Die Bestätigung eines Connects erscheint in einem separaten
Fenster.  Bild
5: Beobachtung des Connects im Trace-Modus Im
Trace-Fenster können Sie gleichzeitig beobachten, dass Sie
eine Connectanforderung aussenden (Zeile 4 in Bild 5). In der
übernächsten Zeile wird vom Digi wieder der
Disconnect eingeleitet, aber der Connecttext wird noch
übertragen. DJ4UF bestätigt diesen und sendet die
Bestätigung für den Disconnect. Die Verbindung wird
beendet. Wenn dies so weit geklappt hat, können Sie nun mit
dem Hostmode-Programm Paxon arbeiten. Das
Hostmode-Programm Paxon Das Packet Radio Programm
Paxon unterstützt in einfachster Weise FlexNet für
den PC. Wenn Sie das Programm noch nicht haben, holen Sie sich die
neueste Version von der Paxon-Homepage [2]. Starten Sie Paxon. Gehen
Sie auf Einstellungen, dort auf Geräte und wählen Sie
"Hinzufügen". Wählen Sie PC/Flex/Net. Wenn FlexNet
noch aktiv ist und kein anderes Programm die Schnittstelle belegt,
müsste sofort die Statusmeldung "Bereit" erscheinen (Bild 6).

Bild 6: FlexNet ist für Paxon
bereit.  Bild
7: Der Kissmodus wird ausgewählt Klicken
Sie auf Übernehmen und auf OK und starten Sie die Verbindung.
Unter Kanäle müsste KISS auftauchen. Wählen
Sie diesen Kanal aus und tragen Sie bei Station das Rufzeichen des
Digipeaters ein, den Sie connecten wollen. Die Verbindung wird
hergestellt und Sie erhalten die Stationsmeldung. Beim
weiteren Arbeiten mit dem Digipeater sollten Sie gleichzeitig das
Trace-Fenster von FlexNet öffnen und eventuelle
Fehlermeldungen registrieren. Wenn öfter ein "reject" (REJ)
auftaucht wie in der vorletzten Zeile in Bild 8 links, dann ist
wahrscheinlich das eingestellte TX-Delay zu kurz. Leider wird die
Übernahme dieses Wertes durch FlexNet nicht
unterstützt, so dass nur der sehr beschwerliche Weg bleibt:
Disconnect - Paxon schließen - FlexNet herunterfahren
(Shutdown) - HyperTerminal starten - Kommandomodus aktivieren - TXDELAY
vergrößern - HyperTerminal schließen -
FlexNet starten - Paxon starten - Connecten. 
Bild 8: Man kann unter FlexNet gleichzeitig Paxon betreiben
und auch den Trace-Modus starten Sie sehen an
diesem Beispiel, dass es zwar funktioniert, ein Hostmodeprogramm
für den Kenwood TNC zu verwenden, dass aber eine
Veränderung von Einstellungen sehr beschwerlich ist. Hinzu
kommt noch das Problem, dass nach einem Ausschalten des Transceivers
der Kissmodus wieder verloren gegangen ist und Sie auf jeden Fall erst
das Terminalprogramm HyperTerminal aufrufen müssen. Dann kann
man besser gleich seine Mails mit Hyperterm auslesen. Wenn Sie
allerdings Dateiübertragungen machen möchten, lohnt
sich vielleicht der Aufwand, Paxon im Kissmodus mit FlexNet zu starten.
Mit 9K6 gab es noch mehr Schwierigkeiten. Ich musste MAXFRAME auf 1
setzen, damit nicht die Reihenfolge der Pakete durcheinander kam und
dadurch die Übertragung stockte. [1]
http://www.flexnet.de [2] http://www.paxon.de
[3] http://www.qsl.net/dj4uf -> Packet Radio -> Soundmodem
©
2001 Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF 
weitersagen:
www.amateurfunklehrgang.de
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