Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

PC-Direktverbindung
für Windows 95/98

Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

Eckarts Lehrstunde aus Funk 4/1999

Der Trend geht zum Zweit-PC. Entweder hat man noch einen älteren PC, den man kaum mehr verkaufen kann, oder man hat neuerdings ein Laptop. Auf beiden sind Daten oder Programme drauf, die man gern austauschen möchte. Oder man möchte umfangreiche Dateien mit einem Freund austauschen. Das Übertragen mittel Disketten ist bei den umfangreichen Programmen kaum mehr möglich. Hier bietet sich die PC-Direktverbindung an. Schon unter DOS war dies mit dem Norton-Commander möglich. In dieser Lehrstunde wird beschrieben, wie man eine PC-Direktverbindung mit Windows 95 durchführen kann.

Bild 1: Das Programm PC-Direktverbindung unter Windows 95

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Bild 2: Das Programm PC-Direktverbindung unter Windows 98

Dafür gibt es im Betriebssystem Windows 95/98 ein kleines Programm mit dem Namen PC-Direktverbindung, dem Thema unserer Lehrstunde. Wenn es nun so einfach wäre, dieses Programm nur aufzurufen, bräuchten wir diese Lehrstunde nicht. Ich habe mit meinem Freund Eike, DF7KX, eingescannte Bilder von meiner Antennenanlage austauschen wollen. Dafür hatte er sein Laptop mitgebracht und wir machten uns an die Übertragung. Wir haben mehr als eine halbe Stunde benötigt, die Sache zum Laufen zu bringen und ohne Handbuchbefragung hätten wir es wohl nicht geschafft.

Nullmodemkabel

Wenn Sie zwei Computer haben, sollten Sie direkt mitmachen, was in dieser Lehrstunde jetzt beschrieben wird. Sie benötigen an Hardware ein "Nullmodemkabel" am besten für die parallele Schnittstelle (Druckerausgang). Bei diesem Kabel sind die Anschlüsse von Senderdaten (TxD) und Empfängerdaten (RxD) gekreuzt, denn auf der einen Leitung kommen an einem Computer die Daten heraus (TxD), die beim anderen Computer als Empfängerdaten (RxD) vorliegen. Verbinden Sie also die beiden Computer mit diesem Nullmodemkabel.

Auch wenn Sie das Kabel noch nicht haben, können Sie die folgenden Vorbereitungen treffen. Stellen Sie auf beiden Computern fest, ob das Programm PC-Direktverbindung installiert ist. Sie erreichen das Programm über Start - Zubehör oder bei Windows 98 auch über Start - Zubehör - Kommunikation. Wenn Sie das Programm dort nicht finden, ist es wahrscheinlich nicht installiert und Sie müssen es nachinstallieren. Vorsichtshalber sollten Sie es mit dem Explorer noch suchen lassen: Extras - Suchen - Dateien/Ordner. Dort geben Sie "PC-Direktverbindung" ein. Ist auf beiden Computern dieses Programm vorhanden, können Sie den folgenden Abschnitt überspringen.

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Programminstallation

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Bild 3: Die Installation der PC-Direktverbindung unter Windows 95

Legen Sie die Windows 95 CD ein gehen Sie dann zu "Software" zum Beispiel über Start - Systemsteuerung. Dort klicken Sie auf die Registerkarte Windows-Setup (Bild 3). Klicken Sie auf Verbindungen und dann auf Details.In dem neuen Fenster sollte DFÜ-Netzwerk und PC-Direktverbindung angehakt sein. Bestätigen Sie die Änderung mit OK und nochmals OK. Sie werden zum Einlegen der Windows 95 CD aufgefordert und schnell werden mehrere Dateien in das Systemverzeichnis von Windows kopiert. Nach einem Neustart des Computers sollten Sie das Programm PC-Direktverbindung unter Windows 95 bei Start - Zubehör finden können (Bild 1), bei Windows 98 findet man es unter Start - Zubehör - Kommunikation (Bild 2).

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Das Protokoll

Wenn Sie zwei Computer mit unterschiedlichen Versionen von Windows 95/98 verbinden wollen, achten Sie darauf, dass auf beiden Computern das gleiche Übertragungsprotokoll angewendet wird.

Bild 4: Wichtig ist die Verwendung des gleichen Protokolls auf beiden Computern

Bei Windows 95 wird meistens das "IPX/SPX kompatible Protokoll" verwendet, das für die Dateioperationen ausreicht. Bei Windows 98 wird als Protokoll meistens "NetBEUI für DFÜ-Adapter" verwendet, das den vollen Netzwerkzugriff erlaubt. Sie sollten dann auf dem Windows-95-Rechner das Protokoll NetBEUI hinzufügen. Wie das geht, folgt.

Welches Protokoll Ihr Computer verwendet, überprüfen Sie folgendermaßen. Gehen Sie über Start (oder Arbeitsplatz) in die Systemsteuerung und doppelklicken Sie auf Netzwerk. In der Konfiguration (Bild 3) sehen Sie die installierten Netzwerkkomponenten und Protokolle. Wenn NetBEUI nicht vorhanden ist, klicken Sie auf "Hinzufügen..." - Protokoll - Microsoft - NetBEUI (Bild 4). Markieren Sie später unter "Erweitert" noch das Kästchen für: "Als Standardprotokoll definieren".

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Die Freigabe

Die PC-Direktverbindung erlaubt den Zugriff auf Dateien oder auf einen gemeinsamen Drucker. Häufig ist es so, dass zwar zwei Computer vorhanden sind, aber nur ein Drucker. Mit der PC-Direktverbindung könnten Sie auch auf einen gemeinsamen Drucker zugreifen. Dann muss aber eine zweite parallele Schnittstelle existieren oder die PC-Verbindung über die serielle Schnittstelle mit einem Nullmodemkabel erfolgen.

Beim Dateizugriff zum Kopieren oder Installieren oder auch der Ausführung von Programmen ist ein Computer der Gastgeber (Host), der seine Dateien oder Festplatte zur Verfügung stellt und der andere Computer der Gast (Guest). Wenn Sie üblicherweise meistens mit dem Home-PC arbeiten, sollten Sie den Laptop als Host anmelden. Dazu müssen Sie vorher auf diesem Computer den Bereich (Festplatte, Partition, Verzeichnis) freigeben. Dies geht so.

Bild 5: Freigabe

Gehen Sie auf Arbeitsplatz oder in den Explorer und klicken Sie beispielsweise auf die freizugebende Festplatte mit der RECHTEN Maustaste. Es erscheint ein Menü mit dem Unterpunkt Freigabe (Bild 5). Klicken Sie darauf. Es erscheint ein Fenster wie Bild 6.

Bild 6: Die Freigabeeigenschaften

Bei "Freigeben als" erscheint als Vorgabe ein C (für Festplatte C). Ich habe als Namen "Laptop_C" gewählt. Ein Kommentar ist nicht notwendig. Als Zugriffstyp wählen Sie Lese-/Schreibzugriff, damit Sie Dateien hin und her kopieren können. Ein Kennwort ist nicht nötig, es sei denn, Sie haben ein "öffentliches" Netzwerk über Telefon oder Internet beispielsweise am Hostcomputer.

Wenn Sie die Freigabe mit OK bestätigen, bekommt das Symbol für die Festplatte im Arbeitsplatz eine unterlegte Hand (Bild 7). Sie können auch mehrere Laufwerke freigeben.

Bild 7: Auf dem Host-Computer wurden die Festplattenpartition C und die Partition D (Daten) für den Zugriff von einem anderen Computer freigegeben.

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Die Verbindung

Nun kann die Verbindung gestartet werden. Zunächst ruft man auf dem Hostcomputer das Programm PC-Direktverbindung auf und achtet darauf, ob als Meldung kommt: Hostcomputer überwacht die Verbindung über Nullmodemkabel LPT1 oder welche Verbindung man gewählt hat. Stimmt alles, klickt man auf Überwachen. Möchte man etwas ändern, klickt man auf Ändern (Bild 8a) und dann auf Host-Computer (Bild 8b) und nach Weiter auf die entsprechende Verbindung (Bild 8c). Mit Weiter und OK bestätigt man die Angaben.

Bild 8: Die PC-Direktverbindung auf dem Host-Computer wird hergestellt.

Ähnlich verfährt man auf dem anderen Computer, der nun Gast sein soll. Das Programm PC-Direktverbindung wird aufgerufen und bei richtiger Einstellung auf "Guest" und Auswahl der Verbindungsschnittstelle klickt man auf Verbinden (Bild 9). Beim ersten Mal wird nun eine Meldung kommen, die so ähnlich aussieht, wie die in Bild 9.

Bild 9: Der Name des Host-Computers muss eingetragen werden.

 

Sie müssen den Namen des Host-Computers kennen. Den Computernamen, der bei der Installation von Windows meistens automatisch vergeben wird, ist folgendermaßen zu erfahren.

Schauen Sie sich unter Systemsteuerung - Netzwerk einmal die Registerkarte Identifikation an. Wichtig ist, dass beide Computer einen anderen Namen haben, aber die gleiche "workgroup". Sonst sucht das Programm PC-Direktverbindung auf dem eigenen Computer. Natürlich kommt dann eine Fehlermeldung. Ich habe als Namen für den Hostcomputer mein eigenes Rufzeichen genommen und für den Gastcomputer das Rufzeichen meiner XYL. Was unter Arbeitsgruppe und Beschreibung steht, ist für diese Anwendung bedeutungslos.

Wenn die Verbindung zustande gekommen ist, verschwindet die "Wartemeldung". Es entsteht ein neues Verzeichnisfenster (Bild 11), in dem Ordnersymbole für die freigegebenen Laufwerke zu sehen sind. Nun können Sie vom Gastcomputer aus auf den Hostcomputer zugreifen. Doppelklicken Sie beispielsweise auf diesen Ordner, erhalten Sie die darunter liegenden Ordner und Dateien der Festplatte C des Hostcomputers. Nun können Sie, wie gewohnt, Dateien kopieren, verschieben, löschen, lesen (Textdateien), anschauen (Bilddateien) und so weiter.

Bild 11: Auf dem eigenen Bildschirm sieht man dann die Ordner und Dateien des Hostcomputers.

Am besten öffnet man auf dem Gastcomputer den Explorer und kann so zum Kopieren die Dateien einfach von dem Fenster des Hostcomputers in das Explorerfenster schieben. Möchte man Dateien nicht nur kopieren, sondern regelrecht verschieben, muss man bei dieser Aktion die Shifttaste gleichzeitig drücken (merke: shift - schieben).

© 1999 Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF

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