Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

CAT

Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

Eckarts Lehrstunde aus Funk 11/1999

Transceiversteuerung mit dem Computer

Moderne Amateurfunk-Transceiver haben eine CAT-Schnittstelle. Was ist das? CAT steht für "computer aided transceivercontrol" auf deutsch: Transceiversteuerung mit Hilfe des Computers. Auf der UKW-Tagung in Weinheim/Mannheim wurde am Stand von Wimo solch ein Steuerprogramm vorgeführt. Es gefiel mir auf Anhieb. Dieses Programm "TRX-Manager" des französischen Funkamateurs Laurent Labourie, F6DEX kann Geräte von Yaesu, Icom und Kenwood steuern. Da ich einen FT-847 von YAESU mein eigen nenne, habe ich mir dieses Programm zugelegt und möchte darüber in dieser Lehrstunde berichten.

Bild 1: Der TRX-Manager ist ein Steuerprogramm für Geräte von YAESU, Kenwood und Icom

Zuhause habe ich das Programm dann sofort installiert und ausprobiert. Vorweg: Ich habe das Programm gerade mal eine Woche in Betrieb und kenne längst nicht alle Möglichkeiten. Da aber in wenigen Tagen Redaktionsschluss ist für diese Lehrstunde, will ich doch schon von meinen ersten Erfahrungen mit diesem Programm berichten, denn die letzte "Eckarts Lehrstunde" in diesem Jahrhundert (FUNK 12/99) soll eine Übersicht bringen, welche Themen bisher in früheren Lehrstunden behandelt wurden und wie es im nächsten Jahr weiter gehen soll. Nun also zu den ersten Versuchen mit dem TRX-Manager.

Die Installation von CD ist so einfach, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich es gemacht habe. Sicher wie immer: SETUP oder INSTALL aufrufen, bei Abfrage die Seriennummer eingeben, fertig. Wenn man dann die ersten Schritte im beigefügten Handbuch liest, stellt man fest, dass man ein "Nullmodemkabel - 9-polig" benötigt. Naja, der Computerladen ist nicht weit von hier und so etwas gehört wohl zur Standardvorratshaltung. Also: kein Problem.

Bei einem Doppelklick auf das TRX-Manager-Symbol wurde das Programm anstandslos gestartet, aber am Transceiver tat sich nichts. Was jetzt? Handbuch lesen? Natürlich probiert man erstmal, ob man es nicht auch so hinbekommt. Und was war es? Das blaue Symbol oben links (Bild 2) mit der Bezeichnung CAT musste gedrückt werden. Man kann die CAT-Steuerung damit aktivieren oder auch deaktivieren.

 

Bild 2: Von dieser Oberfläche aus lässt sich der Transceiver komplett steuern

Wenn man den "Monitor" einschaltet (zweiter Knopf oben links), bekommt man die Oberfläche von Bild 1 zu sehen. Man staunt, dass sofort die eingestellte Frequenz des Transceivers angezeigt wird und sogar das S-Meter den gleichen Wert anzeigt, wie am Gerät. Die S-Meter-Anzeige geht aber nicht bei allen Transceivern. Bei meinem Mobilgerät IC-706 von Icom funktioniert die S-Meter-Anzeige nicht. Die CAT-Schnittstelle dort ist viel einfacher. Es gibt keinen AD-Wandler, der die Spannung für die S-Meter-Anzeige digitalisiert und an einer Buchse zur Verfügung stellt. Beim FT-847 aber geht es.

Die "Monitoring"-Oberfläche ist so einleuchtend aufgebaut, dass man diese sofort bedienen kann, ohne je das Handbuch gelesen zu haben. (Sorry - ich habe es noch immer nicht gelesen!) Ich brauche darüber wohl keine weiteren Worte zu verlieren. Ich werde einfach noch kurz beschreiben, welche Möglichkeiten ich durch Probieren noch herausgefunden habe.

Bild 3: Commands Panel

Wenn man einfach nur "so über das Band drehen" will, wie man es üblicherweise am Hauptabstimmknopf macht, geht dies auch vom Computer aus mit der Maus. Der Mauszeiger wandelt sich in eine Hand um und dann kann man durch Drücken der rechten Maustaste den Knopf nach rechts und mit der linken Maustaste nach links drehen. Die Frequenz ändert sich in der Schrittweite, die man am Gerät eingestellt hat. Man kann auch den "Fast"-Knopf (Bild 3) drücken und dann geht es eben viel schneller. Dort, wo das Funkgerät nicht direkt neben dem Computer steht, ist also eine Fernbedienung möglich. Man erhält sogar noch einen Vorteil gegenüber der Bedienung am Gerät. Sobald eine Frequenz erreicht wird, bei der man eine Bedeutung (zum Beispiel Namen des Senders) dazu eingegeben hat, erscheint diese auf der Anzeige (siehe Bild 3: Deutsche Welle). Die Bedeutung zu den einzelnen Frequenzen kann man mit dem "Frequenzmanager" eingeben (Bild 4).

Bild 4: Gewünschten Frequenzen kann man einen Namen geben

Bild 5: Der TRX-Manager hat sogar ein Logbuch

Der TRX-Manager hat auch ein Logbuch (siehe Bild 5), das sich sehr gut bedienen lässt und alle Möglichkeiten bietet, die man sich wünscht. Wenn man gleichzeitig noch die DXCC-Information aufruft, erhält man zu dem eingegebenen Präfix oder dem Locator die Antennenrichtung, Entfernung und Ländernamen angezeigt (ebenfalls Bild 5). Wie Sie aus den Symbolen erkennen können, kann man nach Rufzeichen suchen, nach Ländern sortieren, die zugehörige Callbook-CD aufrufen und so weiter.

 

Bild 7: DX-Info mit eigener Weltkarte

Eine nette "Spielerei" ist die Darstellung der Antennenrichtung und Entfernung auf einer Landkarte. Dazu muss man sich allerdings erst aus dem Internet oder von einem anderen Programm eine solche Karte im BMP- oder GIF-Format herausholen, bei der Deutschland im Zentrum liegt. Im Bild 7 sind zwei Beispiele gezeigt. Internet-Adressen für solche Karten sind im Handbuch angegeben. Wenn Sie kein Internet haben, kann ich Ihnen für 5 DM (plus einem mit 2,20 DM Porto frankierten und adressierten Briefumschlag) eine solche Karte als BMP-Datei für Ihren Locator machen lassen und Ihnen auf Diskette schicken. Bitte keine Disketten einschicken!

Bild 8: Spektralanzeige

Mit dem Programm kann man auch einen automatischen Scan aufrufen, wobei die S-Meter-Werte in ein Diagramm eingetragen werden. So kann man zum Beispiel feststellen, auf welcher Frequenz ein sehr starkes Signal zu finden ist. Dieses Spektroskop lässt sich auch so einstellen, dass es zeitlich nacheinander Aufzeichnungen über die Feldstärken macht und diese als fortlaufendes Band ausgibt.

Bild 9: Packet Radio Terminal

Beinahe hätte ich das für DXer wichtigste vergessen: Das Terminal (Bild 9). Der FT-847 kann ja von Hause aus Packet Radio und deshalb darf natürlich ein Terminalprogramm nicht fehlen. Es hat für den DXer einen separaten Bereich für die Clustermeldungen, die man mit einem Klick nach beliebigen Kriterien sortieren kann.

Es ist nicht genügend Platz in diesem Bericht, um alle Möglichkeiten auch nur aufzuzählen. Das Programm gibt es unter anderem bei Wimo Antennen und Elektronik GmbH, Am Gäxwald 14, 76863 Herxheim und kostet 110 DM (1999). Eine kostenlose Demoversion (30 Tage) finden Sie im Internet bei www.wimo.com, Dateigröße 8 MB.

Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF, Raafstr. 36, 52076 Aachen

© 1999 Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF

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