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Eckarts Lehrstunde aus Funk
12/2000
Thema: Linux die zweite ...

Vor fast zwei Jahren (FUNK 3/99) habe ich in Eckarts Lehrstunde zum ersten
Mal etwas über Linux für den Funkamateur geschrieben. Seinerzeit war für mich das
Resultat etwa so: Linux war zwar kostenlos und auch "sicherer", aber sowohl die
Installation des Betriebssystems selbst war schwierig, es gab wenig Software für den
Funkamateur und die Installation dieser Software war äußerst schwierig. Ich habe es nie
geschafft, das StarOffice Paket richtig zu installieren. Sie können diese Lehrstunde mit
der Geschichte von Linux auf meiner Homepage nachlesen. Jetzt nach zwei Jahren sieht die
Sache schon viel besser aus, so dass man einen neuen Start wagen sollte.
Linux boomt
Immer mehr - auch große Softwarehäuser - beteiligen sich an der Aktion
"Tux schlägt zurück", was so viel bedeuten soll, als dass man Microsoft mit
seinem Windows die Zähne zeigt. Bis zum "windows-freien" PC wird es zwar noch
ein Weilchen dauern, aber Bill Gates sieht tatsächlich schon in Linux eine ernsthafte
Konkurrenz.
Kein Zweifel: Für Netzwerksysteme ist Unix und damit auch Linux entschieden sicherer. Große Firmen benutzten schon immer Unix. Aber nun steigen auch kleine Firmen von Windows-Netzwerken (NT) um auf Linux. Bisher fehlte noch die Bürosoftware zum Betriebssystem Linux beziehungsweise war diese für kleine Firmen zu teuer. Diese Lücke ist geschlossen, seit Sun StarOffice in der Version 5.2 als Vollversion kostenlos für Linux zur Verfügung steht. Dieses Office ist nicht nur ein vollwertiger Ersatz für Microsoft-Office mit Word, Excel, Power Point und Outlook, sondern Kenner behaupten, es sei besser.

Die Linux-Oberfläche kann man wie Windows einstellen
Linux für den Funkamateur?
In Eckarts Lehrstunde geht es immer um Themen aus dem Computerbereich, aber nicht für Computer-Freaks, sondern für Computer-User mit wenig Vorkenntnissen. Also auch hier wird die Beantwortung der Frage darin bestehen, ob Linux schon etwas für den Funkamateur ist, der nicht zu den Computer-Freaks zählt. Ich meine, man kann schon mit einem "vorsichtigen Ja" antworten.
Die Installation ist inzwischen schon fast so einfach wie Windows. Dazu schreibe ich gleich noch ausführlicher. Es gibt genügend freie Software - auch für Funkamateure. Eine Menge dieser Software ist auch schon so aufbereitet, dass man diese sehr leicht installieren kann. Aber die neue Software aus den Mailboxen ist sehr schwierig zu installieren. Auch dazu später mehr!
Das Betriebssystem von Linux ist frei verfügbar und kostenlos zu haben (http://linux-download.virtualave.net/). Aber mit dem reinen Betriebssystem an sich kann nur der Linux-Freak etwas anfangen. Für uns normale Computer-User haben verschiedene Softwarefirmen sogenannte "Distributionen" geschaffen. Diese Distributionen enthalten - auf mehrere CDs verteilt - nicht nur das Betriebssystem sondern auch jede Menge Anwenderprogramme. Außerdem wird ein Installationsprogramm mitgeliefert, das dem Anfänger die Installation sehr stark vereinfacht. Für den Funkamateur kann ich die "SuSE-Distribution 7" sehr empfehlen, da diese wohl die einzige ist, die außer der normalen Anwendersoftware sehr viele Amateurfunkprogramme zum Installieren bereit hält.

Bild 2: Startmenü und "Explorer" bei Linux
Die Installation von Linux
Wenn Sie erst einmal ausprobieren wollen, wie denn Linux "so aussieht", können Sie sich das Sonderheft der PC-Praxix Nr. 2/2000 (Oktober - Dezember) besorgen, indem eine sogenannte Evulationsversion von SuSE 7.0 auf einer CD enthalten ist. Die CD enthält außerdem das komplette deutsche Handbuch im PDF-Format und reichlich Anwendersoftware, wie zum Beispiel Sun StarOffice 5.2, das Grafikprogramm Gimp 1.1, MP3-Player und vieles andere. Allerdings enthält diese Sonderausgabe der SuSE 7 keine Amateurfunksoftware. Wenn Sie Internetzugang haben und FTP beherrschen, können Sie sich die Pakete aus der HAM-Sektion von SuSE herunterladen: ftp://ftp.suse.com/pub/projects/ham/ und mit dem Befehl "rpm -i <Paketname.rpm>" unter Linux installieren. Darüber vielleicht mehr beim nächsten Mal.
Die komplette SuSE 7 Distribution besteht aus 6 CDs, wobei die Amateurfunksoftware vorwiegend auf CD3 zu finden ist. Zur Installation benötigt man als Standard-Anwender nur die CDs 1 bis 3. Diese Distribution erhalten Sie in guten Buchhandlungen für unter 100
DM.
Die Installation von Linux selbst ist tatsächlich so einfach wie zum Beispiel Windows 98. Sie sollten allerdings auf der Festplatte mindestens 1,5 Gigabyte (besser mehr!) freien Festplattenplatz schaffen können. Gut ist es, wenn dieser Platz schon in einer separaten Partition besteht. Ich hatte zum Beispiel meine acht Gigabyte Festplatte vorher in zwei Partitionen von je 4 Gigabyte geteilt gehabt. Auf einer Partition hatte ich alle Daten, auf der anderen die Programme. Nun habe ich die Daten wie Bilder und Texte auf eine CD gebrannt, einige Daten auf der Festplattenpartition C untergebracht und die Partition D gelöscht. Es soll aber mit einem Zusatzprogramm namens FIPS von der SuSE CD auch gehen, eine Linux-Partition einzurichten, wenn noch keine separate Partition vorhanden ist, aber noch genug Platz auf der Festplatte frei ist. Dazu müssen Sie selbst die nette, kleine Anleitung lesen, die in den Umschlagseiten der sechs CDs zu finden ist.
Diesen Platz von vier Gigabyte auf meiner Festplatte hat Linux bei der Installation von der Evulations-CD SuSE 7 sofort gefunden und vorgeschlagen, diesen für das Betriebssystem und die "Swap-Datei" zu nutzen. Ich habe zugestimmt und bei der Frage, was installiert werden soll, habe ich anstatt "Standard" direkt "fast alles" ausgewählt. Mehr war nicht zu tun. Es hat fast eine Stunde gedauert und dann lief das Betriebssystem einschließlich Bildschirm (Grafikkarte) und Sound. Probleme soll es schon mal bei älteren Grafikkarten und Soundkarten geben, die noch nicht "Plug-and-play-kompatibel" sind. Auch bei Laptops sollen Probleme auftreten (nicht bei meinem neuen Laptop). Bei dieser Art der Installation wurden alle Programme installiert einschließlich Sun StarOffice und dabei 1,35 Gigabyte Festplattenplatz gebraucht. Alle installierten Programme laufen grundsätzlich, soweit ich dies bisher ausprobieren konnte.

Bild 3: YAST-2
Amateurfunk-Software
Die Installation der Amateurfunk-Software mit Hilfe des Installationsprogramms YAST2 von SuSE von den sechs SuSE CDs ist recht einfach. Man legt die erste CD ein, ruft von der Taskleiste aus YAST2 auf, beantwortet die Frage nach dem Passwort des Administrators (root) und wählt dann "Pakete installieren/löschen". Unter HAM findet man die vielen Programme mit kurzen Erläuterungen. Ich habe einfach alle HAM-Programme angekreuzt, da ich noch genügend freien Speicherplatz hatte. Diejenigen Programme, die einem nicht gefallen, kann man später mit YAST2 auch wieder restlos entfernen. Da bleiben keine "DLL-Leichen" übrig wie bei Windows, verspricht
SuSE.
Ich wünsche allen Lesern von Eckarts Lehrstunde Frohe Weihnachten und alles Gute für das Neue Jahr. Ich werde im nächsten Jahr 2001 immer wieder mal auf Amateurfunk-Anwendungen unter Linux zu sprechen kommen. Allerdings muss ich es selbst erst lernen.
© 12/2000 Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF


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